Baumkataster aus Punktwolken und Panoramabildern

Die Geo-Mapping- Daten der Firma Geotechnik bilden die Grundlage f├╝r die Analyse des Gef├Ąhrdungspotenzials von Baumwurzeln f├╝r Rohrleitungen

F├╝r das Gasleitungsnetz des Oberbergischen Versorgers AggerEnergie erstellt die Firma Geotechnik, Ingenieurb├╝ro f├╝r Vermessung und Geoinformation aus Kempen, ein Baumkataster. Das Netz umfasst insgesamt rund 1.800 Kilometer Hoch-, Mittel- und Niederdruckleitungen. Die Gef├Ąhrdungsbeurteilung erfolgt auf Grundlage der GW125 B├Ąume des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW Regelwerk).

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Welche B├Ąume befinden sich im Gef├Ąhrdungsbereich einer Gasleitung? Um welche Baumtypen handelt es sich? K├Ânnen die Wurzeln die Leitung besch├Ądigen?

Im Rahmen dieses Gemeinschaftsprojekts, das Geotechnik mit dem Partnerunternehmen 3DIS aus Bocholt sowie dem Gutachter Dipl.-Ing. Carlos Arrufat aus N├╝mbrecht bearbeitet, wurde das gesamte, zehn St├Ądte und Gemeinden umfassende Projektgebiet mit dem mobilen Geo-Mapping-System IPS2 compact+ der Firma Topcon durch Laserscanning und 360┬░-Panoramabilder detailliert kartiert. In den dreidimensionalen Datenbestand wurden alle von der AggerEnergie als Shape- Datei gelieferten zweidimensionalen, vektoriellen Leitungsdaten importiert und auf das Gel├Ąndeniveau angepasst. Derzeit werden alle B├Ąume sowie deren Stammdurchmesser in einem vom Auftraggeber vorgegebenen Gef├Ąhrdungsbereich (gem├Ą├č DVGW GW125) rechts und links der Gasleitungen erfasst. Die Erfassung erfolgt sowohl im ├Âffentlichen als auch im privaten sichtbaren Bereich.

Als Erfassungswerkzeug dient die von 3DIS entwickelte 3D-Fachanwendung PANOpticum3D, die die Kombination der erfassten Geo-Mapping-Daten mit vektoriellen Leitungsnetzdaten des Auftraggebers sowie beliebigem Karten- und Luftbildmaterial erm├Âglicht. PANOpticum3D berechnet zudem automatisch den genauen Abstand der erfassten B├Ąume zum n├Ąchstgelegenen Leitungsobjekt.

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Die Auswertung von Mobile-Mapping-Daten in PANOpticum3D gibt Aufschluss.

ÔÇ×Mit seinen zahlreichen Werkzeugen sowie konfigurierbaren Fachschalen und Erfassungsmasken ist PANOpticum3D das ideale Werkzeug f├╝r die anschlie├čende Klassifizierung und Bewertung der B├ĄumeÔÇť, berichtet Carlos Arrufat, der diese Arbeitsschritte im Anschluss an die Erfassung durchf├╝hrt. Anhand des zur Verf├╝gung stehenden Panoramabildmaterials wird dabei jeder Baum aus mehreren Perspektiven betrachtet, um unter anderem Gattung und Alter zu bestimmen. Anschlie├čend kann anhand der Klassifizierung auf die wahrscheinliche Wurzelbildung und damit auf das Gef├Ąhrdungspotential eines Baumes f├╝r die benachbarte Leitung geschlossen werden. ÔÇ×Ist eine Gef├Ąhrdung gegeben oder in der Zukunft m├Âglich, werden in der Bewertungsmaske unmittelbare Handlungsempfehlungen beziehungsweise empfohlene Kontrollintervalle hinterlegtÔÇť, erl├Ąutert der gelernte G├Ąrtnermeister und Dipl.-Ingenieur Landschaftsarchitektur.

Die Projektbeteiligten sind ├╝berzeugt, dass der Einsatz von Geo-Mapping im Rahmen des etwa sechsmonatigen Projekts einen effizienten Ansatz zur Erstellung des Baumkatasters darstellt, der zeit- sowie kostenaufw├Ąndige Begehungen und Vor-Ort-Termine in den meisten F├Ąllen ├╝berfl├╝ssig macht. Nach Beendigung des Projekts kann der Auftraggeber die Auswertungsergebnisse in ein beliebiges GIS ├╝bernehmen. Dar├╝ber hinaus stehen ihm die gesammelten Geo-Mapping-Daten zusammen mit den Auswertungsergebnissen weiter im PANOpticum3DSystem zur Verf├╝gung, so dass diese als Datengrundlage bei Nachkontrollen und Aktualisierungen des Baumkatasters dienen k├Ânnen. Mehrwerte der detaillierten Laserscan- und Bilddaten k├Ânnen sich dar├╝ber hinaus zum Beispiel im Hinblick auf die Planung von Kontroll- oder Erweiterungsarbeiten am Leitungsnetz ergeben.

www.3dis.de
www.arrufat.de
www.geotechnik-kempen.de

Bilder: Geotechnik