Jagstzell macht Schule

Neueste Projekte mit der mobilen Technologie von eagle eye technologies zeigen, dass die präzise 3D-Datenerfassung vielfach genutzt werden kann – auch jenseits der Straße.

eet-berlin

Die bei eagle eye entwickelte Befahrungstechnologie lässt sich an die Erfordernisse des Auftraggebers anpassen und liefert bei Bedarf auch Daten nach RAS-Verm

Der Zustand des kommunalen Straßennetzes verschlechtert sich deutschlandweit drastisch. Öffentliche Mittel fehlen, um die Infrastruktur vollumfänglich zu erhalten und auszubauen. Doch die notwendigen Anpassungen an gesellschaftliche und demographische Veränderungen erzeugen einen hohen Druck. „Viele Prognosen gehen davon aus, dass die Investitionen in die Infrastruktur in den kommenden Jahren deutlich steigen werden“, sagt Dr. Johannes Ludwig, Geschäftsführer der Berliner Firma eagle eye technologies, die mit ihrem mobilen Erfassungssystem für Mess- und Zustandsdaten Projekte in ganz Deutschland umsetzt. Seiner Überzeugung nach sind Kommunen, aber auch andere Träger heute gefordert, nachhaltige Investitionen zu tätigen und Synergieeffekte auszuschöpfen. Der Schlüssel dazu liegt in der vollumfänglichen Dokumentation des Ist-Zustandes.

„Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit wird eine präzise, vollumfängliche Datengrundlage sein, die allen Anforderungen einer Verwaltung gerecht wird“, betont Ludwig. Demnach sei es entscheidend, die benötigten Daten genau zu identifizieren und klare Zielformulierungen zu entwickeln. Dies gelte für die gesamte Verwaltung. „Es müssen alle Ämter, die direkt oder indirekt Zugriff auf Straßendaten benötigen oder haben, ihre Anforderungen klar formulieren“, sagt Ludwig. Diese dann auch tatsächlich zu erfüllen, benötige allerdings eine Erfassungstechnologie, die sehr individuell auf die Erfordernisse angepasst werden kann. Die Firma eagle eye bezeichnet diesen Ansatz, der im eigenen Haus intensiv verfolgt wird, auch als adaptive Befahrungstechnologie.

Adaptive Technologie

Insbesondere will eagle eye technologies dem Kunden die Möglichkeit bieten, die erforderliche Genauigkeit je nach Bedarf festzulegen. Dass dabei auch eine hohe Genauigkeit wirtschaftlich sein kann, zeigt ein Projekt in der Gemeinde Jagstzell, für das eagle eye technologies den Straßen-Geo-Innovationspreis 2015 gewann: Dabei kombinierte man die vollumfängliche Straßendatenerfassung mit der Präzisionsvermessung für Teilnetze, wobei Daten bis zu einer Lagegenauigkeit von einem Zentimeter aus der Befahrung heraus erfasst wurden. Inzwischen folgen nach Angaben des Unternehmens weitere Kommunen dem Beispiel von Jagstzell. Die Verwaltungen nutzten diese Präzisionsdaten dann beispielsweise dazu, um Fördermittel zu beantragen oder auch für die Sanierung der Straßenabschnitte, wobei die Daten den einheitlichen Richtlinien für Vermessungsarbeiten beim Straßenbau (RAS-Verm) genügen. „Wir können die Standards der terrestrischen Präzisionsvermessung nun auch mobil im Rahmen einer Befahrung umsetzen“, berichtet Dr. Johannes Ludwig. Die Basis für die Genauigkeit der Daten ist dabei die Abstimmung und Integration der einzelnen Sensorsysteme des Messfahrzeugs. eagle eye technologies führt hierbei vor allem die hochgenaue Navigationsbestimmung und die anschließende Verknüpfung mit den erfassten Messbild- und Laserscandaten ins Feld.

Fließsimulationen

Die „adaptive Befahrungstechnologie“ muss aber nicht auf die Straßeninfrastruktur beschränkt bleiben. In Bayern etwa lieferte sie Kommunen Daten für notwendige Fließsimulationen im Kanal- und Abwasserbereich. Anhand der hochgenauen Straßendaten wurde das Fließverhalten von Oberflächenwasser im Fall von Starkregenereignissen nachgebildet. So konnten Risikobereiche identifiziert werden, in denen es zu lokalen Überflutungen kommen kann. Der Präzisionslaserscanner in Verbindung mit der eagle eye Navigationslösung des Messfahrzeugs ermöglichte dabei die Erstellung eines digitalen Geländemodells rund um den Straßenraum. „Die erzielte Punktdichte war weit höher als die Ergebnisse, die derzeit mit dem Airborne Laserscanning erreicht werden können. Sie reicht an die Genauigkeit heran, die mit den Methoden des terrestrischen 3D-Laserscannings erzielbar ist“, beschreibt Ludwig. So wurde eine ganzheitliche Simulation von urbanen Hochwasserereignissen erreicht, auf deren Basis Kommunen auch entsprechende infrastrukturelle Maßnahmen zur Minderung des Hochwasserrisikos durchführen können.

www.ee-t.de

Bild: eagle eye

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