Geomarketing mit Rasterdaten

Der DDS Mobilitätsatlas kombiniert Raster- und Mobilitätsdaten und gibt Aufschluss über Verkehrsbewegungen.

Anhand der Auslastung einzelner Funkmasten kann die lokale Verkehrsbewegung hochgerechnet werden. Bild: snapinadil/shutterstock

Anhand der Auslastung einzelner Funkmasten kann die lokale Verkehrsbewegung hochgerechnet werden. Bild: snapinadil/shutterstock

Der DDS Mobilitätsatlas des Karlsruher Anbieters für digitale Geodaten, Digital Data Services (DDS) bietet historische sowie tagesaktuelle Informationen zur mobilen Bevölkerung auf Basis von Netzmanagement- Daten. Das gemeinsam mit der Telekomtochter Motionlogic entwickelte Produkt vereint Raster- und Mobilitätsdaten und stellt Angaben zu Verkehrsbewegungen innerhalb von Rasterzellen dar. Anstatt mit zeitlich festgelegten und aufwendigen Verkehrszählungsdaten zu arbeiten, bietet DDS mit dem Atlas einen Datensatz, der verschiedene Standorte deutschlandweit zu jeder Zeit feinräumig beleuchten kann und auch Bewegungsmuster aufzeigen soll.

Ausgangsmaterial für den Mobilitätsatlas sind die Netzmanagement-Daten. Das sind die Signaldaten aus dem Mobilfunknetz der Deutschen Telekom, die Standortdaten der Mobilfunkzellen, und die sozio-demographischen Angaben zu den Mobilfunknutzern im Umfeld einer Mobilfunkzelle. Große Mobilfunkanbieter wie die Deutsche Telekom haben deutschlandweit flächendeckend Funkzellen verteilt um zu jeder Zeit eine ausreichende Netzverfügbarkeit zu gewährleisten. Die Größe der Funkzelle ist dabei abhängig vom Bedarf: Die Großzelle wird in der Flächenversorgung im ländlichen Bereich eingesetzt und hat einen Durchmesser von fünf bis 20 Kilometern, im städtischen Bereich kommt die Kleinzelle mit einem Durchmesser von 500 Metern bis fünf Kilometern zum Einsatz. Ist ein Mobiltelefon aktiv, zum Beispiel beim Senden oder Empfangen einer SMS oder beim Telefonieren, sendet es Signaldaten an die nächst gelegene Mobilfunkzelle des Netzbetreibers. Anhand dieser Signale kann der Anbieter erkennen, wie viele aktive Kunden sich in einem bestimmten Zeitraum im Empfangsbereich einer Mobilfunkzelle aufhalten.

Daten schützen

Das Netz der Deutschen Telekom wird von rund 40 Millionen Mobiltelefonen in Deutschland genutzt und verfügt somit über einen verhältnismäßig großen und demografisch breit aufgefächerten tagesaktuellen Datensatz. Um diese Daten im Rahmen der Datenschutzrichtlinien weiter nutzen zu können, werden die Signaldaten im Hochsicherheitsrechenzentrum der Telekom aggregiert und aufbereitet. Dabei verlieren die Daten jeglichen Personenbezug. Weitergenutzt werden allein die zusammengefassten statistischen Parameter aus den Informationen zu der Funkzelle, der Zeit und den sozio-demographischen Angaben wie Altersgruppen, Geschlecht und Postleitzahl des Wohnorts. Motionlogic entwickelt die Software zur statistischen Auswertung dieser Datensätze. Dabei werden die Daten, mit Blick auf regionale Marktanteile und externe Vergleichszahlen von Verkehrszählungen anhand von Algorithmen auf Gesamtdeutschland hochgerechnet.

Hohe Genauigkeit

Die Ergebnisse dieser Hochrechnungen werden in das DDS DATA GRID, dem auf den INSPIRE Richtlinie basierende GRID von DDS, übertragen und liegen laut Unternehmen in mikrogeographischer Genauigkeit vor. Die kleinste angebotene Rasterung ist 150 mal 250 Meter, die Basisversion enthält Mobilitätsdaten für eine Auflösung in Zellen von zwei mal zwei Kilometer, gemittelt für einen durchschnittlichen Arbeitstag. In einem Zeitraster mit einer Auflösung von bis zu 90 Minuten kann dann zum Beispiel die prozentuale Verteilung von Altersgruppen im Umfeld einer bestimmten Funkzelle abgeschätzt werden. „Und durch die täglich ausgewerteten Daten sind auch saisonale Effekte hervorragend abbildbar, Weihnachten, Ferien, gutes oder schlechtes Wetter“, erklärt Norbert Weber, Business Development Manager bei Motionlogic. „Daneben setzen wir Algorithmen um, wodurch wir zum Beispiel besser Autoverkehr von Fußgängern unterscheiden und auch die Tag-/Nachtbevölkerung besser auswerten können.“ DDS bietet sein Produkt für verschiedene Zwecke und auch in benutzerdefininierten Ausführungen an. Zu den praktischen Anwendungsgebieten gehören die Optimierung von Öffnungszeiten, Validierung der Performance für einzelne Filialen gemessen am gesamten Passantenaufkommen, die Einzugsgebietsanalyse und die Standortbewertung.

www.ddsgeo.de