3D-Dokumentation ohne CAD

Mit einer Reihe von Neuerungen erweitert FARO die M├Âglichkeiten des 3D-Laserscannings. Der Trend geht dahin, Punktewolken in das Zentrum von Dokumentations-Anwendungen zu r├╝cken.

Neue Rendering-Features der aktuellen Version 6 von SCENE sind die ÔÇ×Closed SurfacesÔÇť: Aus Messpunkten werden Volumenk├Ârper generiert, um so die Visualisierung zu optimieren. Bild: FARO

Neue Rendering-Features der aktuellen Version 6 von SCENE sind die ÔÇ×Closed SurfacesÔÇť: Aus Messpunkten werden Volumenk├Ârper generiert, um so die Visualisierung zu optimieren. Bild: FARO

Vor Ort scannen und sogleich eine registrierte Punktewolke auf dem mobilen Computer zur Verf├╝gung haben ÔÇô das war lange Zeit eine Wunschvorstellung von Experten f├╝r 3D-Laserscanning. Stattdessen musste man f├╝r eine Stunde Feldarbeit einiges an B├╝roarbeit einplanen, um aus den Scandaten nutzbare Datenprodukte zu generieren. Die M├Âglichkeit zur Registrierung im Feld hat nun die Firma FARO Europe GmbH geschaffen. Mit dem neuen FARO Scan Localizer ist es nun m├Âglich, Scans vor Ort in Echtzeit zu registrieren und so eine Punktewolke bereits mit dem Equipment im Feld zu erzeugen. Das in dem Laser Scanner Focus3D-Stativ integrierte Zusatzprodukt f├╝hrt kontinuierliche 2D-Scans durch und tastet dabei die Messumgebung innerhalb eines horizontalen, ca. 180 Grad umfassenden Profils ab. Die Messweite betr├Ągt bis zu 20 Meter. So entsteht eine Art Referenzprofil, mit dessen Hilfe die jeweiligen Scans aus unterschiedlichen Standorten innerhalb einer Punktewolke registriert werden. Daf├╝r sorgt das Verfahren der sogenannten Cloud-to-Cloud-Registrierung, die es bei SCENE schon seit rund zwei Jahren gibt. ÔÇ×Sie macht in Innenr├Ąumen Referenzpassmarken f├╝r ├ťberschneidungsbereiche ├╝berfl├╝ssigÔÇť, sagt Oliver B├╝rkler, Director of Product Management bei FARO. Dies soll vor allem Effizienzvorteile bei Projekten mit einer hohen Anzahl einzelner Aufnahmen bringen. ÔÇ×Wir gehen davon aus, dass ab 15 Scans schon signifikante Kostenvorteile auftreten. Beispielsweise bei Aufgaben der Innenraumvermessung, bei denen oft mehr als hundert Scans gemacht werden, ist das Ger├Ąt unabdingbarÔÇť, ist B├╝rkler ├╝berzeugt. Der FARO Scan Localizer kostet als Nachr├╝stl├Âsung f├╝r die FARO Laser Scanner Focus3D (ab Baujahr 2015) nach Angaben des Unternehmens rund 15.000 Euro.

Integration von HDR

FARO hat eine ganze Reihe von Neuerungen auf den Markt gebracht, die das 3D-Laserscanning weiter verbessern. Dazu geh├Ârt die Integration von High-Dynamic- Range (HDR)-Fotografie in die FARO Laser Scanner Focus3D. Dies gibt die M├Âglichkeit, die Aufl├Âsung bei Bildern mit gro├čen Helligkeitsunterschieden zu steigern. Die HDR-Kamera, die in den Modellen Focus3D X 130 HDR und 330 HDR Bilder mit jeweils 170 Megapixeln liefern, umfassen einen Kontrastumfang von bis zu vier Milliarden zu eins, was bedeutet, dass die jeweiligen Helligkeitszonen f├╝r das menschliche Auge (das hei├čt de facto f├╝r den Bildschirm) optimiert dargestellt werden k├Ânnen. ÔÇ×Kunden im Bereich Rohrleitungsbau etwa k├Ânnen so auch in dunklen R├Ąumen dann selbst kleinere Typenschilder, die in der Regel sehr hell sind, auch in der Punktewolke entziffernÔÇť, beschreibt B├╝rkler einen praktischen Fall.

Mehr Realit├Ątstreue

Auch bei der neuen Version 6 von FAROs Punktewolkensoftware SCENE ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass es sich um ein neues Masterrelease handelt. Denn die komplette Bedienoberfl├Ąche ist neu gestaltet und orientiert sich nun stark an typischen Workflows. Der Schwerpunkt liegt hier auf der einfachen und effizienten Handhabung. Die Arbeitsschritte innerhalb dieser Workflows sind in ├╝bersichtliche Einzelschritte unterteilt und bauen logisch aufeinander auf. Alle einzelnen Funktionen, die bereits die Vorg├Ąngerversion bot, sind nun als Bearbeitungsoptionen an den jeweiligen Bearbeitungsschritten der Projekte aufgef├╝hrt. So sollen vor allem auch Nutzer ohne fachlich tiefgehende Vorerfahrung einfacher und schneller gef├╝hrt werden. ÔÇ×Wir haben bei der Entwicklung der workflowgebundenen Werkzeuge typische Anwendungsf├Ąlle definiert und diese vollst├Ąndig automatisiertÔÇť, berichtet B├╝rkler. Wo manuelle Eingriffe erforderlich sind, bietet die Software also Unterst├╝tzung und Orientierungshilfe. ÔÇ×Der Schulungsaufwand bleibt dabei minimal, das bedeutet, die Lernzeit f├╝r Neulinge ist extrem kurzÔÇť, sagt der Produktmanager. Wer nach wie vor die alte Nutzeroberfl├Ąche bevorzugt, um etwa ingenieurstechnisch knifflige Fragestellungen zu behandeln, kann auch jederzeit in die bisherige Bedienoberfl├Ąche umschalten. Ebenso d├╝rfte die neue Rendering- Technologie von SCENE 6 f├╝r Anwender interessant sein. Sie gibt Festk├Ârperoberfl├Ąchen eine noch bessere Visualisierungsqualit├Ąt, ohne dass eine weitere Datenverarbeitung in Visualisierungsanwendungen notwendig ist. ÔÇ×Diese sehen nun komplett realistisch ausÔÇť, beschreibt B├╝rkler. Aus der typischen Punktewolken-Optik wird damit also eine komplett immersive Virtuell-Reality-Umgebung. Neue Features sorgen zum Beispiel daf├╝r, dass die Punktewolkendichte bei W├Ąnden so interpoliert wird, dass aus urspr├╝nglich grob gerasterten (ÔÇ×l├ÂchrigenÔÇť) Punktewolken automatisch durchgehende Oberfl├Ąchen erstellt werden (Closed Surfaces). Ebenso werden die Farben in diesem Zuge homogenisiert, so dass Volumenk├Ârper oder Texturen ein wesentlich h├Âheres Ma├č an Realit├Ątstreue gewinnen. Das hei├čt, Festk├Ârper werden nicht anhand einzelner Messpunkte visualisiert, sondern als realit├Ątsgetreues, geschlossenes Objekt.

Immer mehr in der Cloud

4.13 Cloudservices und Cloud-GIS
grit – graphische Informationstechnik

Beratungsgesellschaft mbH
Die grit GmbH ist ein seit 1989 etabliertes Software- und Beratungsunternehmen f├╝r GIS und verwandte Technologien. grit-Kunden kommen vor allem aus der ├ľffentlichen Verwaltung und dem Energieversorgungsbereich. Das Portfolio besteht aus Produkt- und Projektl├Âsungen und einem breiten Dienstleistungsangebot.
Hexagon Geospatial – Division von Intergraph

Hexagon Geospatial ist ein global agierender Hersteller von GIS-, Remote Sensing- und Photogrammetrie-Software. Unsere Produktfamilien Geo- Media┬«, ERDAS Imagine┬« und ERDAS Apollo sind seit vielen Jahren in den M├Ąrkten etabliert und werden in Europa ├╝ber ein dichtes Partnernetzwerk vertrieben. Mit unserem Smart M.App┬« Portfolio stehen diese Technologien auch in Cloud Umgebungen zur Verf├╝gung.

Intergraph – Division Hexagon Safety & Infrastructure

Intergraphs Division Hexagon Safety & Infrastructure ist ein weltweiter
Anbieter von Geo-L├Âsungen (GIS) sowie von Einsatzleit-/Lage-/Stabsinformationssystemen.
Unsere branchenspezifische Software erm├Âglicht die
├╝bersichtliche Darstellung, Analyse und organisations├╝bergreifende Bereitstellung
selbst von hoch komplexen Daten – zum Schutz der ├Âffentlichen
Sicherheit und Betrieb von Infrastrukturen.
SAG GmbH, Bereich CeGIT

Mit 400 Mitarbeitern bietet SAG CeGIT L├Âsungen und Dienstleistungen zu
Asset- & Netzdatenmanagement, Betriebsf├╝hrung, Instandhaltung, Trassierung,
Fernerkundung, Netzplanung und Smart Grids. Jahrzehntelange Erfahrungen
der SAG von Aufbau bis Betrieb von Energieanlagen & -netzen sind Basis unserer
L├Âsungen, die Wettbewerbs- und Zukunftsf├Ąhigkeit von Stadtwerken,
Netzbetreibern, Kommunen und Industriebetrieben nachhaltig unterst├╝tzen.

Der Nutzen solch hyperrealistischer Punktewolken bleibt mit der ebenfalls neuen Version des Web-Hosting-Service SCENE WebShare Cloud nach Angaben von FARO nicht nur Experten vorbehalten und ist nun via Internet wesentlich performanter und benutzerfreundlicher. Alle Mitglieder von Teams k├Ânnen somit einfach und schnell auf die Dokumentationsdaten zugreifen, ohne dass eine spezielle Software oder Hardware notwendig ist. Jede Datei wird dabei einzeln anhand des heute bestm├Âglichen Verschl├╝sselungsmechanismus (AEC 256) codiert, so dass ein H├Âchstma├č an IT-Sicherheit gegeben ist. Nachdem in den letzten Jahren viele Kunden bei solchen Cloud-Anwendungen entweder aus Sicherheitsgr├╝nden skeptisch oder aber in Bezug auf die Handhabung der gro├čen Datenmengen ob der mangelnden Fl├╝ssigkeit der Darstellung ablehnend waren, wird die Cloud nun nach Angaben von FARO immer st├Ąrker genutzt.

Die Punktewolken k├Ânnen folglich Aufgaben rund um die Dokumentation ├╝bernehmen, die bisher den CAD-Programmen vorbehalten waren. Der Vorteil: Da Punktewolken komplexe Vor-Ort-Verh├Ąltnisse abbilden, k├Ânnen sich Kunden virtuell in eine bestehende Umgebung hineinversetzen und die Verh├Ąltnisse vor Ort auf direktere Weise verstehen. Diese Eigenschaften nutzen zum Beispiel Gro├čkunden von FARO wie etwa der Automobilhersteller Volvo, der alle weltweiten Produktionsanlagen mit den FARO-Scannern erfasst und sie als Grundlage f├╝r weitere Planungen oder Neubauten nutzt. Das Unternehmen hat dabei die Devise ausgegeben, dass die Punktewolken Basis f├╝r alle Dokumentationsanwendungen sind, dem CAD alleine die virtuelle Planungsebene ├╝berlassen bleibt. Dieser Ansatz stellt einem Paradigmenwechsel da, denn heute ist es noch ├╝blich, die Punktewolken in die CAD-Modelle zu ├╝berf├╝hren. So kann die Punktewolke mit CAD-Funktionen erweitert werden, so dass eine umfassende 3D-Dokumentations-IT-Landschaft entwickelt werden kann. ÔÇ×Vor diesem Hintergrund wird man auch die zuk├╝nftigen FARO-Entwicklungen einordnen k├ÂnnenÔÇť, prognostiziert Oliver B├╝rkler.

www.faro.com/de