Von Wirtschaft bis zu historischen Parzellen

Das Unternehmen GFS hat sich mit dem Programm Google Maps by exmap auf die Darstellung wirtschaftlicher, soziodemographischer und kommunaler Daten spezialisiert.
Was zeichnet ein modernes digitales Nachschlagewerk aus? Es sollte im Internet auffindbar sein, eine kartenbasierte Darstellung besitzen und dort frei zoombar Informationen auf verschiedenen Ebenen darstellen können! Diese Antworten haben in den letzten Jahren viele Industrieund Handelskammern (IHKs) gegebenen und haben auf diese Weise Wirtschaftsatlanten umgesetzt, die nicht nur Auskunft zum regionalen Wirtschaftsleben bieten, sondern auch einen Service für Unternehmen und Investoren, die sich dort ansiedeln möchten.

Oben: Wirtschaftsatlas der IHK Münster, die per Web-Atlas die Wirtschaftsdaten der Region visualisiert. Unten: Auf Initiative des Heimatbundes Emsdetten hat die Stadt einen historischen Parzellenatlas online gestellt. Bilder: GFS

Oben: Wirtschaftsatlas der IHK Münster, die per Web-Atlas die Wirtschaftsdaten der Region visualisiert.
Unten: Auf Initiative des Heimatbundes Emsdetten hat die Stadt einen historischen Parzellenatlas online gestellt.
Bilder: GFS

Jenseits der etablierten GIS-Branche haben sich Anbieter spezialisiert, die solche Anforderungen abdecken; etwa einfaches Handling, leistungsfähiges Content Management oder unkomplizierte Administration. Dazu gehört das Unternehmen Gesellschaft für Softwareentwicklung (GFS) aus dem westfälischen Emsdetten. Im Umfeld des Sanierungsprojektes der ehemaligen Textilfabrik Nino AG in Nordhorn hatte das Unternehmen Mitte der 1990er Jahre erstmals das GIS genutzt, um Bauleitplanung, Monitoring der Altlastenbeseitigung, sowie Planung oder Vermarktung der Gewerbeflächen zu unterstützen.

So entstand in Nordhorn ein Web Mapping Service (WMS) mit dem Namen exmap, der den Kristallisationskern für die weiteren Entwicklungen im Bereich Altlastenmonitoring bildet und im Laufe der weiteren Entwicklungen auch auf die Darstellungsmöglichkeiten von Google Maps setzte. Gleichzeitig erweiterte sich das Anwendungsspektrum. 2006 entschloss sich beispielsweise die Stadt Lippstadt und 2008 bereits die Stadt Emsdetten für die Lösung, um eigene Stadtatlanten zu erstellen. Dieses Wissen setzte GFS dann auch bei einem dritten Anwendungsschwerpunkt ein, der sich bei Industrieund Handelskammern entwickelte. So setzte GFS im Jahr 2012 den Wirtschaftsatlas der IHK Osnabrück um, der bereits ausschließlich auf Google Maps basierte. „Die beim kleinteiligen Altlastenmonitoring gewonnenen Erfahrungen wurden dabei inhaltlich auf das großräumige Monitoring der sozio-ökonomischen Verhältnisse übertragen“, beschreibt Gerhard Woltering, Geschäftsführer der GFS. Alle Darstellungs- und Analyseinstrumente des exmap-WMS wurden dabei auch auf Basis von Google Maps realisiert, weshalb das Programm seitdem auch Google Maps by exmap heißt.

Seit 2015 ist es in der Version 2.0 verfügbar. Neben der erleichterten Bedienungsführung, einer schlankeren Kartenlegende und neuen Auswertungstechniken verweist GFS auch auf den weiter entwickelten Aktualisierungsmechanismus, der vor allem an die großvolumigen Datenbestände eines digitalen Stadtatlasses gerichtet ist.

So hat beispielsweise auch die Stadt Emsdetten auf die Version 2.0 von exmap by Google Maps umgestellt und den Stadtatlas innerhalb der stadteigenen Website implementiert. Im eingebauten Normalbild illustriert die Karte mit der themenspezifischen Startkonfiguration die Inhalte der jeweiligen Seiten. Im Vollbild steht überall der gesamte Inhalt des Stadtatlasses zur Verfügung. Der Atlas bietet ein vielseitiges Informationsangebot mit sechs Themenbereichen: Bürgerservice (Liegenschaftskataster, Grundkarten), Wirtschaft (Gewerbe-/ Baugebiete, Baugrundstücke), Kultur (historische Stadtentwicklung), Soziales (Kindergärten, Schulen, Demographie), Freizeit (Spielplätze, Sportanlagen), Stadtplanung (FPlan, BPlangebiete, BPläne inklusive ALK).

Dabei ist der Direkteinbau in mehrere Seiten möglich. Die Karten können mit der passenden Startkonfiguration eingefügt werden. „Bereits im eingebauten Normalbild verfügt der Atlas über Interaktivität“, erklärt Woltering. Dazu zählen Verschieben, Zoomen, Tipptexte oder Popups. Im Vollbild öffnet sich automatisch die Kartenlegende, so dass der Nutzer Zugriff auf den gesamten Stadtatlas erhält.

Die Bebauungspläne, Baugrundstücke, Flurstücke und Gebäude entstammen dem städtischen GIS. Die Überführung der Geodaten in die Datenbank des Internetservers erfolgt halbautomatisiert im programminternen Aktualisierungsmechanismus. „Die zeitsparenden Programmroutinen ermöglichen ein Höchstmaß an Aktualität bei geringem Kostenaufwand“, sagt Woltering.

Die Google Karten nutzen Satellitenbilder und das Wegenetz von Open Street Map, sie machen also das Bereitstellen eigener Karten und Luftbilder für Kommunen überflüssig und gewährleisten auch eine anwenderfreundliche Informationsdarbietung. „Die Bedienungsführung ist vertraut und einfach, so wie man es von Google Maps kennt. Beim Zoomen beispielsweise verändert sich je nach Ebene und Maßstab der Informationsgehalt der Seite“, beschreibt Woltering. Außerdem ist die Darstellung sehr schnell, wie man es von Google Maps gewohnt ist. Dabei gibt es zwei Einbindungsmöglichkeiten in bestehende Websites: Als Normalbild werden Stadtatlanten in einer festgelegten Startkonfiguration eingebettet angezeigt und illustrieren demnach den jeweiligen Seiteninhalt „auf einen Blick“. Wählt der Nutzer per Maus-Klick den Vollbildmodus, gewährt dies den Zugriff auf den gesamten Atlas inklusive aller Funktionen, ohne dass die Internetseite verlassen werden muss. GFS bezeichnet dies als „Eine-Kartenebene- Steuerung“.

Nutzer können die Kartengrundlage gegebenenfalls auch ohne die üblichen Google-Ebenen darstellen und alle Informationen transparent auf einer Ebene belassen. Per Snipping-Tool oder Screenshot wird dann der benötigte Kartenausschnitt als Arbeitspapier angefertigt.

Ebenso sind Spezialkarten möglich. So hat beispielsweise der Emsdettener Heimatbund ein historisches Parzellenkataster aufgebaut, das ebenso in den Internetauftritt der Stadt Emsdetten eingebunden ist. Es zeigt die Grundkarte mit eingefärbten Altparzellen aus den Jahren 1828, 1867 und 1909. Die jeweiligen Parzellen können über Punkte auf der aktuellen Stadtkarte ausgewählt werden.

www.exmap.de