Wärmewende in Mainz

Die GEF Ingenieur AG hat gemeinsam mit Thermago einen Wärmemasterplan für die Stadt Mainz erstellt, mit dem eine nachhaltige, ökologische Wärmeversorgung in Mainz und Umgebung gewährleistet werden soll.

Bild: Thermago

Bild: Thermago

Im Jahr 2008 hat sich der Mainzer Stadtrat dazu bekannt, bis zum Jahr 2020 30 Prozent des Mainzer Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtwerke-Tochtergesellschaft Thermago GmbH für die Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit dem städtischen Umweltamt und der GEF Ingenieur AG den ersten Mainzer Wärmemasterplan erstellt. Dabei handelt es sich um ein informelles Planungsinstrument zur Entwicklung von Strategien, Identifizierung von Potentialen und Erarbeitung von Handlungsvorschlägen, um mittel- und langfristig eine gesicherte, umweltfreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung für Mainz gewährleisten zu können. Der Masterplan beinhaltet künftige Maßnahmen und Projekte in der Wärmeversorgung, die die Klimaschutzziele der Stadt Mainz und der Bundesregierung berücksichtigen sowie attraktiv für die Kunden und gleichzeitig wirtschaftlich für den Versorger sein sollen.

Kernstück des Masterplans ist die Analyse des Mainzer Wärmebedarfes und die Entwicklung eines Wärmeatlas, der auf Grundlage eines 3D Modells erstellt wurde. Dieser soll Informationen zur bereits bestehenden Versorgungsinfrastruktur und zum aktuellen Wärmebedarf der Mainzer Gebäude in einer Dartenbank zusammenfassen, um unterschiedliche räumliche Darstellungen und Analysen erstellen und durchführen zu können. Zunächst wurde auf Basis städtischer Daten zur Bebauungs- und Gebäudestruktur sowie von Informationen der Stadtwerke Mainz eine für Mainz spezifische Gebäudetypologie erstellt. Mit Hilfe der in der Gebäudetypologie hinterlegten spezifischen Energiekennwerten (kWh/m³a), konnte der Wärmebedarf abgeschätzt werden. Durch eine Auswertung der bestehenden Wärmeinfrastrukturen (Gas- und Fernwärmenetze) konnten die abgeschätzten Bedarfe an die Wirklichkeit angenähert werden.

Unter der Annahme von vier unterschiedlichen Sanierungsszenarien untersuchten die Experten anhand eines Modellansatzes, wie sich der Wärmebedarf über das Stadtgebiet verteilt und wie er sich in den nächsten Jahrzehnten womöglich entwickeln wird. Dem Modellansatz zufolge sinkt der Wärmebedarf in Mainz bis zum Jahr 2030 je nach untersuchtem Szenario zwischen fünf und 24 Prozent. Die Wärmedichten in den einzelnen Gebieten würden im Laufe der Jahre durch die erfolgten Gebäudesanierungen entsprechend geringer. Auch eine rege Neubautätigkeit in Zukunft würde diesen sanierungsbedingten Rückgang im Wärmeverbrauch nicht kompensieren. Für den Masterplan wurden zudem unterschiedliche Wärmeerzeugungstechniken unter anderem auf die ökologische Eignung, die Wirtschaftlichkeit für die Bürger und den Versorger sowie auf gesetzliche Vorgaben oder technische Standards hin untersucht und bewertet. Dabei zeigte sich, dass leitungsgebundene Varianten wie die Versorgung mit Fernwärme oder mit Nahwärmenetzen sowie Erdgaskessellösungen aktuell Vorteile gegenüber anderen Techniken aufweisen. Bei der Strategie der künftigen Wärmeerzeugung in Mainz spielt daher die Fernwärme eine zentrale Rolle. Das gilt beispielsweise bei der Versorgung des Zollhafen-Areals, des Standortes der Peter-Jordan-Schule, des Lerchenbergs oder der GFZ-Kaserne in der Oberstadt. Abseits des bestehenden Fernwärmenetzes eignet sich in Gebieten mit einem hohen Wärmebedarf der Aufbau von weiteren Nahwärme-Insellösungen.

1.21 3-D-Stadtmodelle

Laut dem Masterplan sollte das bestehende Erdgas-Verteilnetz flächendeckend erhalten und in Gebieten mit eher geringem Wärmebedarf ausgebaut werden. Dort, wo die ersten drei Lösungen nicht umsetzbar sind, bieten sich individuelle Wärmeversorgungslösungen an. Die Unternehmensgruppe Stadtwerke Mainz unterstützt dabei als breit aufgestelltes Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen die Eigentümer und das Handwerk.

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