Car2X Teststrecken in Niedersachsen

Das DLR und das Land Niedersachen haben sich auf 280 Kilometer Straße als Testfeld für automatisiertes Fahren geeinigt.

Mit dem Testfeld Niedersachsen werden folgende Strecken abgedeckt: 280km im Raum Hannover, Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter mit A2, A7, A39, A391, B3, B6, B243 und Teilen des Braunschweiger Stadtgebiets. Foto: OpenStreetMap-Mitwirkende

Mit dem Testfeld Niedersachsen werden folgende Strecken abgedeckt: 280km im Raum Hannover, Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter mit A2, A7, A39, A391, B3, B6, B243 und Teilen des Braunschweiger Stadtgebiets. Foto: OpenStreetMap-Mitwirkende

Das Land Niedersachsen und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben Anfang März in einem gemeinsamen „Memorandum of Understanding“ die zukünftige Zusammenarbeit zum Testfeld für automatisiertes Fahren besiegelt. Auf den Autobahnen 2, 7, 391 und 39 sowie auf Bundes- und Landstraßen soll bis Anfang 2018 schrittweise die notwendige Technik dafür installiert werden. Auf einer Strecke von insgesamt 280 Kilometern sollen Fahrerassistenzsysteme sowie das automatisierte und vernetzte Fahren erprobt werden. Das Land Niedersachsen mit dem Wirtschaftsministerium und dem Wissenschaftsministerium sowie das DLR investieren in den schrittweisen Aufbau des Testfeldes gemeinsam fünf Millionen Euro.

Im ersten Quartal 2017 sollen die Arbeiten am Testfeld beginnen. In diesem Zusammenhang wird die Strecke hochgenau kartographiert. Nach und nach werden dann an dieser Strecke Geräte installiert, mit denen Fahrzeug- zu-Infrastruktur-Technologien (Car2X) weiterentwickelt werden können. Dies ist ein wichtiger Baustein, um zum Beispiel Funktionen zur Durchführung kooperativer Spurwechsel oder Stauwarner in Fahrzeuge zu bringen. „Durch Car2X erhalten die Fahrzeuge beispielsweise Informationen über den Zustand der Straße: Herrscht Glatteis? An welchen Stellen besteht Aquaplaning- Gefahr?“, erklärt Prof. Karsten Lemmer, Fachvorstand Energie und Verkehr des DLR. „Der Fahrer kann sein Verhalten dementsprechend anpassen und künftige Assistenzsysteme können ihn unterstützen.“ Auf dem 68 Kilometer langen Abschnitt auf der A2, 39 und 391 und auf dem 16 Kilometer langen Abschnitt der Bundestraße 295 Richtung A39 werden außerdem Masten mit Kamera- und Radarsystemen für die anonymisierte Erfassung des Verkehrs installiert. „Dadurch können wir kritische Situationen besser verstehen und den Verkehr zukünftig effizienter gestalten“, erläutert Lemmer weiter. Das Testfeld Niedersachsen ist eine offene Forschungsplattform und für wissenschaftliche Einrichtungen und weitere Partner individuell nutzbar.

Technik, die bereits an der AIM Forschungskreuzung verbaut ist, wird auch im Rahmen des Testfelds Niedersachsen installiert und genutzt. Foto: DLR, CC-BY 3.0

Technik, die bereits an der AIM Forschungskreuzung verbaut ist, wird auch im Rahmen des Testfelds Niedersachsen installiert und genutzt. Foto: DLR, CC-BY 3.0

Neben den Teststrecken auf den Autobahnen, Bundes- und Landstraßen in Niedersachsen wird auch das Testfeld in der Stadt weiter ausgebaut. Mit der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) hat das DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik mit Unterstützung des Landes Niedersachsen ein Testfeld zur Mobilitätsforschung aufgebaut.

Seit der Fertigstellung 2014 betreibt das DLR hier unter anderem eine Forschungskreuzung, eine Teststrecke auf dem Braunschweiger Innenstadtring und verschiedene Simulatoren. Das Testfeld Niedersachsen ist eine konsequente Weiterentwicklung von AIM und knüpft an die bestehende Testinfrastruktur an. Ein auf Bundesebene zurzeit in Abstimmung befindliches Testfeld im Zentrum der Stadt Braunschweig soll die Infrastrukturen AIM und Testfeld Niedersachsen um weitere Entwicklungsmöglichkeiten mit Fokus auf das automatisierte und vernetzte Fahren in Innenstädten ergänzen. „Hierdurch entsteht in der Summe eine Plattform für das Testen hochautomatisierter und vernetzter Fahrzeuge, die international einzigartig ist“, so Lemmer weiter. Neben dem DLR und dem Land Niedersachsen sind auch ADAC Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt e.V., Continental AG, IAV GmbH, NordSys GmbH, Oecon Products & Services GmbH, Siemens AG, Volkswagen AG und die Wolfsburg AG als Partner im Projekt vertreten.

www.dlr.de