Katastrophen als Antrieb: TUHH-Experten suchten lokale Erfinder mit Lösungen zur Hochwasser-Hilfe

Eine Krankenversicherung, die mit Müll bezahlt wird, ein Gras, das Hänge stabilisiert, ein DIY-Starkregenmelder und ein Monopoly zu Müllfragen – dies sind vier von zahlreichen lokalen Erfindungen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen Hochwasser, die Wissenschaftler der Technischen Universität Hamburg (TUHH) im Auftrag der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) im ländlichen Indonesien ausfindig gemacht haben. Dabei haben sie eine vornehmlich im Unternehmenskontext verankerte Vorgehensweise zur Identifizierung von Innovationen – die sogenannte Lead-User-Methode – erstmals im humanitären Sektor angewandt. Lead User seien Nutzer, die der Masse vorauseilen, die nicht erfinden, um reich zu werden, sondern um ein persönliches Problem zu lösen, so die Leitung des TUHH-Instituts für Technologie- und Innovationsmanagement. Durch intensive Recherche, Screenings und Austausch mit mehr als 100 Experten aus Firmen, Universitäten und Organisationen in elf Ländern haben sich die Wissenschaftler die Wissenspyramide hoch- und bis in die ländlichsten Regionen Indonesiens vorgearbeitet – und schlussendlich 25 Ideen aus unterschiedlichen Bereichen wie Erziehung, Gesellschaft, Software oder Service gefunden.

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