DFG-Forschergruppe: Wie extreme Hochwasser entstehen

Eine neue Forschergruppe untersucht, wie extreme Hochwasser entstehen und wie sich ihr Risiko besser voraussagen lässt. Sprecher der Gruppe ist Prof. Dr. Andreas Schumann von der Ruhr-Universität Bochum.

Sprecher der neuen Forschergruppe: Andreas Schumann. Foto: RUB, Daniel Sadrowski

Sprecher der neuen Forschergruppe: Andreas Schumann. Foto: RUB, Daniel Sadrowski

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Arbeiten des Teams mit 2,2 Millionen Euro für drei Jahre. Weitere 400.000 Euro steuert der österreichische Wissenschaftsfonds bei. Das Projekt namens „Space-Time Dynamics of Extreme Floods (Spate)“ beginnt Mitte 2017.

„Extreme Hochwasser sind in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland gehäuft aufgetreten“, sagt Schumann, Leiter des Bochumer Lehrstuhls für Hydrologie, Wasserwirtschaft und Umwelttechnik. Seine Kollegen und er analysieren in sechs großen Flussgebieten in Deutschland und Österreich, welche Bedingungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu besonders starken Hochwassern geführt haben.

Das Team berücksichtigt zum Beispiel extreme Großwetterlagen und den Einfluss der Alpen. Auch die sich anhäufenden Effekte vieler lokaler Eingriffe in die Gewässer durch Baumaßnahmen kalkulieren die Forscher ein. Im Vergleich zu normalen Hochwasserereignissen möchten sie herausfinden, welche Kombinationen von Einflussfaktoren für extreme Überschwemmungen verantwortlich sind.

Die Erkenntnisse fließen in Computersimulationen und stochastische Modelle ein. Diese spiegeln dann zum einen wider, welche Kombinationen natürlicher Bedingungen in der Atmosphäre und im Flussgebiet besonders risikoträchtig sind. Zum anderen reflektieren sie den Einfluss des Menschen und die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Faktoren. Schlussendlich sollen es die Modelle ermöglichen, das Risiko für künftige Hochwasser und deren Stärke besser zu beurteilen. Das Bochumer Team kooperiert mit Kolleginnen und Kollegen der Universitäten in Hannover, Stuttgart und Frankfurt am Main, der Technischen Universität Wien sowie dem Geoforschungszentrum in Potsdam und dem Umweltforschungszentrum in Halle.

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