GrĂŒnes Kapital

Die Stadt Tuttlingen arbeitet im Bereich der Baumkontrolle und -Pflege mit einem digitalen Baumkataster auf Basis der Software ProOffice. BARAL Geohaus-Consulting hat die EinfĂŒhrung betreut und begleitet.

Vor gut einem Jahr hat die Stadt Tuttlingen ein digitales Baumkataster auf Basis der Software ProOffice implementiert und wurde dabei von der BARAL Geohaus-Consulting AG betreut und begleitet. Im Verlauf dieses ersten Jahres hat sich viel bei der tĂ€glichen Arbeit im Bereich der Baumkontrolle und -pflege verĂ€ndert. Neben den verbesserten ArbeitsablĂ€ufen ist auch der Anwender- und Nutzerkreis der Daten deutlich grĂ¶ĂŸer geworden.

TĂ€gliche Arbeitsroutine: Einer von 11.000 BĂ€umen wird kontrolliert. Foto: Stadt Tuttlingen – Baubetriebshof

TĂ€gliche Arbeitsroutine: Einer von 11.000 BĂ€umen wird kontrolliert. Foto: Stadt Tuttlingen – Baubetriebshof

Der Wandel von der analogen Bearbeitung mit KontrollblĂ€ttern und Ablage in Ordnern, hin zur digitalen Erfassung mittels Toughpad und Speicherung in einer zentralen Datenbank, hat vor allem die Arbeit im Außenund Innendienst beeinflusst. Auf den ersten Blick erschienen die etwas arbeitsintensivere Aufnahme der BĂ€ume mit ihren Basisinformationen, die Erfassung von SchĂ€den nach einem genau vorgegebenen Schadenskatalog sowie die durchgĂ€ngige Fotodokumentation aufwendiger als die frĂŒhere Arbeitsweise. Beim genauen Hinschauen ist das neue System zeitsparend und weniger anfĂ€llig fĂŒr Fehler. Bei jeder Wiederholungskontrolle sind die Daten der vorhergehenden Begehungen direkt verfĂŒgbar und viele Eingabefelder sind bereits aus den vorhandenen Daten korrekt vorbelegt. Auch die Weiterverwertung der Daten ist in der digitalen Welt wesentlich einfacher und durchgĂ€ngiger geworden. SĂ€mtliche Pflegemaßnahmen, die sich aus den Kontrollen ergeben, sind sofort im System verfĂŒgbar und können den zustĂ€ndigen Mitarbeitern des Bauhofes zugewiesen werden. Zudem können die anstehenden Maßnahmen unterschiedlich priorisiert werden, was eine wesentlich effizientere Arbeitsweise ermöglicht.

Mit 11.000 BĂ€umen in seinem Verantwortungsbereich ist die tĂ€gliche KontrolltĂ€tigkeit fĂŒr den verantwortlichen Kontrolleur zwar eine jahresfĂŒllende Aufgabe. Allerdings zahlt sich diese akribische Arbeitsweise auch bereits nach einem Jahr aus: Lagen vorher kaum gesicherte Informationen zu den einzelnen BĂ€umen und Baumgruppen vor – nur wenige Einzelpersonen „kannten“ die BĂ€ume – so haben jetzt alle zustĂ€ndigen Mitarbeiter der Stadt Zugriff auf die erhobenen Daten, die wesentlich mehr Informationen beinhalten als zuvor. Dazu hat nicht zuletzt die Fotodokumentation der BĂ€ume und ihrer EinzelschĂ€den beigetragen, mit der die Interpretation der vorliegenden Daten wesentlich einfacher vonstatten geht.

Dies hat zu einer hohen Transparenz der Daten innerhalb der gesamten Stadtverwaltung gesorgt. In allen Bereichen konnten die Notwendigkeit der Arbeiten und die Dringlichkeit der festgelegten Maßnahmen besser wahrgenommen werden. SĂ€mtliche Entscheidungsprozesse, bis hin zu den Arbeiten der GrĂŒnplaner, die ebenfalls Zugriff auf den Datenbestand haben, sind durch das neue Baumkataster effizienter und nachvollziehbarer geworden. Dies gilt insbesondere fĂŒr die FĂŒhrung der Baumhistorie, denn erst dadurch werden die Entwicklung der einzelnen BĂ€ume und die Auswirkung der unterschiedlichen Pflegemaßnahmen deutlich.

Zur breiten Akzeptanz des Systems hat vor allem die gute Planung der SystemeinfĂŒhrung beigetragen. ZunĂ€chst wurden die vorhandenen Daten beurteilt. Dabei stellte sich schnell heraus, dass lediglich die Übernahme von circa 4.000 Baumstandorten, von denen auch nur etwa die HĂ€lfte ĂŒber Informationen zur Baumart verfĂŒgte, Sinn ergab. ZusĂ€tzlich wurden diese BĂ€ume bei der Minimigration den bereits vorliegenden Pflegebezirken und GrĂŒnanlagen zugeordnet. Das System wurde als Hostingprojekt bereitgestellt, um die IT-Abteilung der Stadt so wenig wie möglich mit den Themen Internetfreigabe und IT-Sicherheit zu belasten. Zudem hatten allen interessierten und an den Verfahren beteiligten Dienststellen von Beginn an Zugriff auf das Baumkataster. Dies schaffte schnell eine hohe Akzeptanz fĂŒr die Software und das Thema BĂ€ume.

Im Außendienst arbeiten die Baumkontrolleure in Tuttlingen mit ProOffice mobile+ und waren schnell von der ArbeitsoberflĂ€che auf dem robusten Panasonic-Toughpad begeistert. Mit der SystemeinfĂŒhrung wurde gleichzeitig eine PrioritĂ€tenliste fĂŒr die in vielen Bereichen notwendige Ersterfassung aufgestellt. Hier haben BĂ€ume auf SpielplĂ€tzen, öffentlichen GrĂŒnanlagen bei Schulen und KindergĂ€rten, sowie „alte“ StraßenbĂ€ume Vorrang. Der Jungbaumbestand bleibt zunĂ€chst unberĂŒcksichtigt. Ein durchweg positives Fazit der EinfĂŒhrung des Baumkatasters zieht Klaus Schmid-Droullier, zustĂ€ndiger Mitarbeiter des Baubetriebshofes: „Durch das neue Baumkataster hat sich die Rechtssicherheit im Bereich der BĂ€ume deutlich erhöht. Das grĂŒne Kapital der Stadt Tuttlingen lĂ€sst sich, vor allem auch fĂŒr die politische Seite, wesentlich besser darstellen. Mit der aktuellen Baumkontrolle sind wir voll auf der Höhe der Zeit.“ Auch die Vergabe von Maßnahmen der Baumpflege an Dienstleister gestaltet sich durch die gute Datengrundlage wesentlich einfacher, so Schmid-Droullier.

Die nĂ€chsten Schritte sind bereits geplant. So sollen zukĂŒnftig auch alle Baumpflegetrupps mit der mobilen Variante von ProOffice ausgestattet werden. Die Dokumentation der erfolgten Arbeiten erfolgt dann direkt im Feld und der Zugriff auf noch aktuellere Daten soll damit fĂŒr alle Prozessbeteiligten weiter verbessert werden können.

www.baral-geohaus.de