Mit Radarsatelliten gegen Packeis

Das Forschungsschiff Akademik Tryoshnikov hat seine „Antarctic Circumnavigation Expedition“ erfolgreich abgeschlossen und ist am 25. April 2017 mit dem internationalen Forscherteam in Bremerhaven eingelaufen. Ziel der Arktisumrundung war es, Informationen über die Dicke und Beschaffenheit der Eisdecke zu sammeln, um die Navigation in eisbedeckten Gewässern zu verbessern.

Erstmals wurden dabei neben Radarbildern auch aus Satellitendaten generierte Eiskarten, die Rückschlüsse auf die Dicke und die Befahrbarkeit des Eises erlauben sollten, an Bord geschickt. Unterstützt wurde das Forscherteam auf dem Schiff von Wissenschaftlern der Forschungsstellen für Maritime Sicherheit des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR) in Bremen und Neustrelitz mit Aufnahmen der Radarsatelliten TerraSAR-X und Sentinel-1. Die Expedition in der Antarktis sei ohne ernste Zwischenfälle verlaufen. Dank der Informationen aus dem All hätten sich unnötige Umwege vermeiden und damit schlussendlich Treibstoff sparen lassen.

TerraSAR-X macht Meereis und Eisberge sichtbar. Foto: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.

TerraSAR-X macht Meereis und Eisberge sichtbar. Foto: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.

Das DLR betreibt in Bremen und Neustrelitz die Forschungsstellen „Maritime Sicherheit“, die mit ihren Arbeiten zur Gewährleistung einer sicheren Schifffahrt und zum Schutz der Meere und Küstengewässer beitragen, sowie Behörden bei der Bekämpfung illegaler Aktivitäten wie der Verklappung von Gefahrstoffen, illegaler Fischerei oder Piraterie unterstützen sollen. In Bremen entwickelte thematische Prozessoren, etwa zur Detektion von Schiffen oder Eisbergen, werden in die hierfür in Neustrelitz entwickelten Systeme eingebunden und operationalisiert. Diese integrierte Lösung beinhaltet dann auch weitere Module wie die Datenfusion und Produktgenerierung einschließlich der Auslieferung an den Nutzer. Der neue Prozessor zur Erzeugung aktueller Eiskarten ermittelt direkt nach Empfang der Satellitenaufnahmen Lage und Ausmaß verschiedener Eistypen wie beispielsweise „junges Eis“ oder „mehrjähriges Eis“. Dabei analysiert er bestimmte Merkmale im Bild, die dem menschlichen Betrachter entgehen. Zur Zeit werden weitere Prozessoren entwickelt. So sollen hochaufgelöste Driftfelder detaillierten Einblick in die Bewegung des Meereises geben.

In der Sicherheitsforschung des DLR werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit sicherheitsrelevantem Bezug in Abstimmung mit den Partnern in Staat, Wissenschaft, Industrie und internationalen Organisationen geplant und gesteuert. Der Querschnittsbereich Sicherheitsforschung verknüpft dabei die Kernkompetenzen aus den etablierten DLR-Programmen der Luftfahrt, Raumfahrt, Energie und des Verkehrs. Insgesamt mehr als zwanzig DLR-Institute und -Einrichtungen liefern im Rahmen ihrer sicherheitsrelevanten Arbeiten Beiträge zur Entwicklung, Erprobung und Bewertung von Technologien, Systemen und Konzepten sowie zur Analyse- und Bewertungsfähigkeit hinsichtlich sicherheitsrelevanter Anwendungen.

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