Offene GNSS-Lösung

Die aktuelle Produktfamilie an GNSS-Receivern von STONEX besitzt ein offenes Systemdesign, um den Anwendern grĂ¶ĂŸtmögliche FlexibilitĂ€t bei der Realisierung von Vermessungslösungen zu bieten.

Datenerfassung via Tablet: Das GerÀt tauscht Daten via Bluetooth mit dem STONEX S5 aus. Foto: OpenPort GmbH

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Das GerÀt tauscht Daten
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STONEX S5 aus. Foto: OpenPort GmbH

Sollen GNSS-Lösungen fĂŒr die Vermessung angeschafft werden, lohnt der Blick in die Zukunft: Mit welcher Hardware man spĂ€ter einmal in welchen Anwendungen eine Koordinate mit welcher Genauigkeit erfassen muss, kann niemand genau vorhersagen. Das Angebot an leistungsfĂ€higer Hardware wĂ€chst bestĂ€ndig und selbst das „normale“ Handy schickt sich an, ein hochgenaues ErfassungsgerĂ€t zu werden. GNSS-Infrastruktur sollte also nicht nur stabil, performant und kostengĂŒnstig sein, gefragt ist immer mehr die Offenheit, sprich die FĂ€higkeit, mit anderen GerĂ€ten, Laptops oder Softwarelösungen Daten austauschen zu können. Genau dies ist seit jeher die Zielrichtung der GNSS-Familie der italienischen Firma Stonex. 2016 folgte eine neue GerĂ€tegeneration, die dieses Konzept konsequent weiter denkt.

Die neuen EmpfĂ€ngertypen S5, S9i und S10 stellen GNSS-Systeme dar, die nicht nur im Vergleich zu der vorherigen EmpfĂ€ngergeneration kompaktere Abmessungen und demnach eine höhere „Technologiedichte“ besitzen. Das Besondere an den Lösungen ist, dass sie die Offenheit gegenĂŒber der Integration in weitere Hardware- und Softwareprodukte weiter ausbauen, um daraus Lösungen fĂŒr die Erfassung von hochwertigen Geodaten zu realisieren. DafĂŒr zeigen sich die Stonex-GNSS-EmpfĂ€nger auf allen Ebenen der Signalverarbeitung bereit fĂŒr die Verbindung mit weiteren Systemen. Auf der Plattform des Betriebssystems LINUX ist ein sogenanntes Web-Interface lauffĂ€hig, das mit WLAN-fĂ€higen Smartphones und Tablet PCs auf sehr einfache Art angesprochen werden kann. „Dazu bedarf es noch nicht einmal einer Softwareinstallation, denn der systemeigene WLAN-Hotspot mit feststehender IP-Adresse ermöglicht in Sekundenschnelle den Zugriff auf die BenutzeroberflĂ€che des EmpfĂ€ngers“, erklĂ€rt Thomas Schmitt vom deutschen Distributor OpenPort. Hier können nun umfassend Einstellungen vorgenommen und Informationen zum Status der Messung angezeigt werden, ohne dass zusĂ€tzliche Programme installiert werden mĂŒssen. Das Web-Interface verfĂŒgt ĂŒber eine einfache MenĂŒstruktur, ĂŒber die zum Beispiel der Korrekturdatendienst, die Soforteinwahl oder das NMEA-Setup konfiguriert werden kann.

STONEX-GNSS EmpfĂ€nger können dabei alle modernen GNSS-Signale auswerten, ohne dass Freischaltungen von Signaltypen gegen Aufpreis erforderlich sind. Sie beinhalten Einfrequenz- und Zweifrequenz-EmpfĂ€nger und sind mit der IP-Schutzklasse 67 fĂŒr Schutz gegen Staub und Wasser zertifiziert. Die Herstellergarantie (bei Stonex sind zwei Jahre Standard) kann auf bis zu vier Jahre erweitert werden (fĂŒr 400 Euro pro Jahr).

Auch bei der Entwicklung ist Stonex offen. So gibt es Zugriff auf die Informationen zur Programmierung der GNSS-Systemtreiber, sodass Softwareentwickler die Möglichkeit haben, eine enge Integration mit hauseigenen Lösungen zu realisieren.

Ebenso wichtig ist die Erschließung der mit großer Geschwindigkeit wachsenden Zahl von GIS-orientierten Applikationen, die ĂŒber eine NMEA-Schnittstelle korrigierte Positionen von den GNSS-Sensoren beziehen. „Dies ist bei STONEX-GerĂ€ten kostenfrei und nahezu universell fĂŒr die Datengewinnung auf verschiedenen Betriebssystem-Plattformen nutzbar“, beschreibt Schmitt. Die NMEA-Ausgabe kann flexibel via RS232, Bluetooth oder WLAN geschehen.

Da das Handy-Betriebssystem Android fĂŒr die Vermessung immer wichtiger wird, ist es auch möglich, jede beliebige Android-App mit Zentimetergenauigkeit zu betreiben. DafĂŒr gibt es eine STONEX Connector App, die ĂŒber den Play Store kostenfrei zur VerfĂŒgung steht. Sie ermöglicht es, dass der Receiver via Android bedient werden kann (ĂŒber Bluetooth-Verbindung) und die Daten an nahezu jede GIS-App ĂŒbermittelt werden können. In der Kopfzeile des Bildschirms des Android-GerĂ€tes ist bei Nutzung des Connectors ein kleines STONEX Symbol als Indikator sichtbar. Über vier Farbkennungen wird der Anwender ĂŒber den Genauigkeitsstatus der GNSS-Messung informiert (Autonom, DGPS, Float, Fix). „Dies ist eine wichtige funktionelle Erweiterung fĂŒr Apps, die keinen Genauigkeitsstatus anzeigen“, sagt Schmitt. Diese FunktionalitĂ€t richtet sich insbesondere an GIS-orientierte Anwender, die damit jederzeit hochwertige Geodaten mit beliebigen mobilen Hardwaresystemen erfassen können. Auch unter schwierigen Bedingungen: STONEX S9i und STONEX s10 haben eine elektronische Libelle, beim s10 ist sie auch ein inertiales Messsystem erweitert, das nicht nur das Messen mit schrĂ€g gehaltenem Messstab ermöglicht. Dadurch ist es zum Beispiel auch möglich, dass das Messen ab einer bestimmten Neigung vom GerĂ€t automatisch unterbunden wird, um so grĂ¶ĂŸere Messfehler zu vermeiden.

Der STONEX S10A liefert Korrekturdaten ĂŒber das Atlas-Netzwerk. Foto: STONEX Deutschland

Der STONEX S10A liefert Korrekturdaten
ĂŒber das Atlas-Netzwerk. Foto: STONEX Deutschland

Neuer Stonex S10A mit Atlas-Korrekturdaten

Der neue STONEX S10A EmpfĂ€nger gleicht optisch dem bereits seit 2015 lieferbaren S10, ist jedoch in der Lage, weltweit und unabhĂ€ngig von einem herkömmlichen Korrekturdatendienst, eine genaue Position zu ermitteln. Die Grundlage hierzu liefert der Atlas Correction Service. Er kann in drei verschiedenen Genauigkeitsklassen (4 cm, 15 cm und 50 cm RMS) wie ein herkömmlicher Datendienst gebucht werden. Der Dienst nutzt die KorrekturdatenĂŒbertragung ĂŒber das L-Band der Satelliten und ist ĂŒberall dort nutzbar, wo keine Infrastruktur fĂŒr terrestrische Korrekturdaten vorhanden ist. Die ebenfalls mit dem S10A nutzbare aRTK-Technologie kann auch in hiesigen Regionen sinnvolle Hilfe bieten. Bei schlechter Mobilfunkabdeckung kann mit aRTK eine Initialisierung im Falle des Abrisses des Korrekturdatenstroms fĂŒr einige Minuten mit nur geringfĂŒgig reduzierter Genauigkeit aufrecht erhalten werden.

www.stonex.de