Universität der Bundeswehr: Satelliten sollen Geisterfahrer erkennen

Prof. Bernd Eissfeller von der Universität der Bundeswehr München hat einen neuen Algorithmus entwickelt, der Geisterfahrer über Galileo-Signale aufspürt, um andere Autofahrer rechtzeitig vor ihnen zu warnen.

Foto: Balder

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Hintergrund ist, dass laut Angaben des ADAC im vergangenen Jahr 2.200 Warnmeldungen zu Falschfahrern im Verkehrsfunk abgesetzt wurden. Mit einem Geisterfahrerwarnsystem wollen das Institut für Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung der Universität der Bundeswehr München und das Institut für Ingenieurgeodäsie der Universität Stuttgart Fahrer anhand von Signalen des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo wieder auf die richtige Spur bringen und Verkehrsteilnehmer schützen.

Fahrzeuge könnten Galileo-Signale im Zusammenspiel mit anderen Sensordaten zum Beispiel künftig nutzen, um sich selbst im Straßenverkehr zu orten und zu navigieren. Im Vorhaben „Ghosthunter“ will Prof. Eissfeller Geisterfahrern eine möglichst genaue Position auf einer digitalen Karte zuweisen. Ein auffälliger Warnhinweis im Fahrzeug könnte Autofahrer, die nur versehentlich auf die falsche Spur abbiegen, rasch auf ihren Fehler aufmerksam machen – bevor ihnen andere entgegen kommen. Auch diese sollen über den Galileo-Empfänger im Auto gewarnt werden. Über eCall sendet das Fahrzeug per Satellit selbstständig einen Notruf mit den genauen Koordinaten an eine Leitzentrale. So könne die Leitstelle betroffene Autofahrer über den Verkehrsfunk rechtzeitig informieren und Unfälle mit Geisterfahrern möglicherweise verhindern. eCall soll ab April 2018 in allen Neuwagen Pflicht sein.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln im Projekt „Ghosthunter“ noch bis Ende des Jahres praxisnah eine Testversion. Das Projekt beruht auf einer Initiative des Raumfahrtmanagements des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

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