Straßeninfrastruktur für konventionelle und hochautomatisierte Fahrzeuge

In Inframix werden unterschiedliche Szenarien für die Straßeninfrastruktur der Zukunft erprobt. Foto: Wittelsbach bernd/ iStockphoto

In Inframix werden unterschiedliche Szenarien für die Straßeninfrastruktur der Zukunft erprobt. Foto: Wittelsbach bernd/ iStockphoto

Im Projekt INFRAMIX wollen elf europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den nächsten drei Jahren eine hybride Straßeninfrastruktur entwickeln, die für einen effizienten und sicheren Mischverkehr bestehend aus konventionellen und hochautomatisierten Fahrzeugen sorgt. Zum INFRAMIX-Projektteam gehören unter anderen der österreichische Straßeninfrastrukturbetreiber ASFINAG sowie Siemens, TomTom und BMW. In verschiedenen Verkehrsszenarien, wie einer dynamischen Spurzuweisung für hochautomatisierte Fahrzeuge oder einer Fahrbahnverengung vor einer Baustelle, soll die hybride Straßeninfrastruktur in der Simulation erprobt werden. Im Anschluss soll sie auf Teststrecken in Österreich, Spanien und Deutschland überprüft werden. Das Projekt wird von der Europäischen Union im aktuellen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizon 2020, gefördert.

Der Schwerpunkt in INFRAMIX liegt dabei vor allem in der Modellierung und Entwicklung neuer Algorithmen zur Bewertung und Validierung des Mischverkehrs. In Zukunft kann dann bewertet werden, ob automatisierte Roboter-Busse den Verkehrsfluss wirklich verbessern oder ob die schrittweise Reduzierung der Privatfahrzeuge zwar zu weniger parkenden Fahrzeugen am Straßenrand führt – aber vielleicht ebenso zu mehr Leerfahrten. Im nächsten Schritt werden dann Möglichkeiten einer digitalen Straße wie z. B. eine dynamische Anzahl von Spuren ausgelotet.

Die Forscher des Geschäftsbereichs Smart Mobility am Fraunhofer FOKUS haben eine vernetzte »Local Dynamic Map« (LDM++) entwickelt, die in dem Projekt in die virtuelle sowie reale Erprobung eingebaut wird. Die LDM++ verknüpft die digitale HD-Karte mit aktuellen Daten der Umgebung, z. B. den Geschwindigkeiten der Nachbarfahrzeuge, und weiteren Sensorinformationen. Gleichzeitig werden diese Informationen mit den Verkehrsleitzentralen ausgetauscht. Die Datenanalyse und der -austausch erfolgen über eine sichere Cloud-Infrastruktur. Die Forscher vom Fraunhofer FOKUS führen mit den Projektpartnern zudem die virtuelle Erprobung der verschiedenen Szenarien durch und nutzen dafür ihre Simulationsumgebung VSimRTI.

www.fokus.fraunhofer.de