Vulkane als Klimafaktor: Ausbrüche in hohen und mittleren Breiten wirken sich unerwartet stark aus

04122017

Ausbreitung der Vulkanemissionen des Sarychevs (rotes Dreieck). Foto: Forschungszentrum Jülich / Wu, Griessbach, Hoffmann

Nicht nur Vulkane in den Tropen, sondern auch weiter nördlich oder südlich gelegene Vulkane wirken sich je nach Jahreszeit auf die gesamte Erdatmosphäre aus. Das hzaben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und des Forschungszentrums Jülich nun mithilfe von Computersimulationen und Satellitenbeobachtungen nachgewiesen.

Dr. Xue Wu, Forscherin vom chinesischen Key Laboratory of Middle Atmosphere and Global Environment Observation (LAGEO), arbeitet seit eineinhalb Jahren als Gastwissenschaftlerin im Simulation Laboratory Climate Science des Jülich Supercomputing Centre (JSC). Gemeinsam mit Jülicher Expertinnen und Experten hat sie Computersimulationen durchgeführt und mit Satellitendaten aus mehreren Quellen verglichen, um den Transport der Aerosole nach dem Ausbruch des Sarychev-Vulkans auf den russischen Kurilen im Sommer 2009 zu untersuchen.

Mit den Berechnungen und Messdaten ließe sich schon jetzt der Anstieg von Aerosolteilchen in der tropischen Stratosphäre nachvollziehen, der in den letzten Jahren beobachtet worden war. Vier Prozent der vulkanischen Aerosole aus der Sarychev-Eruption gelangten demnach in die tropische Stratosphäre. Das entspricht 60.000 Tonnen an schwefelhaltigen Aerosolteilchen und ist um ein Vielfaches mehr als die 15.000 bis 20.000 Tonnen pro Jahr, die erforderlich sind, um den Anstiegstrend im letzten Jahrzehnt zu erklären.

Video: Ausbreitung der Emissionen des Sarychev-Vulkans: https://www.youtube.com/watch?v=Sob45i1ViBQ

www.fz-juelich.de