Vom Entwurf bis zur Abrechnung

Das Portfolio von BricsCAD wird um weitere BIM-Funktionalität ergänzt. Neu ist auch ein kostenfreies Entwurfs-Werkzeug, das auf einer einheitlichen Modellierungsumgebung aufsetzt.

Die BIM-Modellierung schließt alle Gewerke mit ein. Foto: MERViSOFT GmbH

Die BIM-Modellierung schließt alle Gewerke mit ein. Foto: MERViSOFT GmbH

Die durchgängige Datenhaltung im Rahmen von Building Information Modeling (BIM) soll viele Vorteile bringen. Im Idealfall kann zum Beispiel auf eine doppelte Erfassung von Daten vom ersten Entwurf des Architekten bis zur Ausführung der verschiedenen Gewerke und deren Abrechnung komplett verzichtet werden. Treten im Lauf des Bauprojekts Änderungen auf, müssen so nicht an vielen verschiedenen Stellen die Pläne geändert werden. Voraussetzung dafür ist, dass das virtuelle Modell des Gebäudes nicht nur die Entwürfe des Architekten und die Ausführungsplanungen der einzelnen Fachplaner enthält, sondern auch direkt zur Abrechnung der einzelnen Leistungen herangezogen werden kann. Diesen Anspruch verfolgt das Modul BricsCAD BIM, dass ab der BricsCAD Platinum Version genutzt werden kann. Das BIM Add-In integriert nach Angaben des Herstellers vollständige BIM-Funktionalität in die dwg-basierte CAD-Software und synchronisiert alle 2D-Schnitte, Pläne und Details mit dem 3D-Modell. Es kombiniert den 3D Entwurfs-Modeler mit der vollständigen IFC-zertifizierten BIM Funktionalität. Somit ist es möglich, über den gesamten typischen Designablauf in der gewohnten .dwg. Plattform zu arbeiten. Das Werkzeug unterstützt also sowohl die Planung als auch die Abwicklung von Bauprojekten.

„BIM bezieht sich nicht nur auf die geometrischen Informationen des Gebäudes, wie sie der Architekt in seinem Entwurf und der anschließenden Planung erstellt. Das Datenmodell bildet auch die technischen Details, die in der Ausführungsplanung benötigt werden, aus den einzelnen Planungsdisziplinen ab“, beschreibt Dirk Redmer, Geschäftsführer von Mervi- Soft, Distributor und Repräsentant des belgischen Bricscad-Herstellers Bricsys in Deutschland.

Darin seien sogar Informationen, die das ausführende Unternehmen für Kalkulation und Abrechnung benötigt, enthalten. Somit sind die Möglichkeiten geschaffen, eine durchgängige Digitalisierung eines Bauprojekts zu implementieren.

Neues, kostenfreies Entwurfs-Tool

Präsentationsmodell in BricsCAD BIM: Anwender greifen auf Elemente wie Wände, Fenster etc. zu und können diese bearbeiten. Foto: MERViSOFT GmbH

Präsentationsmodell in BricsCAD BIM:
Anwender greifen auf Elemente wie Wände, Fenster etc.
zu und können diese bearbeiten. Foto: MERViSOFT GmbH

Mit BricsCAD Shape gibt es auch ein neues Werkzeug, mit dem Architekten den ersten Entwurf eines Gebäudes umsetzen können. Dieses nach Angaben von Mervisoft einfach und intuitiv zu bedienendes Entwurfswerkzeug soll Anfang des Jahres kostenfrei zur Verfügung stehen. Es arbeitet, wie die CAD-Software auch, auf Basis des Datenformats .dwg. Das Präsentationsmodell des Architekten kann also nach der Abnahme durch den Bauherrn direkt in BricsCAD weiterverwendet werden. Der Planer kann das Präsentationsmodell einfach in BricsCAD BIM öffnen und direkt daran weiterarbeiten. Dabei werden die einzelnen Elemente, wie Wände, Fenster, Türen, Säulen etc., klassifiziert und mit den passenden Eigenschaften versehen. In den Ansichten und Schnittzeichnungen werden alle Details automatisch synchronisiert. Und auch die Kalkulation kann auf diese Weise direkt realisiert werden, wenn die entsprechenden BIM-Informationen dem Modell hinzugefügt werden. Die Fachplaner der weiteren Ingenieurdisziplinen können ebenfalls das gleiche Modell verwenden. „Auf diese Weise profitieren auch die TGA-Gewerke – von der Elektrotechnik bis zur Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik von BIM“, so Mervisoft.

BricsCAD BIM verwendet das Datenschema Industry Foundation Classes (IFC), das international in der ISO 16739:2013 normiert ist. Mit IFC ist ein Austausch von Daten auch zwischen verschiedenen Software-Lösungen möglich. Das Datenschema beinhaltet Informationen aller am Bauprojekt mitwirkender Disziplinen über den gesamten Lebenszyklus.

Cloud-Service

Eine durchgängige Datenhaltung im Rahmen von BIM bietet nur dann Vorteile, wenn alle Projektbeteiligten tatsächlich stets die aktuellen Daten zur Verfügung haben. Dafür bietet BricsCAD den Cloud-Service Bricsys 24/7 an. Ein Viewer ist integriert, so dass eine separate BricsCAD-Lizenz nicht notwendigerweise installiert sein muss, um die Daten zu sichten. Der Service bietet zahlreiche Funktionen, die nach Angaben des Herstellers kollaboratives Arbeiten sehr komfortabel machen. Konkret sollen dies beispielsweise Nutzer- und Zugriffsrechte-Verwaltung, Kommunikation, Aufgabenverwaltung oder die Erstellung von Formularen und Berichten sein.

www.mervisoft-gmbh.de