Lagrange-Mission: Das Weltall im Blick

OHB hat den Auftrag für eine ESA-Studie zur Lagrange-Mission gewonnen. Diese hat zum Ziel, mittels Satelliten Weltraum-Wetter-Phänomene und Weltraumschrott rund um die Erde zu überwachen.

Künstlerische Darstellung einer künftigen Space Weather Mission. Foto: ESA / A. Baker

Künstlerische Darstellung einer künftigen Space Weather Mission. Foto: ESA / A. Baker

Die OHB System AG, ein Tochterunternehmen des Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, hat Anfang Februar mit der Europäischen Weltraumagentur ESA den Vertrag für eine Studie zur satellitengestützten Beobachtung von Wetterphänomenen im All unterschrieben. Die Studie trägt den Titel „Lagrange-Mission” und wurde im Rahmen des ESA-Programms „Space Situational Awareness” ausgeschrieben. Das Auftragsvolumen liegt bei 3,3 Millionen Euro.

Die Lagrange Mission ist ein gemeinsames Projekt der ESA und der NASA. Ziel ist es, eine Satellitenkonstellation aufzubauen, mit der die Weltraumumgebung der Erde sowie Weltraum-Wetterphänomene überwacht werden können. Die Sonne steht dabei besonders im Fokus, weil sie als Zentralgestirn des Sonnensystems maßgeblichen Einfluss auf die Erdumgebung hat. So können etwa hochenergetische Partikel von der Sonne nicht nur die sensible Elektronik von Satelliten beschädigen, sondern auch Telekommunikations- und Stromnetze auf der Erde beeinträchtigen. Bei extremen Ereignissen kann es sogar zu großflächigen Stromausfällen kommen. OHB wird nun eine Sonde für eine Mission zum sogenannten „Lagrange-Punkt 5” entwerfen, der rund 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt liegt und als besonders stabil gilt. Durch die Satellitenkonstellation würde sich die Vorwarnzeit für Space Weather Effects von derzeit einigen Stunden auf vier bis fünf Tage ausdehnen, so OHB.

Darüber hinaus soll die Technologie Auflösung, Qualität und Geschwindigkeit der Beobachtungen der Sonne deutlich erhöhen. Zwar gibt es etwa mit der ESA-NASA Sonde „SOHO“ bereits Satelliten, die diese Phänomene überwachen. Die „SOHO“- Sonde ist jedoch sehr alt und muss in naher Zukunft ausgetauscht werden. Vor diesem Hintergrund arbeitet OHB neben der Studie nach eigenen Angaben daran, auch den Auftrag für den Bau des Satelliten zu erhalten. Die Entscheidung dazu soll im Sommer 2019 fallen. Im Rahmen der Lagrange- Mission hat die ESA noch zwei weitere Studien in Auftrag gegeben, um die dazu nötigen Instrumente bestimmen zu können. Die OHB System AG ist an einer dieser beiden Studien als Unterauftragnehmer mit dem Instrument „Magnetometer” beteiligt, welches das Magnetfeld zwischen Erde und Sonne in drei Dimensionen rund um den Satelliten misst.

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