Soll-Ist-Überprüfung in Echtzeit

Softwarelösungen, die den Soll-Ist-Zustand von Produkten in Echtzeit überprüfen und so teure Nacharbeiten vermeiden, gibt es in der Automobil- und Maschinenbaubranche bereits seit einigen Jahren. Mit BuildIT Construction bringt FARO nun ein Programm für die Baubranche auf den Markt, das auf diesen Softwarelösungen basiert – und ähnliche Vorteile bietet.

Geht es nach Andreas Gerster, dem Vizepräsidenten von FAROs Geschäftseinheit Construction BIM, werden Baustellen immer mehr zu ausgelagerten Fabriken, die Bau- und Prüfungslösungen benötigen. Grund genug für den Laserscannerhersteller, mit BuildIT Construction eine Softwarelösung anzubieten, die genau an dieser Problematik ansetzt: „Mit BuildIT Construction können Anwender einzigartige und unmittelbare Kontrollen über das gesamte Projekt hinweg durchführen – und das direkt auf der Baustelle und innerhalb von nur wenigen Minuten.” Dafür kombiniert FARO seine Laserscanner mit BuildIT Construction und erschafft so ein Werkzeug, das Abweichungen und Fehlplanungen frühzeitig erkennen und vermeiden kann. „Die Kontrollfunktion von BuildIT Construction funktioniert schon während des Bauprozesses. So kann beispielsweise bereits bei einer gerade gegossenen Betonfläche nachvollzogen werden, ob Ungenauigkeiten in der Ebenheit bestehen”, sagt Udo Hädicke, der verantwortliche Produktmanager von BuildIT Construction.

Da somit bereits im laufenden Prozess Abweichungen ausgebessert werden können, werden Nacharbeiten und Ausschuss drastisch verringert. Zudem soll das Verfahren nach Herstellerangaben wesentlich effektiver als bisherige Methoden sein: Wie Hädicke erklärt, könne der gesamte Kontrollprozess für einen Scan innerhalb von nur rund 20 bis 30 Minuten abgewickelt werden.

Wenig Aufwand, viel Ertrag

Mit BuiltIT Construction und Scans können Veränderungen der Bausubstanz über einen längeren Zeitraum sichtbar gemacht werden. Foto: FARO

Ziel von BuildIT Construction ist es, Qualitätskontrollmethoden, die in der industriellen Fertigung schon lange angewendet werden, auch auf Baustellen zu ermöglichen. Dabei ist die Funktionsweise von BuildIT Construction recht simpel. Hädicke dazu: „Zunächst wird das vom Architekten erstellte BIM-Modell über die Modellimportfunktion in die Softwarelösung übertragen. Anschließend kann der Scanprozess über eine WLAN-Verbindung zwischen BuildIT Construction und dem Laserscanner aus der Software heraus gestartet werden. Der Scanner misst dann den im Vorfeld definierten Objektbereich – also den realen Ist-Zustand des Bauobjekts – und überträgt die so erstellte Punktwolke direkt in BuildIT Construction.”

Hier könne die Punktwolke ausgewertet und etwaige Abweichungen durch eine Überlagerung von Entwurf und Scandaten erkannt werden. „Zudem kann der Anwender in der Software den Toleranzbereich von Ungenauigkeiten definieren: Liegt dieser beispielsweise bei fünf Millimetern, werden alle Abweichungen, die diese Toleranz überschreiten, farblich markiert”, erklärt der Produktmanager.

Dabei verfolgt FARO bei der Überprüfung des Rohbaus einen anderen Ansatz als bisherige Methoden: „Normalerweise wird die Kontrolle – etwa bei der Überprüfung der Bodenebenheit – mittels einer punktuellen Messung durchgeführt, wir scannen jedoch die komplette Fläche”, so Hädicke. Dadurch könnten nach Angaben des Produktmanagers mögliche Abweichungen für die im Vorfeld definierte Objektfläche erkannt und über den Tracer farblich markiert werden. „Es werden also auch solche Fehler erkannt, die bei anderen Methoden durchs Raster fallen würden”, beschreibt Hädicke die Vorteile der FARO-Softwarelösung. Die Genauigkeit der Methode ist dabei in erster Linie vom eingesetzten Laserscanner abhängig, BuildIT Construction selbst kann nach Herstellerangaben auch hochpräzise Daten verarbeiten.

Ziel: Risikominimierung für Bauprojekte

Beispiel Bodenunebenheit: Die Software erlaubt eine umfängliche Toleranzauswertung. Foto: FARO

Neben der Möglichkeit, mittels des Soll-Ist-Datenabgleichs zu kontrollieren, ob das Objekt gemäß den Plandaten errichtet wurde, können auch falsche Platzierungen oder fehlende Merkmale wie etwa Wände, Träger oder Stützen schnell erkannt werden. Als weiteres Highlight von BuildIT Construction beschreibt FARO die Toleranzauswertung bezüglich der Bauablaufplanung: Diese soll den Bauträger dabei unterstützen, die termingerechte Ausführung des Projekts (4D-Analyse) durch die Reduzierung von Ressourcen, Zeitbedarf und Ausschuss sowie die Echtzeit-Überprüfung einzuhalten. Auch das Risiko für ein Bauprojekt soll nach Herstellerangaben durch den Einsatz von BuildIT Construction minimiert werden. Mithilfe einer Monitoring-Funktion kann beispielsweise überprüft werden, ob es am Bauwerk Verschiebungen und Bewegungen gibt, die die strukturelle Festigkeit des Objekts gefährden könnten.

Mit BuildIT Construction bedient FARO in erster Linie die Interessen der Baubranche. Die Softwarelösung ist für die Nutzung mit FARO-Laserscannern optimiert, kann nach Herstellerangaben aber auch mit externer Hardware kombiniert werden. Zudem lassen sich alle gängigen CAD-Dateiformate in BuildIT Construction importieren.

Eine kostenfreie Demoversion der Software ist unter https://3d-apps.faro- europe.com/product/buildit-construction-trial/ zu finden.

www.faro.com