Erhaltungsmanagement: Intelligente Fortf├╝hrung der Stra├čenbestandsdaten im GIS

Aussagekraft und Verl├Ąsslichkeit eines Erhaltungsmanagements sind ma├čgeblich von der Qualit├Ąt der Ausgangsdaten abh├Ąngig. Dies gilt sowohl f├╝r die Stra├čenzustandsdaten als auch f├╝r die Stra├čenbestandsdaten. Beide in Abh├Ąngigkeit zueinander in der Datenfortf├╝hrung zu handhaben, ist Ziel eines neuen Werkzeuges.

Auf kommunaler Ebene steht am Anfang eines Stra├čenerhaltungsmanagements in der Regel der Aufbau eines Knoten- Kanten-Modells, vervollst├Ąndigt durch Stra├čenbestandsdaten wie zum Beispiel Fahrbahnfl├Ąchen, Rad- und Gehwege, Rinnen, Leuchten und Schilder. Die Erfassung dieser Daten erfolgt unter dem Aspekt der Realfl├Ąchen, -linien oder -punkte. Alle erfassten Bestandsdaten weisen ├╝ber einen Schl├╝sselwert einen eindeutigen Bezug zu einer Kante auf.

F├╝r das Erhaltungsmanagement werden im Allgemeinen an den Bestandsfl├Ąchen des Stra├čenraumes zus├Ątzliche Informationen zum Zustand als wesentliche Grundlage erhoben. Dies erfolgt in der Regel aus einer Kombination von visuellen und messtechnischen Parametern. Damit wird eine Art ÔÇ×MomentaufnahmeÔÇť erzeugt, die den aktuellen Bestand und den Zustand der Stra├če beziehungsweise des Stra├čensegments abbildet. ÔÇ×Eine verl├Ąssliche Aussage zur weiteren Entwicklung der Stra├če bez├╝glich des zuk├╝nftigen Zustands kann mit diesen Ausgangsdaten nur bedingt abgeleitet werdenÔÇť, sagt Ralf Behrens, Spezialist f├╝r Stra├čenmanagement bei der IP SYSCON GmbH. Spezielle Anwendungen zum Erhaltungsmanagement, welche Prognosen und Entwicklungsszenarien f├╝r den Stra├čenraum berechnen, bedienen sich in solchen F├Ąllen standardisierter Entwicklungsverl├Ąufe, die vornehmlich auf Erfahrungswerten basieren, und wenden diese dann auf die Momentaufnahme zum jeweiligen Stra├čenzustand an. Somit lassen sich Prognosen zur Stra├čenzustandsentwicklung ermitteln, die aber eine gewisse Unsch├Ąrfe mit sich bringen. Vor diesem Hintergrund stellt IP SYSCON ein spezielles Werkzeug zur Verf├╝gung, das Anwender f├╝r den individuellen Fortf├╝hrungsfall (zum Beispiel durch einen kommunalen Facharbeiter) ma├čgeblich unterst├╝tzen soll.

Gesch├Ąrfte Aussagekraft

Ein zentraler Aspekt des Werkzeugs ist die Ber├╝cksichtigung einer zur├╝ckliegenden Entwicklung des Zustands eines Stra├čensegmentes.

Das Werkzeug PrioVia┬«, das bereits seit 2010 auf dem Markt ist, unterst├╝tzt Anwender f├╝r den individuellen Fortf├╝hrungsfall ma├čgeblich. Foto: nts Ingenieurgesellschaft mbH

ÔÇ×Dies ist die Grundlage, um die Aufstellung einer Prognose f├╝r die Zukunft zu verbessernÔÇť, sagt Behrens. Verl├Ąsslichkeit und damit die Aussagekraft dieser Entwicklungsberechnungen sollen also gesch├Ąrft werden, indem die Ausgangsinformationen erweitert werden. Daf├╝r werden die Stra├čen beziehungsweise die einzelnen, fachlich sinnvollen Stra├čensegmente in einem angemessenen Zeitraum wiederholt hinsichtlich ihres Zustands betrachtet. Nach Empfehlung der Forschungsgesellschaft f├╝r Stra├čen- und Verkehrswesen e. V. (FGSV) sollte dies alle vier bis f├╝nf Jahre geschehen. Die Ergebnisse der Betrachtung werden dann in Fachdatenbanken und Geoinformationssystemen verwaltet. Somit ist eine Voraussetzung f├╝r eine Stra├čenzustandsbewertung ├╝ber mehrere Jahre geschaffen. Bei unver├Ąnderter Bestandsgeometrie ist es so theoretisch m├Âglich, die Historie der Zustandsentwicklung an einem Stra├čensegment vollst├Ąndig abzubilden. Basierend auf diesen erweiterten Ausgangsdaten k├Ânnen dann die Programme eines Erhaltungsmanagements zur Berechnung von zuk├╝nftigen Zustandsentwicklungen verl├Ąsslichere Ergebnisse liefern. ÔÇ×Dies ist aber nur dann idealtypisch m├Âglich, wenn die zugrunde liegende Bestandsgeometrie des Stra├čensegments ├╝ber alle Messkampagnen der Zustandsbetrachtung identisch bleibtÔÇť, beschreibt Behrens. ├ändert sich die zugrunde liegende Fl├Ąche zwischenzeitlich, zum Beispiel durch Bauma├čnahmen oder Sanierungen, ist eine intelligente Fortf├╝hrung der Bestandsgeometrie gefordert ÔÇô zuz├╝glich der entsprechenden Verwaltung der bisher zugeh├Ârigen Zustandsdaten.

Zwei Wege, ein Ziel

├änderungen am Stra├čenbestand k├Ânnen im Allgemeinen auf zwei Wegen in den Datenbestand eingebracht werden: Einzeln und direkt nach der jeweiligen Bauma├čnahme, zum Beispiel durch einen kommunalen Fachmitarbeiter, oder in Summe ├╝ber das ganze oder Teile des Stra├čennetzes im Zuge einer Befahrung durch einen Dienstleister mit seinem Messfahrzeug.

1.18 Stra├čenerhaltungsmanagement

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Das Werkzeug hilft dem Anwender zum Beispiel zu kl├Ąren, wie mit den Fortf├╝hrungen am Bestand und dem Zustand umzugehen ist. Dabei k├Ânnen, so der Hersteller, die neuen Bestandsdaten einfach ├╝ber den Altbestand gezeichnet oder der Altbestand ver├Ąndert werden. Das System archiviert daraufhin jeweils die Altbestandsdaten samt der Zustandsinformation, f├╝hrt notwendige Verschneidungsfunktionen im GIS aus und legt die neuen Bestandsdaten mit Bezug zu den Alt-Ausgangsdaten im zugrunde liegenden Datenbanksystem an. ÔÇ×├ťber sogenannte ÔÇÜVorg├Ąnger- NachfolgerÔÇś-Informationen wird eine l├╝ckenlose Dokumentation der Bestands- und Zustandsdaten in der Datenbank und im GIS abgebildetÔÇť, so Behrens. ├ťber einen Zeitstempel k├Ânnen vergangene Konstellationen zu beliebigen Zeitpunkten wieder aufgerufen, abgefragt und angezeigt werden.

Im Falle der Fortf├╝hrung des Stra├čennetzes (entweder von gro├čen Teilen oder des gesamten) durch einen Dienstleister in einem Arbeitsschritt muss nach Auffassung von IP SYSCON bei der Datenintegration in die Datenbank und in das GIS gesondert vorgegangen werden. Hierzu haben die Firmen IP SYSCON und die eagle eye technologies GmbH ein gemeinsames Konzept erarbeitet, das f├╝r die zuk├╝nftigen gemeinsamen Projekte ein standardisiertes Verfahren vorsieht. Es basiert auf der Grundlage, den neuen und den bisherigen Datenbestand in seiner Gesamtheit zu betrachten und an den einzelnen Stra├čensegmenten ├╝ber sogenannte Flags zu kennzeichnen, welche Funktionen und Arbeitsschritte die IP SYSCON-Datenbank und das GIS an dem jeweiligen Fl├Ąchenst├╝ck durchzuf├╝hren haben. Die Daten werden dann strukturiert und aufeinander aufbauend abgelegt. Aktuell noch in der gemeinsamen Umsetzung begriffen, soll dieses Verfahren einen der wesentlichen Arbeitsschritte zu einem effektiven Erhaltungsmanagement f├╝r die kommunalen Verwaltungen in Deutschland abbilden. So sollen Kommunen noch bessere M├Âglichkeiten haben, die Qualit├Ąt der Stra├čen zu analysieren und auf dieser Basis nachhaltig zu bewirtschaften.

www.ipsyscon.de