3D-Scanning-Lösung für die Lüfte

FARO und STORMBEE haben gemeinsam ein System für das luftgestützte Scannen von großen Baustellen, Autobahnen oder Zugstrecken entwickelt. Zum Einsatz kommen Laserscanner der Focus-Serie und der STORMBEE UAV S20.

Unternehmenspartnerschaften sind auch in der Geo-Branche keine Seltenheit. Durch solche Kooperationen können Firmen ihre Kompetenzen bündeln, neue Märkte erschließen und technologischen Fortschritt erreichen.

Sinnvolle Symbiose: FAROs Focus-Laserscanner und der STORMBEE UAV S20 sollen gemeinsam die Produktivität von Vermessungen steigern. Foto: FARO Europe GmbH & Co. KG

Diesen Weg wollen nun auch der Laserscanner- Hersteller FARO aus Korntal- Münchingen und STORMBEE, ein belgischer Drohnenfabrikant, gemeinsam beschreiten: Bereits seit Ende September 2018 arbeiten die Unternehmen daran, eine integrierte, kostengünstige und leistungsstarke 3D-Scanning-Lösung für die Lüfte zu entwickeln. Im Fokus steht dabei FAROs Komplettlösung Traceable Construction (siehe Kasten), die einzelne FARO-Produkte vereinen und Projekte somit transparenter machen soll. Zum Einsatz kommen Laserscanner der FARO Focus-Serie, der STORMBEE UAV S20 sowie die BEEFLEX-Software- Suite.

Verbesserte Produktivität

Ziel der Zusammenarbeit ist es, auch Laserscans aus großen Entfernungen und Höhen reibungslos durchführen zu können. Wie die Unternehmen angeben, könnte die Vermessung von beispielsweise Autobahn- oder Zuginfrastrukturen, großen Baustellen und Gebäuden oder Tagebaugruben somit innerhalb weniger Stunden fertiggestellt werden. Das bedeutet nicht nur eine Zeitersparnis für den Anwender, auch der Verkehr beziehungsweise laufende Arbeiten können verlustfrei weitergehen. Darüber hinaus verbessere die luftgestützte Lösung die Produktivität, da auch komplexe Umgebungen wie etwa Fabriken oder chemische Anlagen, die für normale Bodenscans nicht zugänglich sind, erfasst werden können, so FARO. Für den Anwender von Vorteil ist dabei auch die hohe Genauigkeit, die der FARO Focus-Laser verspricht – selbst bei hoher Fluggeschwindigkeit der Drohne. Die aufgenommenen Daten können anschließend in FAROs BuildIT Construction-Software heruntergeladen werden, um die Qualitätskontrolle und den Baufortschritt der Konstruktion zu überwachen. Auch können CAD-Modelle mithilfe der As-Built Suite von FARO erstellt werden – ganz im Sinne von FAROs Traceable Construction.

Die Drohne

FAROs Traceable Construction – mehr als eine Vision
Der Messspezialist FARO aus Korntal-Münchingen hat bereits im Jahr 2018 seine neue Vision Traceable Construction vorgestellt (Business Geomatics berichtete). Ziel von Traceable Construction ist es, die einzelnen FARO-Produkte in einer Komplettlösung zu vereinen und somit Bauprojekte transparenter und nachvollziehbarer zu machen. Die Datenerfassung soll dabei eine lückenlose Dokumentation von allen Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes oder einer Einrichtung ermöglichen. Die gespeicherten Daten schaffen eine Historie von Messungen, auf die während der Design-, Bauund Betriebsphase für Rückverfolgungen oder Prüfungen zurückgegriffen werden kann. Zudem wird nach FARO-Angaben der Soll-Ist-Vergleich in der Vorfertigung, die Dokumentation einzelner Baustellen sowie die Kontrolle der Genauigkeit mittels CAD-Daten unterstützt. (jr)

Die STORMBEE-Drohne wurde speziell für das Laserscanning mit dem FARO Focus-Laserscanner entwickelt. Eine der Hauptanforderungen dabei war die Benutzerfreundlichkeit des UAV. So kann die Drohne, die mit einer maximalen Geschwindigkeit von etwa 50 km/h und einer Flugzeit von rund 15 Minuten aufwartet, mithilfe einer speziellen App vom Start bis zur Landung vollautomatisch betrieben werden. Dabei kann der STORMBEE UAV S20 bis zu 25 Kilogramm in die Luft bringen. Bedenkt man sein Leergewicht von etwa 15 Kilogramm, stellt also auch der 4,2 Kilogramm schwere Focus- Laserscanner den S20 nicht vor Probleme. Auch verfügt das System über Sicherheitsfunktionen, die einerseits dafür sorgen, dass das Fluggerät auch dann sicher landen kann, wenn einer der Motoren ausfallen sollte. Andererseits lassen sie das Gerät auch dann an den Startpunkt zurückkehren, wenn keine Verbindung zwischen UAV und Pilot besteht. Der Laserscanner wird mithilfe eines Adapters an die Drohne angeschlossen. Dieser versorgt den Scanner nicht nur mit Strom, auch kann er in weniger als zwei Minuten montiert und demontiert werden. So können Nutzer schnell zwischen statischem, terrestrischem Scannen und der Anwendung aus der Luft wechseln. Beide Punktwolken können anschließend zu einer einzigen zusammengefasst werden.

STORMBEE bringt neben seiner Kompetenzen im UAV-Bereich auch seine BEEFLEX-Software in die Kooperation mit ein. Eigenen Angaben zufolge können Anwender mit der benutzerfreundlichen Lösung Punktwolken auf Zentimeter-Ebene direkt aus den aufgenommenen Daten erstellen. Zudem sorge die intuitive Benutzeroberfläche dafür, dass nahezu jeder Anwender die Software innerhalb von nur einer Stunde beherrsche – ungeachtet seiner Vorkenntnisse. Die in BEEFLEX erstellten Daten können anschließend direkt in FARO SCENE exportiert werden, um sie zu analysieren und/oder Luftaufnahmen mit detaillierten Daten von terrestrischen Scannern zu kombinieren.

Ein neuer Maßstab

„STORMBEE hat seine UAV-Expertise durch Tests unter realen und strengsten Bedingungen nachgewiesen”, sagt Liesbeth Buyck, CEO von STORMBEE: „Aus diesem Grund sind wir zuversichtlich, dass die schlüsselfertige Lösung einen neuen Maßstab für Zuverlässigkeit und Qualität für 3D-Datenerfassungslösungen aus der Luft schafft.” ( jr)

www.faro.com
www.stormbee.com