Die wärmsten vier Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Das EU-Umweltbeobachtungsprogramm Copernicus hat die ersten Zahlen zur globalen Durchschnittstemperatur für das Jahr 2018 herausgegeben. Neben der Temperatur gibt demnach auch die CO2-Konzentration Grund zur Sorge.

Das europäische Umweltmonitoring- Programm Copernicus beobachtet unter anderem das globale Klima und die Erdatmosphäre. Dafür gibt es gleich mehrere Services, welche die Daten sammeln, analysieren und veröffentlichen. Dazu zählen auch der Copernicus Climate Change Service (C3S) und der Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS).

Wie die Aufzeichnung von C3S und CAMS nun belegen, waren die letzten vier Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung – also seit über 200 Jahren. Insgesamt war das Jahr 2018, das eine globale Luft-Durchschnittstemperatur von 14,7°C aufwies, über 0,4°C wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Die durchschnittliche Temperatur der letzten fünf Jahre lag sogar 1,1°C über dem vorindustriellen Meridian. Ebenfalls besorgniserregend: Die atmosphärische CO2-Konzentration stieg nach CAMS-Angaben auch im Jahr 2018 kontinuierlich an.

Lufttemperatur gemessen in zwei Metern Höhe für das Jahr 2018, abgebildet in Relation zum Meridian der Jahre 1981 bis 2010. Grafik: C3S, ECMWF

„Der C3S liefert Daten über Klima- Messgrößen wie die Lufttemperatur, die Eisdecke von Seen und hydrologische Werte, beispielsweise Niederschlagsmengen”, erklärt C3S-Leiter Jean-Noël Thépaut. „2018 haben wir erneut ein sehr warmes Jahr erlebt. Insgesamt war es das viertwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Drastische Klimaereignisse, etwa der warme und trockene Sommer in weiten Teilen Europas oder die steigende Temperatur in der Arktisregion, sind beunruhigende Zeichen.”

Die auffälligsten Wärmeunterschiede lokalisierten die Forscher in der Arktis – besonders in und nördlich der Beringstraße zwischen Russland und den USA sowie um Spitzbergen. Zudem wiesen nahezu alle Landgebiete von Europa und dem Mittleren Osten bis zum Westen der USA deutlich wärmere Temperaturen als in den Vorjahren auf. Im Gegensatz dazu erlebten der Nordosten Nordamerikas und einige Gebiete in Zentralrussland und -asien unterdurchschnittliche Jahrestemperaturen.

Die C3S-Temperaturdaten stellen den ersten vollständigen Datensatz für das Jahr 2018 dar, der sowohl jährliche Abweichungen als auch global gemittelte Bereiche beinhaltet. C3S kann diese Aufzeichnungen so schnell bereitstellen, da der Service tagtäglich mehrere Millionen Land-, See-, Luftund Satellitenmessungen verarbeitet. Die erhobenen Daten werden in ein Rechenmodell überführt und ausgewertet. Somit können Nutzer die daraus entstehenden, zuverlässigen Schätzungen von Temperaturen zu jeder gewünschten Zeit und an jedem beliebigen Ort abrufen – auch für nicht so stark überwachte Gebiete wie die Polarregionen.

Copernicus liefert erste Zahlen für die Durchschnittstemperatur im Jahr 2018 – und zur CO2-Konzentration. Foto: pixabay (JADEO/Jean-Christophe ANDRE)

Die für den C3S-Datensatz genutzte Methode wird zudem durch verschiedene Datensätze erweitert. Diese verwerten hauptsächlich bodengestützte Temperaturmessungen. Die verschiedenen Datensätze werden kombiniert und ergeben so einen detailgetreuen Überblick über die globale Durchschnittstemperatur. In einer Langzeitanalyse stellten die Forscher fest, dass die globale Temperatur der Luft an der Erdoberfläche alle fünf bis sechs Jahre um durchschnittlich 0,1°C gestiegen ist.

Die CO2-Konzentration wird durch die Kombination der C3S- und der CAMS-Datensätze analysiert. Diese basieren auf den Copernicus-Satellitendaten. Die Satelliten messen die durchschnittliche CO2-Konzentration einer gesamten Luftsäule über einem bestimmten Gebiet. Solche Daten werden XCO2 genannt. Da höher gelegene atmosphärische Schichten – beispielsweise die Stratosphäre – im Normalfall weniger CO2 beinhalten, sind die XCO2-Werte zumeist geringer als die CO2-Werte, die in Nähe der Erdoberfläche gemessen werden. ( jr)

www.climate.copernicus.eu