Autobahnsanierung: Pilotprojekt bei Stra├čen NRW mit CAD-L├Âsung VESTRA von AKG

Der Landesbetrieb Stra├čenbau NRW nutzt f├╝r ein Pilotprojekt am Niederrhein das CAD-System VESTRA von AKG. Ziel des Vorhabens ist es, einen Autobahnab schnitt zu sanieren und neue Erkenntnisse ├╝ber BIM-Methoden zu gewinnen.

Mit dem Stufenplan zur BIM-Einf├╝hrung hat Ex-Bundesverkehrsminister Dobrindt bereits Ende 2015 festgelegt, dass alle Infrastrukturprojekte des Bundes ab dem Jahr 2020 mithilfe von BIM-Methoden geplant und gebaut werden sollen. Damit ist auch f├╝r den Bereich Stra├čenbau das Thema BIM (Building Information Modelling) in den Fokus ger├╝ckt: So hat sich beispielsweise der Landesbetrieb Stra├čenbau NRW bereits Ende 2017 dazu entschlossen, in der zweiten Phase des Stufenplans ein eigenes Pilotprojekt aufzulegen. Bei der Projektbearbeitung setzt die Stra├čenbauverwaltung auf das CAD-System VESTRA der AKG Software Consulting GmbH.

Mit dem BIM-Viewer in VESTRA INFRAVISION ÔÇô in fr├╝heren Versionen 3D-Viewer ÔÇô lassen sich die Vermessungsergebnisse detailliert veranschaulichen. Foto: AKG

Mit dem BIM-Viewer in VESTRA INFRAVISION ÔÇô in fr├╝heren Versionen 3D-Viewer ÔÇô lassen sich die Vermessungsergebnisse detailliert veranschaulichen. Foto: AKG

Bei der Auswahl des Pilotbereichs war f├╝r den Landesbetrieb Stra├čenbau NRW ma├čgeblich, m├Âglichst einen Bereich abzudecken, in dem bislang erst wenige Erfahrungswerte mit BIM-Methoden vorliegen. Daher fiel die Wahl auf das Projekt ÔÇ×A40 Erhaltungsentwurf Bundesgrenze bis Anschlussstelle WachtendonkÔÇť. Dieses wird von der zust├Ąndigen Regionalniederlassung Niederrhein in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe BAB bearbeitet.

AIA und BAP

Seit Mitte 2018 ist das Projekt offiziell als Pilotprojekt des Bundes gemeldet. Ziel ist es, Instandsetzungsma├čnahmen der A40 mitsamt Erneuerung der Entw├Ąsserung auf einer Strecke von etwa 11 Kilometern L├Ąnge umzusetzen und dabei neue Erkenntnisse ├╝ber BIM zu erlangen. Dar├╝ber hinaus ist der Ersatzneubau von drei Br├╝cken, Querneigungsverbesserungen und die Errichtung von barrierefreien Notrufs├Ąulen Teil des Vorhabens. Dazu musste der Landesbetrieb Stra├čenbau NRW im ersten Schritt die vertraglichen Rahmenbedingungen im Rahmen der BIM-Methodik n├Ąher beleuchten. ÔÇ×Daf├╝r haben wir zun├Ąchst eine Auftraggeber-Informationsanforderung (AIA) sowie den BIM-Abwicklungsplan (BAP) in den drei Bereichen Strecke, Br├╝cke und Landschaftspflege erstelltÔÇŁ, berichtet Dipl.-Ing. Oliver Fellinger, Projektleiter beim Landesbetrieb Stra├čenbau NRW. Zeitgleich mussten die zu verwendenden Programme und ihre Schnittstellen sowie die IT-Umgebung festgelegt werden.

Topographische Karte f├╝r gesamten Projektbereich

F├╝r die Entwurfserstellung hat sich der Landesbetrieb ÔÇô wie schon in zahlreichen anderen Projekten ÔÇô f├╝r das Stra├čenbauprogramm VESTRA von AKG Software entschieden. ÔÇ×Dar├╝ber hinaus kommen f├╝r den Bereich Br├╝ckenbau im Zuge des Pilotprojekts zwei verschiedene Programme (Autodesk Revit und Siemens NX; Anm. d. Red.) zum Einsatz, um zus├Ątzlich einen Vergleich ziehen zu k├Ânnen. F├╝r die Landespflege wird das Programm ArcGIS von Esri genutztÔÇŁ, so Oliver Fellinger.

Als Grundlage f├╝r die weitergehende Planung wurde zu Beginn des Planungsprozesses die Vermessungsabteilung des Landesbetriebs damit beauftragt, f├╝r den gesamten Projektbereich eine topographische Aufnahme inklusive Kanaldaten durchzuf├╝hren sowie aktuelle Katasterdaten zu bestellen. Alle Daten mussten f├╝r eine problemlose BIM-Bearbeitung mit Fachbedeutungen belegt sein bzw. in den Objektkatalog f├╝r das Stra├čen- und Verkehrswesen (OKSTRA) aufgenommen werden.

Digitalisierung der Daten

Um eine reibungs- lose Weitergabe der Daten sicherstellen zu k├Ânnen, hat AKG einen Spline-Konverter in seine Software implementiert. Foto: AKG

Um eine reibungs- lose Weitergabe der Daten sicherstellen zu k├Ânnen, hat AKG einen Spline-Konverter in seine Software implementiert. Foto: AKG

ÔÇ×Parallel zur Datenerfassung wurde auch eine Laserscanbefahrung durchgef├╝hrt. W├Ąhrend der Bearbeitung erwiesen sich Splines aufgrund ihrer unterschiedlichen Berechnung in den verschiedenen Programmen als ungeeignet f├╝r eine Weitergabe von DatenÔÇŁ, berichtet Oliver Fellinger. ÔÇ×Leider haben wir dies jedoch erst erkannt, als die Vermessung schon bestand und Teile der Planung bereits existierten. Deswegen waren wir auf die Expertise von AKG angewiesen: Das Softwarehaus implementierte einen Spline-Konverter in die aktuelle Version der VESTRA-Anwendung und sorgte so f├╝r eine problemlose Weitergabe der Daten.ÔÇŁ

Im n├Ąchsten Projektschritt mussten die bestehenden Bohrkerne sowie die Ergebnisse der Bodengutachten ebenfalls digitalisiert werden, um sie als Horizonte bzw. Ebenen weitergeben zu k├Ânnen. Dies ist bei VESTRA in der Querprofilbearbeitung mit den bestehenden Bausteinmodulen machbar und wurde f├╝r jede Bestandsspur und je Bohrkernbereich separat eingegeben.

Derzeit l├Ąuft f├╝r den Projektbereich eine Kanalbefahrung zur exakten Bestimmung der Schadensbilder an den Entw├Ąsserungsleitungen bzw. den Sch├Ąchten. Hierbei soll darauf geachtet werden, dass die Informationen zur Weiterverarbeitung digital erfasst werden. Oliver Fellinger dazu: ÔÇ×Die Grunddaten daf├╝r stammen aus der Vermessung und wurden anhand der landesbetriebseigenen Stra├čeninformationsbank (NW-SIB) ├╝ber die ISYBAU-Schnittstelle weiter aufgearbeitet.ÔÇŁ Im Rahmen des Projekts nutzte der Landesbetrieb dar├╝ber hinaus den neuen Kanalmanager sowie den BIM-Viewer in VESTRA INFRAVISION. ÔÇ×Der Kanalmanager erlaubt es uns, eine Vielzahl von Daten und Attributen aus dem Kanalbestand bzw. der Planung zu erfassen und weiterzugeben. ├ťber den BIM-Viewer wiederum kann zielgenau die Informationen zum Kanal abgefragt werden, die gerade im 3D-Fachmodell ben├Âtigt wirdÔÇŁ, so der Projektleiter.

Vorteile von BIM

Der BIM-Viewer erlaubt es Anwendern, zielgenau die Information abzurufen, die gerade im 3D-Fachmodell ben├Âtigt wird. Foto: AKG

Der BIM-Viewer erlaubt es Anwendern, zielgenau die Information abzurufen, die gerade im 3D-Fachmodell ben├Âtigt wird. Foto: AKG

Das Pilotprojekt ist noch nicht abgeschlossen. Derzeit erfolgt die Kollisionspr├╝fung, die im Rahmen des Zusammenf├╝hrens der verschiedenen 3D-BIM-Fachmodelle zu einem 3D-Koordinations- modell erforderlich ist. Sobald ein fehlerfreies 3D- Modell aufgestellt wurde, folgt die weitere Planung in der 4. (Kosten) und der 5. Dimension (Zeitplan) gem├Ą├č BIM. Hierf├╝r m├╝ssen Programme noch angeschafft und entsprechende Schulungen der Mitarbeiter durchgef├╝hrt werden. Dar├╝ber hinaus zielt der Landesbetrieb auf die Erstellung einer gemeinsamen Datendrehscheibe CDE (Common Data Environment) ab.

ÔÇ×Als Zwischenfazit des Pilotprojekts ist besonders herauszustellen, dass die BIM-Methodik in der Stra├čenplanung von einer disziplinierten digitalen Datenerfassung mit allen zugeh├Ârigen Attributen abh├Ąngig istÔÇť, res├╝miert Oliver Fellinger. ÔÇ×Die freien Daten-Schnittstellen (ISYBAU, OKSTRA, XML, IFC usw.) m├╝ssen zum Standard in allen f├╝r die Infrastrukturplanung verwendeten IT-Programmen werden. Die IT-Anforderungen an die Bearbeiter wie auch an die Hardware sind hierdurch deutlich gestiegen. Erfolgt die Datenerfassung konsequent, bietet die BIM-Methode jedoch in allen Bereich zahlreiche Vorteile.ÔÇť (jr)

Halle 3, Stand F3.036

www.akgsoftware.de