Neues Aeroscout-Flugsystem zur Intergeo: Doppelte Payload bei doppelter Flugzeit

Aeroscout hat zu seinen Flugsystemen den Scout B-330 hinzugefügt. Er kann aufgrund doppelter Payload nicht nur verschiedene Sensoren in einem Flug kombinieren, sondern soll auch zweimal so lange fliegen wie sein Vorgänger.

Die Google Earth Ansicht der differenziellen interferometrischen Phase und die Kohärenz zwischen zwei SAR-Aufnahmen in einem dreiminütigen Zeitintervall. Foto: Gamma Remote Sensing

Die Google Earth Ansicht der differenziellen interferometrischen Phase und die Kohärenz zwischen zwei SAR-Aufnahmen in einem dreiminütigen Zeitintervall. Foto: Gamma Remote Sensing

Für Luftaufnahmen mit UAV-Systemen stehen Anwender oft vor der Frage, was ihnen wichtiger ist: Eine höhere Payload für größere Kamerasysteme oder eine längere Flugzeit, um große Gebiete abzudecken. Mitunter wird nur eine der beiden Wunschausstattungen erfüllt. Die Schweizer Firma Aeroscout GmbH zeichnet sich bei ihren benzinbetriebenen Flugsystemen durch beides aus – große Nutzlasten und lange Flugzeiten. Und das in Kombination. Zum Scout B1-100 UAV, der in den letzten Jahren verschiedene Projekte für das luftgestützte Laserscanning realisiert hat, gesellt sich zur Aeroscout-Produktfamilie zur Intergeo ein neues Flugsystem: Der Scout B-330 UAV.

Das neue UAV bietet Anwendern zweifach doppelte Leistung. Zum einen hat Aeroscout die Payload nahezu verdoppelt. Statt wie bei der Helikopterdrohne B1-100 18 Kilogramm, soll der B-330 30 Kilogramm in die Luft bringen können. Die Flugzeit hat sich dabei nicht verringert – sondern auch noch einmal zugelegt. Aeroscout gibt nun drei anstelle von eineinhalb Stunden an, bei einer Tankfüllung von 20 Litern Benzin. Dies bietet die Möglichkeit, neben wissenschaftlicher Hightech-Sensorik ebenso Kombinationen von verschiedenen Sensoren in einer Flugsitzung einzusetzen. So wird beispielsweise die Inspektion von Hochspannungsleitungen mit einem RIEGL VUX-1UAV Laserscanner mit Taglichtkameras, Corona-Kameras oder Spektralkameras im Zusammenspiel möglich. Das maximale Abfluggewicht des B-330 liegt dabei bei 140 Kilogramm. Dass sich die Präzision einer 3D-Punktwolke stetig weiter erhöht und die Daten auch für das Reverse-CAD-Engineering genutzt werden können, habe etwa die Befliegung von Hochspannungsmasten gezeigt.

B1-100: Praxistest mit SAR-Sensor

Mit verschiedenen Kamera- und Sensorsystemen lassen sich Hochspannungsmas- ten so präzise erfassen, dass sie auch für das Reverse-CAD-Engineering genutzt werden können. Foto: Acernis AG

Mit verschiedenen Kamera- und Sensorsystemen lassen sich Hochspannungsmas- ten so präzise erfassen, dass sie auch für das Reverse-CAD-Engineering genutzt werden können. Foto: Acernis AG

Die Helikopter-Drohnen von Aeroscout können je nach Projekteinsatz ausgestattet und unter verschiedenen Bedingungen genutzt werden. Im letzten Winter wurde auf dem Vorgänger B1-100 das GAMMA L-Band SAR System integriert, ein Performance-Test an einem Bergmassiv in den Schweizer Alpen durchgeführt und die Daten nachfolgend interferometrisch ausgewertet. Die Test- ergebnisse zeigen, so berichten beide Unternehmen, eine hohe Bild- bei gleichzeitig hoher interferometrischer Datenqualität. Die Voraussetzungen für diese seien durch die Payload-Eigenschaften, die stabile Fluglage und eine hochgenaue INS/GNSS-Navigation der Helikopter-Drohne gewährleistet gewesen. Das drohnengestützte GAMMA L-Band SAR-System soll zukünftig als Ergänzung zu bodengestützten und satellitengestützten radarbasierten Deformationsmessungen eingesetzt werden.

Auf der Messe können sich Besucher sowohl über das neue Flugsystem B-330 UAV als auch die verschiedenen Kamera- und Sensorsysteme und ihre möglichen Kombinationen informieren. (vb)

Halle 1, Stand I1.024

www.aeroscout.swiss

www.gamma-rs.ch