Nach der Flut kommt das Grundwasser

Die mit Hochwässern einhergehenden Grundhochwässer werden beim Hochwasserschutz nur marginal beachtet, obwohl sie starke Schäden anrichten können. Das sagt zumindest Franz-Peter Heidenreich, Referatsleiter Kreislaufführung und Bautechnik der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ein Projekt am Beispiel der Stadt Hamminkeln, die im Einzugsgebiet der Issel liegt, wurden die Wechselwirkungen zwischen Hochwasserereignissen und deren Schutzmaßnahmen auf das Grundwasser untersucht. Mithilfe des Projekts, das die DBU fachlich und finanziell mit 124.000 Euro förderte, wurden Ursachen für Grundhochwässer ausgemacht und verschiedene Möglichkeiten skizziert, um die Situation vor Ort zu verbessern.

Im Raum Hamminkeln kam es 2016 zu großflächigen Überflutungen durch zwei Hochwasserereignisse. Foto: Planungsbüro Koenzen

Aufbauend auf Recherchen und Analysen und mit Hilfe von digitalen Instrumenten wurde für das untersuchte Gebiet ein umfangreiches dreidimensionales Grundwassermodell aufgestellt, das den Istzustand beschreibt. „Auf Basis dieses Modells haben wir verschiedene Szenarien berechnet. Neben den Auswirkungen des HWSKs haben wir auch die Grundhochwasserproblematik ganz allgemein untersucht“, erklärt Projektleiter Joachim Steinrücke von der ProAqua Ingenieursgesellschaft für Wasser- und Umwelttechnik.

Im Projekt wurde untersucht, wie sich verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel das Steuern der Rheinpolder, also Rückhalteräume bei Hochwässern, auf das Grundwasser auswirken. Steinrücke: „Die Polder haben geringeren Einfluss auf die Grundhochwässer als erwartet. Auch die künstlichen Seen im Rheinvorland, die neben den Poldern oft als Ursache der Grundhochwässer gesehen werden, wurden untersucht. Im Nahbereich des Rheins haben diese sogar teilweise einen positiven Effekt auf eindringendes Grundwasser.“ Die Probleme ließen sich vielmehr auf eine Kombination von Flusshochwasser und anhaltende Niederschläge zurückführen. Um die Probleme zu verringern, seien erste Maßnahmen skizziert worden, die aber noch weiter untersucht werden müssen.

www.dbu.de