Flug über die Alpen
Die bayerische Vermessungsverwaltung arbeitet beständig an der Detailtiefe seines flächendeckenden DGMsIm Flugzeug-Cockpit über Bayern fliegen, die einzelnen Häuser der Ortschaften erkennen, über den Badesee, kurz in München zwischengelandet und dann weiter in Richtung Alpen – und das alles am Bildschirm. Mit leistungsfähigen Computern und Programmen ist dies heutzutage Realität, virtuelle Realität.
Im DGM können die Höhendaten aus dem Laserscanning-Verfahren visualisiert werden. Bild: STMF Bayern
Hochperformante Hard- und Software ermöglichen die wirklichkeitsnahe dreidimensionale Darstellung der Erdoberfläche. Der Bedarf an den dafür nötigen professionellen 3D-Geodaten steigt stetig an. Die GIS-Wirtschaft und die öffentlichen Verwaltungen reagieren auf diese Nachfrage. So bietet die bayerische Vermessungsverwaltung aktuelle, detailgetreue und flächendeckende Gebäude- und Oberflächenmodelle auf der Basis amtlicher Daten an.
Gebäudemodelle bilden die Gebäude der realen Welt dreidimensional in unterschiedlichen Detaillierungsgraden, dem sogenannten „Level of Detail“ (LoD), ab. Das LoD 1 wird auch als Klötzchenmodell bezeichnet. Im Gebäudemodell LoD 1 ist jedes der 8,1 Millionen Gebäude Bayerns enthalten und wird als Klötzchen mit Flachdach dargestellt, heißt es seitens der Verwaltung. Die Grundrisse der Klötzchen entsprechen dem exakten Gebäudegrundriss aus dem Liegenschaftskataster. Die Klötzchenhöhe wird überwiegend aus hochgenauen Daten von Laserscanning- Befliegungen bestimmt. Die Daten des 3D-Gebäudemodells sind in den objektstrukturierten Vektordatenformaten CityGML, KML sowie 2,5D-Shape erhältlich. Aus den LoD- 1-Modellen sollen nun, so teilt es die bayerische Vermessungsverwaltung mit, LoD-2-Modelle werden, indem die Klötzchen um realitätsnahe Standarddachformen mit First- und Trauflinien ergänzt werden. Zur Realisierung eines bayernweiten LoD-2-Datenbestandes wurde im Jahr 2009 ein Pilotprojekt im Stadtgebiet Nürnberg gestartet. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird mit der Produktion der flächendeckenden Gebäudeableitung im LoD 2 Anfang 2012 begonnen.
Die Digitalen Geländemodelle (DGM) der bayerischen Vermessungsverwaltung werden seit Mitte der 90er Jahre mit dem Laserscanning-Verfahren erzeugt. Diese Methode liefert eine sehr hohe, flächendeckende Punktdichte und genaue Geländehöhen, wissen die Experten der bayerischen Vermessungsverwaltung. In der Regel wird das Gelände in einem regelmäßigen Gitter beschrieben. Im DGM5 beispielsweise beträgt die Gitterweite fünf Meter, wobei jedem Gitterpunkt eine Geländehöhe zugeordnet ist. Die bayerische Vermessungsverwaltung bietet Gitterweiten von einem bis 200 Metern an. Das DGM mit einer Gitterweite von einem Meter liegt bereits für 80 Prozent der Gebiete in Bayern mit einer Genauigkeit der Rasterpunkthöhen von +/- zehn Zentimetern vor. Es wird derzeit daran gearbeitet, mittels Laserscanning eine Flächendeckung des DGM 1 zu erreichen. Im Jahr 2013 soll dann für jeden Quadratmeter Bayerns eine Höheninformation vorliegen.
www.geodaten.bayern.de




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