Wolkenrechnen in Berlin
Das ITDZ stellt der Hauptstadt-Verwaltung eine Cloud Computing-Lösung zur Verfügung
Cloud Computing, das sogenannte Rechnen in der Wolke, ist ein ITThema, das neuerdings die Entscheider in Rechenzentren und größeren IT-Abteilungen, etwas von Verwaltungen, beschäftigt. Man verspricht sich davon mehr Flexibilität und ein hohes Einsparpotenzial. Das Berliner IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ) hat jetzt für die Berliner Verwaltung eine Cloud-Computing-Lösung zur Verfügung gestellt. Der neue Service ermöglicht den Behörden die flexible Auslagerung von Speicherkapazitäten in das Rechenzentrum des ITDZ.Auch komplette Programme, etwa eine Mailsoftware, kann die Verwaltung nach Bedarf über Cloud Computing nutzen. Die Wartung und die Aktualisierung der Software erfolgt zentral im ITDZ Berlin. Cloud Computing kann zur Kostensenkung im öffentlichen Bereich beitragen: Abgerechnet werden nur tatsächlich genutzte Ressourcen. Die Sicherheit gewährleistet der ausschließliche Datenaustausch über das Berliner Landesnetz. Konrad Kandziora, Vorstand des ITDZ, versichert, dass die Daten der Bürger auch in der neuen „Wolke“ sicher sind: „Die Bürgerdaten gelangen auch mit dem Cloud-Computing-Angebot nicht an internationale Serverfarmen. Es handelt sich um eine interne Cloud der Berliner Verwaltung, bei der laufend aktualisierte Sicherheitsmechanismen die Privatsphäre des Bürgers schützen.“
Mit dem IT-Infrastrukturservice und IT-Verfahrensservice haben sich vergleichbare Dienstleistungen des ITDZ Berlin in der Hauptstadtverwaltung bereits etabliert. Gerichte und Behörden bekommen schon heute zentrale ITServices über eine Terminal-Serverfarm zur Verfügung gestellt. Ein Schwerpunkt bei dem Ausbau des Service hin zu einer Cloud-Computing-Lösung liegt auf dynamischer Infrastruktur und Software, so der ITDZ-Vorstand. Eine weitere Voraussetzung für den Service ist die Virtualisierung von Servern, mit der das ITDZ Berlin bereits vor mehreren Jahren begann. Ging es ursprünglich darum, Energie und Kapazitäten zu sparen, sind die unabhängig vom physischen Server laufenden Verfahren heute eine Grundvoraussetzung für die flexible Bereitstellung von Speicherkapazitäten, erklärt Kandziora.
Das ITDZ ist IT-Dienstleister der Senatsverwaltungen, Bezirksämter und öffentlichen Einrichtungen der Hauptstadt. Als Anstalt öffentlichen Rechts finanziert sich das ITDZ mit rund 450 Mitarbeitern aus seiner eigenen Leistungserbringung. Das Leistungsportfolio des ITDZ umfasst die Beratung und Unterstützung der Verwaltung bei IT-Projekten sowie bei der Beschaffung von IT- und Telekommunikationshardware und –diensten. Neben dem neuen Landesnetz, das eine integrierte Sprach- und Datenkommunikation ermöglicht, stellt das ITDZ der Berliner Verwaltung ein Rechenzentrum sowie ein Druckzentrum zur Verfügung. (as)
www.itdz-berlin.de
Cloud Computing
Mit dem Begriff „Cloud Computing“ bezeichnet man den Ansatz, IT -Infrastrukturen, fertige Programmpakete und Programmierumgebungen dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Vereinfach gesagt heißt das: Die IT -Landschaft – Datenspeicher, Mail- oder andere Software, Entwicklungsumgebungen, Spezialsoftware wie CRM- oder BI-Anwendungen – wird durch den Anwender nicht mehr selbst betrieben, sondern von einem externen Unternehmen als Dienst angemietet. Die Anwendungen und Daten befinden sich nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im eigenen Firmenrechenzentrum, sondern in einer (metaphorischen) „Wolke“, der Cloud. In gängigen Netzwerkdiagrammen wird das Internet als Wolke abgebildet, daher der Name.
Denn der Zugriff auf die entfernten Systeme erfolgt über ein Netzwerk, häufig das Internet. Es gibt aber auch sogenannte „Private Clouds“, bei denen die Bereitstellung firmenintern erfolgt, ähnlich wie beim Beispiel der Berliner Verwaltung. Cloud Computing hat den Vorteil, dass es weniger Energie verbraucht und kostengünstiger ist: Die Anwender bezahlen nur der Teil der Rechenkapazität, der auch wirklich benutzt wird. Die Verarbeitungsleistung wird in größeren, energieeffizienteren Datenverarbeitungspools zusammengefasst und dabei Energie gespart.



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