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Telematik ist ein komplexes Zusammenspiel
von Technologien. Zurzeit gilt die fehlende Integrationsfähigkeit
der Lösungen als starkes Markthemmnis.
Montage: Joschko
Für Sonja Sulzmeier von der ESG Elektroniksystem- und Logistik in München „genügen die auf dem Markt befindlichen Telematiklösungen nicht dem Anspruch einer ganzheitlichen plattformübergreifenden Lösung.“ Bei den Produkten seien Hardware und Software zu eng aufeinander abgestimmt, so dass es für die Anwender nicht möglich sei, verschiedene Technologien auf einer Plattform zusammenzuführen, um so eine nach dem individuellen Bedarf abgestimmte Lösung zu erhalten. Dies schlage sich beispielsweise auch auf die Gerätepreise nieder, die aufgrund der niedrigen Stückzahlen nur sehr kostenintensiv produziert werden können.
Und mehr noch: „Immer mehr Lösungen mit unterschiedlichen Einsatzbereichen sorgen für Unübersichtlichkeit und damit auch für eine geringere Innovationsbereitschaft der Anwender“, so Sulzmeier. Dennoch erwartet sie in den kommenden Jahren einen kräftigen Schub des Marktes, insbesondere auch durch das europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Ebenso wichtig seien die Schnittstellen und damit die Zusammenführung mehrerer Technologien zu einer Lösung.
Sobald eine Telematik-Einführung aber die Kosten mindern kann, werde der Markt an Fahrt aufnehmen. Inbesondere die steigenden Mobilitätskosten wirken hier als wichtiger Treiber, so die Studie.
Auch die Telematik bedarf also der Konvergenz der Systeme. Das heißt: verschiedene Softwaresysteme, Hardware und Kommunikationstechnologien wachsen zu einer Lösung zusammen, ähnlich, wie es auf den Verbrauchermärkten auch beim Verschmelzen von Computer, Telefon und Fernsehen vorhergesagt wird. Doch damit entstehen auch neue Formen von Anwendungen, welche die Anbieter auch im Blick haben sollten. So wies der Analyst Tobias Ryberg von dem schwedischen Marktforscher Berg Insight darauf hin, dass im Jahr 2007 die Durchdringung der europäischen Transportbranche mit der Technologie für das Flottenmanagement nur etwa 20 Prozent betragen werde. Ab dann könne man aber mit einem rasanten Anstieg dieser Rate rechnen. Ryberg rät den Anbietern aber auch, jenseits der Transportbranche die Augen offen zu halten, da diese Branche nur elf Prozent des gesamten Marktes abdecke. So werde der Baumaschinenmarkt derzeit noch von keinem Anbieter speziell adressiert.
Berg Insight prognostiziert ebenfalls, dass die wichtigsten LKW-Anbieter wie etwa Volvo und Mercedes ab 2008 die satellitenbasierte Rückverfolgung als Standardapplikation bei den High-End-Modellen anbieten werden. Berg Insight schätzt den weltweiten Markt für GPS-basiertes Flottenmanagement auf vier Milliarden US-Dollar und erwartet ein Wachstum von jährlich 3,4 Prozent bis in das Jahr 2010. (sg)