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Aktuelles Thema:
Flottenmanagement, Businessnavigation & Telematik

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Wachstum durch Konvergenz
Flottenmanagement gilt als technikintensiver Zukunftsmarkt

Telematik ist ein komplexes Zusammenspiel von Technologien. Zurzeit gilt die fehlende Integrationsfähigkeit der Lösungen als starkes Markthemmnis.
Montage: Joschko

Die europäischen Anbieter von Telematiklösungen können hoffen. Ihre Lösungen für das Management von Fahrzeugflotten sollen zukünftig auf große Nachfrage stoßen. Eine Studie von Frost & Sullivan etwa erwartet bis zum Jahr 2011 ein jährliches Wachstum von 7,2 Prozent. Einer der wesentlichen Gründe für die derzeitigen Marktbarrieren bei dem noch sehr jungen Markt sehen Experten in der technologischen Reife der Produkte. Zwar gibt es eine unüberschaubar große Zahl an Anbietern, doch meist bieten diese nur sehr eingeschränkte Lösungen an.

Für Sonja Sulzmeier von der ESG Elektroniksystem- und Logistik in München „genügen die auf dem Markt befindlichen Telematiklösungen nicht dem Anspruch einer ganzheitlichen plattformübergreifenden Lösung.“ Bei den Produkten seien Hardware und Software zu eng aufeinander abgestimmt, so dass es für die Anwender nicht möglich sei, verschiedene Technologien auf einer Plattform zusammenzuführen, um so eine nach dem individuellen Bedarf abgestimmte Lösung zu erhalten. Dies schlage sich beispielsweise auch auf die Gerätepreise nieder, die aufgrund der niedrigen Stückzahlen nur sehr kostenintensiv produziert werden können.

Und mehr noch: „Immer mehr Lösungen mit unterschiedlichen Einsatzbereichen sorgen für Unübersichtlichkeit und damit auch für eine geringere Innovationsbereitschaft der Anwender“, so Sulzmeier. Dennoch erwartet sie in den kommenden Jahren einen kräftigen Schub des Marktes, insbesondere auch durch das europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Ebenso wichtig seien die Schnittstellen und damit die Zusammenführung mehrerer Technologien zu einer Lösung.

Bei Flotten-
management und Telematik erwarten Experten die Konvergenz der Systeme zu einer Gesamtlösung.
Flexibilität und der hohe Grad an dem so genannten Customizing, also der individuellen Anpassbarkeit an die Kundenbedürfnisse, seien wichtig, um die „durchgängige Abbildung einer Transportkette – auch aus Versender und Warenempfängersicht – trotz verschiedener im Einsatz befindlicher Systeme zu gewährleisten“, so Sulzmeier. Dies betreffe beispielsweise auch die unterschiedlichen Ortungstechnologien. Je nach Anwendung benötige der Anwender nämlich verschiedene Technologien, je nach dem, welche günstiger ist. RFID, GSM-Funkzellenortung oder GPS sollten dann genauso auf einer Plattform funktionieren wie die verschiedenen Möglichkeiten der Kommunikation, etwa UMTS, Satellitenkommunikation oder drahtlose Netzwerke. Gleichzeitig aber wachsen die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Systeme. Der Markt befinde sich an einem Wendepunkt, betonen beispielsweise auch die Experten von Frost & Sullivan. So besagt deren Studie, dass die Produkte oft noch nicht ganz ausgereift seien; ein typisches Anzeichen für den Reifegrad des Marktes.

Sobald eine Telematik-Einführung aber die Kosten mindern kann, werde der Markt an Fahrt aufnehmen. Inbesondere die steigenden Mobilitätskosten wirken hier als wichtiger Treiber, so die Studie.

Auch die Telematik bedarf also der Konvergenz der Systeme. Das heißt: verschiedene Softwaresysteme, Hardware und Kommunikationstechnologien wachsen zu einer Lösung zusammen, ähnlich, wie es auf den Verbrauchermärkten auch beim Verschmelzen von Computer, Telefon und Fernsehen vorhergesagt wird. Doch damit entstehen auch neue Formen von Anwendungen, welche die Anbieter auch im Blick haben sollten. So wies der Analyst Tobias Ryberg von dem schwedischen Marktforscher Berg Insight darauf hin, dass im Jahr 2007 die Durchdringung der europäischen Transportbranche mit der Technologie für das Flottenmanagement nur etwa 20 Prozent betragen werde. Ab dann könne man aber mit einem rasanten Anstieg dieser Rate rechnen. Ryberg rät den Anbietern aber auch, jenseits der Transportbranche die Augen offen zu halten, da diese Branche nur elf Prozent des gesamten Marktes abdecke. So werde der Baumaschinenmarkt derzeit noch von keinem Anbieter speziell adressiert.

Berg Insight prognostiziert ebenfalls, dass die wichtigsten LKW-Anbieter wie etwa Volvo und Mercedes ab 2008 die satellitenbasierte Rückverfolgung als Standardapplikation bei den High-End-Modellen anbieten werden. Berg Insight schätzt den weltweiten Markt für GPS-basiertes Flottenmanagement auf vier Milliarden US-Dollar und erwartet ein Wachstum von jährlich 3,4 Prozent bis in das Jahr 2010. (sg)

 

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