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Flottenmanagement, Businessnavigation & Telematik

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Unterwegs zur gläsernen Logistikkette
Neue Software für das Flottenmanagement soll den Unternehmen helfen, ihre Transportkosten zu senken

Um konkurrenzfähig zu fahren, müssen Transportunternehmen Kosten reduzieren. Minicomputer wie der Dispo-Pilot am Cockpit-Himmel erlauben eine schnelle Kommunikation zwischen Lkw und Zentrale.
Foto: FleetBoard

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. So freut sich auch Jens Hildenbrand, Fuhrparkleiter bei der Rudolph Logistik Gruppe über den Ehrgeiz seiner Lkw-Fahrer, deren erster Blick bei Dienstbeginn dem Leistungsvergleich mit den Kollegen gilt. Die erste Frage nach Betreten des Büros sei häufig, wer heute besser, also ökonomischer, gefahren sei, sagt Hildenbrand. Seit die Spedition durch FleetBoard einen objektiven Vergleich der Fahrweise ihrer Fahrer ermitteln kann, ist die Motivation der Mitarbeiter gestiegen, glaubt er: „Unsere Fahrer spüren einen neuen Anreiz, ihr Fahrzeug optimal zu bewegen.“

Mehr als 90 Prozent der Touren, die die 58 Trucks der Rudolph Logistik Gruppe fahren, sind identisch. Die Fahrer fahren im Wechsel immer die gleichen Touren und können ihre Leistungen direkt miteinander vergleichen. Da eine Reduzierung der laufenden Kosten bei immer gleichen Strecken nicht durch weitere Tourenoptimierungen erfolgen kann, hat die Spedition beim Faktor Kraftstoffkosten angesetzt.

Die Einsatzanalyse mit dem FleetBoard von DaimlerChrysler bewertet die Fahrweise des Truckers auf einer Skala von eins bis zehn. Dabei werden Kriterien wie Standzeit, Geschwindigkeit, Drehzahlüberschreitungen, Bremsverhalten und Verbrauch über den Bordcomputer aufgezeichnet und an die FleetBoard-Telematikzentrale übermittelt. „Bisher haben wir einmal im Monat eine allgemeine Kraftstoffverbrauchsstatistik erstellt“, blickt Hildenbrand zurück. „Hier konnte ich allerdings nicht feststellen, wie viel das Fahrzeug geladen hatte und auf welchen Strecken es unterwegs war.“ Mit Hilfe von FleetBoard sollen nun jede einzelne Tour und auch die Fahrweise jedes Fahrers analysierbar sein.

Wer seine Liefertouren heute nicht wirtschaftlich fährt, wird bald auf der Strecke bleiben.
Die DaimlerChrysler Services FleetBoard GmbH hat ihre Lösung für die Transportbranche zusammen mit der Software AG entwickelt. FleetBoard ist ein Telematik gestützter Internetdienst, der den Lkw auf der IT-Ebene mit seiner Spedition verbindet. Durch die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Telematikzentrale soll nicht nur eine Tourenoptimierung, sondern auch eine Übermittlung neuer Kundenaufträge und eine Auswertung der technischen Fahrzeugdaten während des laufenden Betriebs möglich sein. Die Auswertung der von Verbrauch und Verschleiß betroffenen Fahrzeugteile könne direkt in die Softwaresysteme der Speditionen integriert werden, heißt es bei der Software AG. Dies sei möglich, da der Datenaustausch auf den Software-Standards XML (Extensible Markup Language) und SOAP (Simple Object Access Protocol) basiere.

Die Kommunikation zu den Fahrzeugen erfolge über SMS oder GPRS (General Packet Radio Service, paketbasierter Funkdienst). Per Funk werden so neue Auftragsdaten an das Endgerät, den DispoPilot, im Cockpit des Lkw-Fahrers gesendet. Dieser kann mit seinem Handheld laut Hersteller nicht nur die Aufträge annehmen, sondern es auch als Navigationsgerät zur neu übermittelten Kundenadresse nutzen und zudem die Barcodes an der Ladung scannen, wenn er diese abliefert. „Das Problem liegt nur noch selten an der pünktlichen Auslieferung der Ware durch die Spedition“, glaubt Ludger Dingwerth. Er ist Geschäftsführer der Dingwerth Logistik GmbH, die einen Fuhrpark von 32 Fahrzeugen unterhält. „Die Transportgüter werden schnell genug transportiert. Der Engpass liegt in der mangelnden informationstechnischen Anbindung“, sagt er und spricht sich für eine gläserne Logistikkette aus: „Der Kunde muss nachvollziehen können, was, wann, wo hingebracht wurde. Er kann umso besser reagieren, je schneller er über den aktuellen Bestand informiert ist.“ Dingwerth stellt deswegen seinen Kunden über ein Passwort den Zugang zur FleetBoard-Plattform bereit, so dass dieser jederzeit sehen kann, wo sich seine Lieferung befindet. FleetBoard Mapping zeigt dem Kunden über seinen Web-Browser in einer Karte an, wo sich das Fahrzeug aktuell befindet.

In einer digitalen Straßenkarte kann laut DaimlerChrysler die straßengenaue Position eines Fahrzeugs oder der gesamten Flotte angezeigt werden. So sieht der Kunde immer, wo sich seine Lieferung befindet und die Telematikzentrale kann für ihn berechnen, wann die Ladung eintreffen wird.

Durch die Ortung der Fahrzeuge und die Nachverfolgung der Routen ermittelt Dingwerth Logistik nach eigenen Angaben auch neue, optimierte Routen. Der FleetBoard Fahrerreport, der einen Überblick über das Fahrverhalten liefert, soll Dingwerth helfen, die Fahrer bestmöglich und ökonomisch für Touren einzuteilen: „Durch die detaillierten Analysen können wir Fahrer, die qualifizierter in bergigem Gelände, und andere, die fähiger im Flachland unterwegs sind, entsprechend einsetzen“, erklärt der Geschäftsführer.

Das FleetBoard-System wird nach Angaben von DaimlerChrysler bereits in über 25.000 Lkw von 800 Speditionen europaweit genutzt. Eine davon ist die, welche Jens Hildenbrand koordiniert. Er glaubt, dass er durch FleetBoard und die gesteigerte Motivation seiner Fahrer rund sieben Prozent Kraftstoff spart. Hildenbrand will seinen Fahrern nun mit einem Prämiensystem einen weiteren Anreiz zum Sprit sparenden Fahren geben. (bk)

www.fleetboard.com

 

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