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Servicetechniker auf der Suche nach dem Ort eines Störfalls im Leitungsnetz in einem entlegenen Gebiet. Foto: Logiball
Eine preiswerte Anwendung aus dem Handel ermöglicht dem Anwender zwar eine einfache Zielführung zu Adressen oder fest vorgegebenen Sonderzielen auf dem öffentlichen Wegenetz. Anders sieht es aber in Regionen aus, für die überhaupt keine Straßendaten erfasst sind, so wie etwa in sehr dünn besiedelten Gebieten oder in Waldgebieten. Wie aber kommt der Holztransporteur, der den Polter mitten im Wald abholen soll, zu seinem Ziel? Kann der verunglückte Mountainbiker nicht versorgt werden, weil der Rettungswagen den Weg nicht rechtzeitig gefunden hat? Was passiert im Störfall an einer Gasleitung, wenn ein ortsunkundiger Service-Mitarbeiter die Position nicht finden kann? Bei diesen Problemen kommen Business-Navigationslösungen zum Einsatz.
Am Beispiel des Gasversorgers Bayerngas GmbH wird deutlich, wie kundenspezifische Karteninhalte für Spezialnavigationsanwendungen eingesetzt werden können. Die Bayerngas GmbH ist die größte kommunale Beschaffungsgesellschaft für Erdgas in Deutschland und versorgt Stadtwerke, regionale Weiterverteiler und große Industriekunden. Zwei Drittel des Erdgases in Bayern wird von diesem Unternehmen geliefert. Um diese Versorgung sicherzustellen, muss Bayerngas ihr 1300 Kilometer langes Gashochdrucknetz warten und hat bei eventuell auftretenden Störfällen für eine schnelle Beseitigung zu sorgen. Das bedeutet, dass sowohl im täglichen Einsatz als auch im Rufbereitschaftsfall die Mitarbeiter die betroffenen Betriebsmittel schnell und sicher auffinden müssen.
Um den Ort der Störfälle schnell aufsuchen zu können, bedarf es vor allem einer genauen Ortskenntnis. Diese ist, vor allem bei wechselnden Rufbereitschaftsgebieten, durch die Einstellung neuer Mitarbeiter sowie durch den Einsatz externer Dienstleister nicht immer gegeben. Die bis vor kurzem eingesetzten, teilweise veralteten Wegbeschreibungen wurden den gestellten Anforderungen nicht mehr gerecht. Für Dietmar Schröcker, Referent für Dokumentation bei Bayerngas war die Situation klar: „Der Einsatz eines geeigneten Navigationssystems ist ein Muss geworden.“ Das Leitungsnetz der Bayerngas GmbH erstreckt sich über den Großteil Bayerns. Stationen, Schiebergruppen, Fernwirktechnik und andere Betriebsmittel liegen sowohl am öffentlichen Wegenetz als auch inmitten von Wald und Feld. „Die wichtigste Anforderung der Bayerngas an eine Businessnavigation liegt somit in einem detaillierten Straßen- und Wegenetz, insbesondere im ländlichen Bereich, da dies das vorwiegende Einsatzgebiet der Bayerngas ist“, so Schröcker.
Weiterhin sollen alle Betriebsmittel des Versorgers zur besseren Orientierung in der Karte sichtbar und auswählbar sein. Eine dritte Voraussetzung ist die Übergabe einer Koordinate an das Navigationssystem: Auch falls das Zielobjekt nicht bereits auf dem System abgespeichert ist und keine Adresse vorhanden ist, muss ein von der Zentrale vorgegebenes Ziel in Form einer Koordinate anfahrbar sein.
Zusammen mit der Firma Logiball entwickelte Bayerngas eine Lösung, dessen wichtigster Baustein das mobile, PDA-basierte Business-Navigationssystem NavigatoR der Firma Navigon in Kombination mit der Navigationskarte Deutschland Plus von Logiball ist. Diese Spezialkarte enthält neben dem öffentlichen Wegenetz von 1,1 Millionen Kilometern auch alle Wald- und Feldwege (zusätzliche rund 1,3 Millionen Kilometer) und ermöglicht die Zielführung zu abseits des kommunalen Straßennetzes gelegenen Zielen. Während eine Standardnavigation lediglich bis zur letzten öffentlichen Straße navigiert, verwendet die Businessnavigation auch befahrbare Nebenwege, um den Servicemitarbeiter so nah wie möglich ans Ziel zu führen.
Der Fahrer kann außerdem entscheiden, ob er zu bereits abgespeicherten Betriebsmitteln navigieren möchte, zu einer Adresse oder zu einer Koordinate. Diese Flexibilität unterstützt die Bayerngas nicht nur im täglichen Geschäft: „Das Navigationssystem erleichtert uns insbesondere die Einhaltung der vom DVGW geforderten Reaktionszeit von 30 Minuten bei Störfällen im Bereich bebauter Gebiete“, so Dietmar Schröcker, der auch verantwortlich für die Einführung des Systems war. Mittlerweile sind rund 30 Mitarbeiter mit dieser Bayerngas-Navigationslösung ausgestattet – Tendenz steigend. „Wir empfehlen dieses System auch unseren externen Dienstleistern, um eine schnelle Reaktion im Störfall zu gewährleisten“, so Schröcker. (or)
www.logiball.de
www.bayerngas.de