


Immer in Kontakt mit der Zentrale. Selbst Rückwärtsfahrten der Fahrzeuge werden vom System registriert und
ergänzen die Datenbasis für die Optimierung der Strecken.
Quelle: Koch Entsorgung
Koch Entsorgung gehört zu der UPlus- Gruppe, einer Holdinggesellschaft dezentral geführter Entsorgungsunternehmen, bei der das Projekt aufgehangen ist. „Alle unsere Auswertungen dienen der laufenden Logistikoptimierung“, versichert Katja Schrade, beim U-Plus-Konzern verantwortlich für das Projekt. „Personenbezogene Daten werden nicht ausgewertet“, ergänzt sie. Vielmehr diene die Einführung der Fahrzeug- Telematik zur Optimierung der Touren und der Kostenstruktur der regionalen Entsorgungsdienstleister der U-plus-Gruppe. Gerd Heinlin, ebenfalls Projektverantwortlicher bei der überregionalen Gruppe, hat auch die Anwender des Systems im Blick: „Diese Maßnahmen sichern Arbeitsplätze. Das wissen unsere Mitarbeiter. Deshalb gibt es kein Akzeptanzproblem bei unseren Fahrern“.
Bordcomputer in der Entsorgungsflotte der U-plus-Gruppe sind nichts Neues. Seit über zehn Jahren sind bereits alle kommunalen Sammelfahrzeuge mit Bordcomputern zur Behälteridentifikation und Volumenmessung ausgestattet. Diese Bordcomputer sind an Tacho und Nebenantrieb, bei Umleerfahrzeugen auch an die Fahrzeugwaage angeschlossen und zeichnen so laufend Zeiten, Kilometer und Wiegedaten auf. Für jeden durchzuführenden Auftrag wird mit einem Barcode-Lesestift die Auftragsnummer in den Bordcomputer eingelesen. Was bisher erst nach Tagesende ausgelesen werden konnte, wird im neuen System automatisch per GPRS (General Packet Radio Service) über einen Internet-Server in die Firmenzentrale bei Koch übermittelt.
Darüber hinaus ermöglicht die neue Bordcomputer-Generation die OnlineÜbertragung der Leistungsdaten, die den herkömmlichen Lieferschein und damit die erforderliche Unterschrift des Kunden ersetzt, vorausgesetzt, der Kunde gibt dazu sein Einverständnis. Dann wäre nämlich eine beleglose Abwicklung der Leistungsdokumentation durch die Fahrzeugführer möglich. Eine weitere Neuerung ist, dass Aufträge mit der Flottenmanagementsoftware von der österreichischen Firma Rona online ins Fahrzeug übermittelt werden können. Dazu erhält der Fahrer via GPRS den Auftrag direkt an den Bordcomputer gesendet.
Dahinter ist die neue Auftragsnummer verschlüsselt, die auf alle Auftragsdetails verweist. Anhand der Stammdaten ermittelt die Software den aktuellen Aufenthaltsort eines Fahrzeugs mit Kundenanschrift, aktuellem oder nächstem Zielort. Für jeden Behälter wird zu Beginn die GPS (Global Positioning System)-Position ermittelt und im System abgespeichert. Über den permanenten Abgleich der GPSPositionen mit den abgespeicherten Behälterpositionen kann der Bordcomputer feststellen, an welchem Behälter sich das Fahrzeug befindet. Über ein Datenarchiv bleibt jede aufgezeichnete Tour auch im Nachhinein bis ins Detail nachvollziehbar. Es lassen sich jedoch nicht nur Route, Fahrt und Pausenzeiten, Standzeiten, Schüttungsund Ladevorgänge auswerten. Auch die wirtschaftliche Kalkulation unterschiedlicher Routen ist möglich.

In der Zentrale werden die Daten der Fahrzeugflotte in Echtzeit angezeigt.
Routen können so spontan geändert werden.
Quelle: Rona
Der Bordrechner des Fahrzeugs leitet laufend Positionsdaten in das System bei Koch weiter, so eine dynamische Positionsanzeige mit Geschwindigkeit und Fahrtrichtung möglich ist. Die neue Version der Fahrzeug-Telematik ermöglicht auch die Simulation bisher unbekannter Touren und die Ermittlung der erforderlichen Zeit und damit der Kosten vor Abgabe eines Angebots. Das ausgewertete Datenmaterial, beispielsweise die Leerungsleistung, dient auf diese Weise der besseren kalkulatorischen Grundlage. Derzeit werden die Regionalgesellschaften der U-plus-Gruppe auf die Einführung der neuen Bordcomputer-Generation vorbereitet.
Dazu müssen Datenbestände bereinigt sowie Artikelstammstrukturen und Preissystematik auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Die Nachkalkulation erfordert die Hinterlegung von Spediteurkonditionen und Verwertungspreisen. Mittelfristiges Ziel ist die Nutzung der Rona-Plattform nach konzerneinheitlichen Standards. Dies ist die Grundlage für künftige gesellschaftsübergreifende Auswertungen über die Logistik der gesamten Gruppe. (or)
www.u-plus.de
www.rona.at
www.koch-entsorgung.de