Wer bestimmt, was Karten zeigen?

Die fortschreitende Digitalisierung hat mit frei zugänglichen Geodatenbanken die Grundlage für eine demokratische Kartographie geschaffen. Doch wer beteiligt sich tatsächlich an der kollaborativen Kartographie, und wer bleibt davon ausgeschlossen?

Dieser Frage widmen sich Prof. Dr. Georg Glasze, Inhaber des Lehrstuhls für Geographie an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen- Würzburg (FAU) und der wissenschaftliche Mitarbeiter Christian Bittner im Projekt zur Demokratisierung der Kartographie. Die beiden Forscher wollen mit ihrem Projekt zu einem reflektierten Umgang mit nutzergenerierten geographischen Informationen und (geo-)sozialen Medien anregen. „Tatsächlich bieten offene Geodaten-Projekte im Internet die Chance, dass sich sehr viel mehr Menschen an der Erhebung und Verarbeitung geographischer Informationen beteiligen.“, erklärt Prof. Dr. Georg Glasze, Inhaber des Lehrstuhls für Geographie an der FAU und Projektleiter. Es zeige sich aber, dass es nur bestimmte soziale Gruppen sind, die sich beteiligen und somit bestimmen, was letztlich auf den Karten zu sehen sein wird. In den nächsten zwei Jahren wollen Glasze und Bittner die beiden weltweit erfolgreichsten kollaborativen Geodatenbanken OpenStreetMap und WikiMapia auf die Parameter Machtstrukturen, Hierarchien und Exklusionsmechanismen hin untersuchen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit 180.000 Euro.

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