Fliegende Kraftpakete

Das Schweizer Unternehmen Aeroscout stellt sein Helikopter Drohnensystem vor, das hohe Nutzlast und lange Flugdauer kombiniert.

Hier kann man Topographie, Leitungskorridor und den aktuellen Verlauf der Hochspannungsleitung erkennen. Bild: Aeroscout

Hier kann man Topographie, Leitungskorridor und den aktuellen Verlauf der Hochspannungsleitung erkennen. Bild: Aeroscout

Bei Befliegungen über abgelegene und schlecht zugängliche Regionen stoßen kleine elektrisch betriebene Drohnen wie Multirotorsysteme häufig an ihre Grenzen, da ihre Kapazitäten für die benötigte Nutzlast und Flugdauer nicht ausreichen. Die Firma Aeroscout GmbH aus der Schweiz bietet mit dem motorbetriebenen Scout B1-100 UAV Helikopter eine leistungsstarke Alternative. Das Flugsystem ist in der Lage, eine Nutzlast – beispielsweise für Sensoren- von bis zu 18 kg zu tragen und schafft dabei eine Flugdauer von bis zu 1,5 Stunden bei ungefähr 18 PS Motorleistung.

In erster Linie hat Aeroscout seine UAV-Systeme für Nahbereich-Anwendungen wie Airborne Laserscanning, hyperspektrales Scannen, Luftaufnahmen, Videoaufzeichnung, geophysikalische Überwachung oder Wärmebilder entwickelt. In Zusammenarbeit mit qualifizierten Partnern kommt das System zum Beispiel für Lidar Scanning, Mapping-Dienste, Luftbildphotogrammetrie, Suche und Rettung, Notfallinspektion und Luftüberwachung zum Einsatz. Im Bereich des Airborne Laserscanning (UAV Lidar) ist RIEGL mit seinen Laser-Scanning-Produkten zudem strategischer Partner.

Gegenüber den ultraleichten UAVs zeichnet sich das Aeroscout System besonders durch eine konstante Reisegeschwindigkeit sowie eine stabile Fluglage trotz thermischer Windeinflüsse aus. Sowohl Streifenabstand, Flughöhe als auch Reisegeschwindigkeit des UAVs können bereits vor dem eigentlichen Flug durch die Abschätzung der benötigten Punktdichte bestimmt werden. So ist es möglich, homogene hochauflösende 3D Punktwolken zum Beispiel von der Baumkrone bis zum Geländeuntergrund zu generieren. Die Hubschrauber-Drohne kann entweder im herkömmlichen manuellen Modus mit hoher Manövrierfähigkeit oder mit seinem integrierten INS / GPS automatischen Flugsteuerungssystem geflogen werden. Dieses Flugsteuerungssystem funktioniert entweder im Joystick Modus (Geschwindigkeit) oder im GPS-Waypoint Modus (Position).

Der Helikopter ist drei Meter lang, einen Meter breit und 1,3 Meter hoch. Bild: Aeroscout

Der Helikopter ist drei Meter lang, einen Meter breit und 1,3 Meter hoch. Bild: Aeroscout

Zum Einsatz kam das alternative Flugsystem unter anderem in den Schweizer Alpen. Aus circa 1.400 Metern Höhe über Meer wurde mit dem Flugsystem ein 3D Geländemodell aufgezeichnet, das Geländetopografie, Leitungskorridor und den aktuellen Verlauf (Durchhang, Abstand zur Vegetation, Abstand von Bebauungen) der Hochspannungsleitung darstellt. Der Höhenunterschied zwischen Anfangund Endpunkt der Leitung betrug bei diesem Projekt circa 300 Meter über eine Länge von ungefähr 2,5 Kilometern. Um trotzdem eine einheitliche homogene Punktdichte zwischen 400 und 600 Punkten pro Quadratmeter zu erreichen, wurde die UAV-Flughöhe während des Fluges über der Leitung angepasst.

Auch zur Untersuchung von Waldregionen wurde die Helikopterdrohne Scout B1-100 UAV von Aeroscout bereits eingesetzt, um beispielsweise Geländeprofile zu erstellen, die Biomasse zu bestimmen oder den allgemeinen Waldzustand zu erfassen. Dadurch dass sich die Mäander der Flugplanung der Topographie anpassen lassen, kann auch bei Befliegungen über schwierigem Gelände eine hohe Datenqualität erreicht werden.

Aeroscout, Halle A3, C3.059