3D-Modelle mit Kostenanalyse

Bentley stellt einige Neuerungen vor, die den Bereich Modellierung und Visualisierung von Infrastruktur auf eine neue Ebene heben

Mit Bentley OpenRoads Conceptstation kann die Entwurfsplanung in wenigen Stunden durchgeführt werden. Bild: Bentley

Mit Bentley OpenRoads Conceptstation kann die Entwurfsplanung in wenigen Stunden durchgeführt werden. Bild: Bentley

Infrastrukturmanagement in 3D – das ist das Leitthema der Firma Bentley Systems auf der INTERGEO. Der globale Anbieter Bentley geht davon aus, dass die 3D-Technologie beim Infrastrukturmanagement großen Einfluss auf die Entwicklung urbaner Landschaften haben wird und demnach auch dem Schlagwort Smart Cities weiter Vorschub leisten wird. Grundsätzlich gibt es bei Bentley einige Neuerungen zu sehen. Im Zentrum stehen dabei neue Methoden zur Erfassung bestehender Infrastruktur. Bentley Systems bezeichnet dies als „reality modelling“. Konkret geht es darum, aus einfachen 2D-Fotografien, die mit einer Digitalkamera oder mit einer Drohne aufgezeichnet werden, 3D-Modelle zu erstellen und diese dann möglichst realitätsgetreu zu visualisieren. Maßgeblich dafür ist die Anwendung Bentley ContextCapture.

Die Erfassung und Verarbeitung der fotorealistischen Modelle wird dabei mithilfe der Rechenleistung und Cloud-Erweiterung soweit automatisiert, das nach Angaben von Bentley auch Stadtgebiete präzise und effizient modelliert werden können – und das mit einer vermessungstechnischen Datengenauigkeit und präzisen Geokoordinaten. Die Besonderheit dabei ist, dass die 3D-Modelle innerhalb einer Gitternetzstruktur gespeichert werden (und nicht als reine Punktwolke) und somit semantisch angereichert werden können (etwa mit Sachdaten). Zudem beanspruchen die „Netzmodelle“ weit weniger Datenvolumen und sind so einfacher zu bearbeiten und skalierbarer als übliche Punktwolken. Die Modelle können nahtlos in technische Arbeitsabläufe integriert werden. Zudem dient die Software Lumen IT, die ihren Ursprung in der Computeranimation hat, den virtuellen Darstellungen möglichst viel „Leben“ einzuhauchen. Dazu werden den Modellen realitätsgetreue Szenen beigefügt, wie beispielsweise sich im Wind bewegende Blätter, umherlaufende Menschen oder besondere Lichtstimmungen.

Daneben sind auch einige der kürzlich veröffentlichten neuen Anwendungen zu sehen. Dazu gehört Bentley OpenRoads ConceptStation. Die Applikation dient der Modellierung und Entwurfsplanung im Bereich Straßen und Verkehrsbauten. Nach Angaben des Unternehmens können damit Straßen- und Brückenmodelle innerhalb weniger Stunden realisiert werden. Die Anwendung ermöglicht dabei eine iterative Entwurfsmethode, bei der Kontextinformationen aus verschiedenen Quellen wie Punktwolken, 3D-Mesh-Modellen, Geländemodellen oder Daten aus Geoinformationssystemen genutzt werden.

OpenRoads ConceptStation kombiniert dabei CAD-Funktionen und Projektkostenanalysen, um so den Planern bereits in der frühen Entwurfsphase bessere Einblicke in die Kostenentwicklung zu verschaffen. Die Planungsentwürfe können dann einfach in die Bentley-Programme OpenRoad und OpenBridge übernommen werden. Anwender können bei der Visualisierung auch die Bentley- Software LumenRT integrieren, um damit eine realitätsgetreue Darstellung (Kino-Qualität) zu erhalten. Ebenso kann die Verkehrsfluss- Simulationssoftware PTV VISSIM integriert werden.

Mit der HNTB Corporation hat Bentley bereits einen Anwender in den USA gewonnen. „Mit Open- Roads ConceptStation können wir sehr schnell identifizieren, wo in Projekten hohe Kosten entstehen und alternative technische Konzepte für unsere Auftraggeber schnell und effizient entwickeln”, sagt Mark Urban, Senior Vice President für den Bereich Design-Build Projects bei der HNTB Corporation.

Ebenfalls neu bei Bentley ist die CONNECT Edition des OpenRoads Navigators. Die Anwendung dient dazu, Daten des Infrastrukturmanagements auch mobil zur Verfügung zu stellen. Unterstützt werden die Betriebssysteme Windows, iOS, und Android. Besonderheit ist dabei die Aufarbeitung der Modelldaten, bei der einerseits eine große Datenfülle auf den mobilen Geräten gezeigt wird, andererseits aber auch eine performante Anzeige sowie praktikable Funktionen zugänglich sind. Damit soll erreicht werden, dass mobile Mitarbeiter auch viele Aufgaben übernehmen können, die zuvor nur an spezialisierten Desktop-Arbeitsplätzen verfügbar waren. OpenRoads Navigator richtet sich sowohl an Planungsingenieure, Vermesser als auch an Bauherren.

Grundsätzlichen zielen die Entwicklungen bei Bentley also darauf, digitale Daten immer stärker in die verschiedenen Phasen des Lebenszyklus von Infrastrukturprojekten einzubinden und so die komplexen Zusammenhänge besser verständlich zu machen und die Zusammenarbeit von Architekten, Ingenieuren und Eigentümern zu erleichtern.

Bentley Systems, Halle 4, E4.041