Leitungsauskunft und digitale Geschäftsprozesse

Mit einer Schnittstelle zu Auskunftsportalen treibt GEOMAGIC mit seinem Produkt GeoNAM den Trend zur Digitalisierung voran.

Seit Jahren betreiben Energieversorger für ihre Leitungsauskunftsprozesse verschiedene Online- Portale. Das Internet verspricht ein bequemes, schnelles und zuverlässiges Auskunftsverfahren. Doch der Schein trügt häufig. Oft wird nach Antragsstellung der digitalisierte Workflow unterbrochen: Mails und Anfragen werden ausgedruckt und dann zur internen Weiterverarbeitung an die althergebrachten, papiergebundenen Auskunftsprozesse weitergeleitet. Das eigentliche Auskunftsverfahren bleibt dann mitunter auf dem gleichen Stand wie vor Zehn Jahren.

Aktuelle Produktentwicklungen können dafür sorgen, dass Auskunftsverfahren weiter automatisiert werden und im Zeitalter der Digitalisierung ankommen. Zunehmend etablieren sich zentrale Anfrageportale, die den ersten Schritt zu einem Auskunftsverfahren einleiten. Das BIL-Portal agiert sogar deutschlandweit. Über einen vollständig digitalen Prozess kann der Auskunftssuchende erfahren, welche Netzbetreiber bei einer Aufgrabung für die Prüfung einer Betroffenheit zuständig sein können.

Prozesse nach der Zuständigkeitsprüfung

Apps auf Basis von GeoNAM: Die Anwendung zeigt alle Schilderpfähle (gelbe Pfähle von Gasleitungen) auf der Karte sowie Meldungen fehlender oder beschädigter Schilderpfähle. Bild: Geomagic

Apps auf Basis von GeoNAM: Die Anwendung zeigt alle Schilderpfähle (gelbe Pfähle von Gasleitungen) auf der Karte sowie Meldungen fehlender oder beschädigter Schilderpfähle. Bild: Geomagic

Gerade bei BIL ist die Besonderheit, dass das Bauvorhaben strukturiert über ein Internetportal aufgenommen und bei einer positiven Zuständigkeitsprüfung direkt an den Netzbetreiber weitergeleitet wird. Diese Entwicklung hin zu einem standardisierten Auskunftsprozess ohne Medienbruch werden Netzbetreiber vermutlich nutzen, um Auskunftsprozesse in Zukunft weiter zu rationalisieren. Nach dem Motto: Ist die Anfrage erst standardisiert, lassen sich Anschlussprozesse wesentlich einfacher gestalten. Die Firma GEOMAGIC stellt auf der Intergeo eine Schnittstelle zu dem Auskunftsportal BIL vor. Das Leipziger Unternehmen hat die BIL-Schnittstelle zur Leitungsauskunft in GeoNAM bereits bei einigen Kunden in der Praxis implementiert. GeoNAM stellt dabei die Basisfunktionalitäten für die Bearbeitung von Leitungsauskünften als Baukasten bereit. „Unsere Kunden stellen sich auf Basis ihrer spezifischen Anforderungen visuell ihren eigenen Prozess zusammen“, sagt Golo Hoffmann, Leiter Produktentwicklung bei GEOMAGIC, „dabei zeigt sich, wie individuell die Konfigurationen auf interne und externe Marktveränderungen flexibel angepasst werden können.“

GEOMAGIC positioniert sich damit nicht nur als einer der ersten GIS-Anbieter mit einer direkt an der BIL-Zuständigkeitsprüfung ansetzenden Schnittstelle, sondern bietet zugleich ein Frameworks an, das die weitere Digitalisierung von netznahen Verwaltungsprozessen unterstützt. Das GeoNAM Framework ist ein vielseitiges und funktionsstarkes System, das einzelne Prozessschritte modular zur Verfügung stellt, so zum Beispiel automatische Betroffenheitsprüfung, Planund Dokumentengenerierung. Alle Aufgaben lassen sich auf einem mobilen Endgerät dokumentieren und georeferenzieren.

So können zum Beispiel Dokumente oder Fotos direkt vor Ort hochgeladen und archiviert werden. Dabei werden alle gängigen Anfrageportale für die Bauwirtschaft in GeoNAM integriert. Schnittstellen gibt es für alle Auskunftsportale, GIS-Portale, DMS-Systeme, Kartenanbieter, SAP und Unternehmensportale. Mit dem GeoNAM Framework hat GEOMAGIC eine Technologieplattform entwickelt, mit der Workmanagement-Prozesse, Synchronisations-Workflows und zahlreiche mobile Anwendungen auf einfache Weise implementiert werden können.

„Der Vorteil des GeoNAM Framework für unsere Kunden ist, dass sie nur einmalig das Framework als Systemlandschaft erwerben und keine einzelnen Applikationen implementieren, die vielfach auf unterschiedlichen Basistechnologien basieren“, erklärt Golo Hoffmann.

Mit GeoNAM können aber auch einzelnen Apps individuell entwickelt werden und direkt in der IT-Landschaft des Kunden zur Verfügung gestellt werden, auch wenn dieses in einem anderen Datacenter gehostet werden. Die internetfähigen Schnittstellen des GeoNAM Frameworks machen eine Integration über Datacenter Grenzen hinweg möglich, womit jeder Kunde individuell entscheiden kann, in welchem Maße er den Betrieb von Anwendungen in die Cloud auslagert.

Verschiedene Apps im Angebot

Hauptziel ist es, vorhandene mobile Geräte in den täglichen Arbeitsablauf zu integrieren und so die Digitalisierung bei Netzbetreibern weiter voranzutreiben. GEOMAGIC stellt dabei eine einfache und intuitive Bedienung, einen geringen (bis gar keinen) Administrationsaufwand und die mögliche Einbindung aller internetfähigen Geräte und vorhandener Geräteressourcen (GPS, Fotofunktion) in Aussicht.

Aufgrund des Framework-Charakters soll zudem eine einfache Anbindung über Schnittstellen zu anderen Lösungen (SAP, Microsoft Active Directory, GIS, …) oder aber als Erweiterung zu GeoNAM möglich sein. Bereitgestellt wird das GeoNAM Framework als Software as a Service (SaaS) bei GEOMAGIC oder auf eigenen (Kunden-) Servern. Das GeoNAM Framework bringt bereits einige Standard Apps mit. Dazu gehören eine Kartenauskunft, zu der die Anzeige einer Karte (Google Maps, OpenStreetMap, Bing Maps, …) genauso wie das Einblenden von eigenen Kartenlayern (beispielsweise das Leitungsnetz) gehört.

Der Zugriff auf die Apps wird über Gruppen geregelt, deren Einrichtung und Pflege durch „normale“ Nutzer (z.B. Teamleiter) übernommen wird. Insgesamt sind alle administrativen Funktionen über Gruppenfunktionen abgebildet, wie wir sie von den verschiedenen sozialen Netzwerken gewohnt sind.

Praktische Anwendungen sind zum Beispiel die Arbeitsschutz-App für die Abarbeitung einer vorab definierten Checkliste. Sie informiert nicht nur die Verantwortlichen bei etwaigen Mängeln, sondern ist auch verbindliche Dokumentationsgrundlage bei der anschließenden Behebung.

Die Gib 8-App dient der Arbeitssicherheit. Damit kann jeder Nutzer einen Beinahe-Unfall einen unsicheren Zustand/Mangel oder eine Verbesserung melden. Ein Sicherheitsbeauftragter kann diese Meldungen daraufhin abarbeiten und daraus Maßnahmen erarbeiten, die wiederum dokumentiert bzw. abgearbeitet werden müssen.

Die Flurstück-App zeigt Informationen zu Flurstücken auf einem zuvor ausgewählten Kartenbereich an. Ähnlich funktioniert die Schilderpfahl- App zur Suche und Dokumentation von Schilderpfählen (gelbe Pfähle von Gasleitungen) auf der Karte. Hier können fehlende oder beschädigte Schilderpfähle einfach und schnell identifiziert werden.

GEOMAGIC GmbH, Halle A1, C1.061