BIROS demonstriert autonomes Rendezvous im All nur mit Hilfe von Bilddaten

Aufnahme des Picosatelliten, der eine Kantenlänge von zehn Zentimetern besitzt, in einem Abstand von 67 Metern. Bild: DLR(CC-BY 3.0)

Aufnahme des Picosatelliten, der eine Kantenlänge von zehn Zentimetern besitzt, in einem Abstand von 67 Metern. Bild: DLR(CC-BY 3.0)

Zum ersten Mal in der Raumfahrtgeschichte haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem Weltraumexperiment gezeigt, wie sich ein Satellit einem Fremdsatelliten völlig autonom, allein auf Basis passiver optischer Beobachtungen annähern kann. Diese hochanspruchsvolle Technologie wurde im Rahmen des Experiments AVANTI (Autonome Visuelle Anflug-Navigation und Target Identifikation) auf dem Erdbeobachtungssatelliten BIROS (Bi-Spektral Infrared Optical System) demonstriert, bei dem der Satellit bis auf etwa 50 Meter an sein Zielobjekt heranfliegen konnte. Als Zielsatellit des Experiments diente der im September von BIROS im All ausgesetzte Picosatellit BEESAT-4. Dafür wurde auf BIROS ein Startmechanismus eingebaut, über dessen Feder der Picosatellit mit einer Geschwindigkeit von 1,5 Meter pro Sekunde aus BIROS herausgeschoben wurde. Darüber hinaus statteten die DLR-Wissenschaftler und Ingenieure den Kleinsatelliten BIROS mit einem eigenen Antrieb aus, der den waschmaschinengroßen und knapp 130 Kilogramm schweren Satelliten schnell drehen kann. Im Laufe des AVANTI-Experiments erlernte BIROS, seine Bahn gezielt zu verändern und mit seiner Sternkamera den Picosatelliten zu suchen sowie “im Auge” zu behalten. Anders als bei herkömmlichen Bahnmanövern bekam der Satellit keine Befehle vom Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen, sondern direkt über die an Bord integrierten Programme des AVANTI-Experiments. Diese Fähigkeit eines Satelliten könnte in Zukunft sehr wichtig werden, denn sie bietet die Möglichkeit, alte und inaktive Satelliten sowie Weltraumschrott im Weltall zu erkennen und später einzufangen.

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