Hannover Messe 2017: Softwaresystem aus Kaiserslautern vernetzt Geräte für das Internet der Dinge

Die beiden Doktoranden Johannes Kölsch (links) und Christopher Heinz entwickeln ein nutzerfreundliches Softwaresystem, das Geräte unterschiedlicher Hersteller verbinden soll. Foto: Thomas Koziel

Die beiden Doktoranden Johannes Kölsch (links) und Christopher Heinz entwickeln ein nutzerfreundliches Softwaresystem, das Geräte unterschiedlicher Hersteller verbinden soll. Foto: Thomas Koziel

Die Doktoranden Johannes Kölsch und Christopher Heinz von der TU Kaiserslautern, entwickeln ein Softwaresystem, das Geräte und Maschinen verschiedener Produzenten vernetzen soll. Der Nutzer soll entscheiden können, wer Zugriff darauf hat. Die Technik soll im Prinzip einem Adapter ähneln, mit dem man Stecker im Ausland an die andersförmigen Steckdosen anschließen kann. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang auch von Interoperabilität. Dieser Begriff bezeichnet die Fähigkeit, dass technische Systeme unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren und beispielsweise verschiedene Signale erkennen können. Über eine Software-Schnittstelle möchten die Kaiserslauterer Forscher die Geräte miteinander verbinden. Ihr System soll einfach und nutzerfreundlich aufgebaut sein- ohne spezielle Hardware. Denkbar sei demnach, die Technik in Privathaushalten auf Netzwerkgeräte, die schon vorhanden sind wie zum Beispiel Internet-Router, aufzuspielen.

Mit dieser Technik könnten Unternehmen verschiedene Maschinen in ihren Produktionsanlagen verbinden, Krankenhäuser wichtige medizinische Geräte in Laboren und Behandlungsräumen oder Verkehrsunternehmen ihre Busse, Bahnen und Anzeigetafeln an Haltestellen. Auch die Versorgung großer Gebäudekomplexe ließe sich auf diese Weise einfacher steuern, beispielsweise Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Lichtanlagen. Darüber hinaus könnte die Stromzufuhr aus erneuerbaren Energien einfach geregelt werden: Solaranlagen könnten mit diesem System zum Beispiel gespeicherten Strom direkt an Geräte liefern, wenn diese Strom brauchen, etwa Elektroautos, um den Akku aufzuladen. Die Arbeiten finden im Rahmen des Projektes „VICINITY“ statt, das von der Europäischen Union mit 7,5 Millionen Euro gefördert wird. Es wird von Professor Grimm in Kaiserslautern koordiniert. Insgesamt sind 16 Partner aus Europa an dem Vorhaben beteiligt. Auf der Hannover Messe stellen die Forscher das Projekt vor.

Auf der Hannover Messe vom 24. bis 28. April wird die Technik am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 2, Stand B40) vorgestellt.

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