Kieler Forschende setzen Fluggerät für Gewinnung von Luft- und Wasserproben ein

Wasserprobennahme mit der Drohne. Foto: GEOMAR

Wasserprobennahme mit der Drohne. Foto: GEOMAR

Ein Team des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel hat erstmals erfolgreich eine mittelgroße Drohne für die Gewinnung von Luft- und Wasserproben im unzugänglichen Bereich der Brandungszone eingesetzt. Ziel der Studie, in deren Rahmen die Drohne eingesetzt wurde, ist es, die Rolle der Küstengewässer als Quelle für reaktive Spurengase, die für chemische Prozesse in der Atmosphäre und das Klima wichtig sind, besser zu verstehen. Das Projekt mit dem Namen LASSO (Lagrangian study of marine trace gas Air-Sea exchange over the Ocean) wird vom Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ gefördert.

Bei dem UAV handelt es sich um eine DJI Matrice 600 Drohne, mit der es gelang, 120 Luftproben sowie 40 Wasserproben zu gewinnen. Zusätzlich zeichnete die Drohne auch Bilder von der Meeresoberfläche auf. Die gewonnenen Proben werden jetzt weiter ausgewertet. Die Luftproben werden von amerikanischen Kooperationspartnern auf mehr als 50 Spurengase, einschließlich Halogenkohlenwasserstoffe (z.B. Bromoform, Dimethybromid, Methyljodid), Nicht-Methan-Kohlenwasserstoffe (z.B. Isopren) und schwefelhaltige Verbindungen (z.B. Dimethylsulfid) hin untersucht. Am GEOMAR beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schwerpunktmäßig mit der Analyse der Wasserproben und Auswertung der Luftbilder.

In Zukunft wollen die Forscher die Luft- und Wasserprobenahme weiter optimieren, um einen größeren Bereich mit mehr Flexibilität abdecken zu können sowie weitere Sensoren (z. B. für meteorologische Daten) auf dem Drohnenpaket zu integrieren. Ferner sollen die Probennahme und Bildaufzeichnung mit direkten Gas-Transfer-Messungen gekoppelt werden, um den Gasaustausch zwischen Atmosphäre und Ozean besser abschätzen zu können.

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