SPARC: Risikokartierung aus dem All

Im Rahmen des SPARC-Projects unterstützt das DLR das World Food Programme bei der Früherkennung von Hungersnöten.

Das Projektteam von DLR und WFP (v.l.n.r.: Rogerio Bonifacio (WFP), Giancarlo Pini (WFP), Michaela Bettinger (DLR), Nadine Lombardo (WFP), Sirio Modugno (WFP), Ursula Gessner (DLR) und Stefan Voigt (DLR). Foto: DLR (CC-BY-3.0)

Das Projektteam von DLR und WFP (v.l.n.r.: Rogerio Bonifacio (WFP), Giancarlo Pini (WFP), Michaela Bettinger (DLR), Nadine Lombardo (WFP), Sirio Modugno (WFP), Ursula Gessner (DLR) und Stefan Voigt (DLR). Foto: DLR (CC-BY-3.0)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt das UN World Food Programme (WFP) bei der Risikokartierung und Früherkennung von kritischen Entwicklungen im Rahmen der weltweiten Bekämpfung von Hunger. Am 18. und 19. April 2017 wurde das gemeinsame SPARC-Projekt mit einem zweitägigen Kickoff-Meeting in der Zentrale des WFP in Rom offiziell auf den Weg gebracht. Gefördert wird das Projekt vom Auswärtigen Amt. Im Rahmen des neuen Projekts soll ein „Spatial Risk Calendar“ (SPARC) entstehen. Damit will das DLR das WFP dabei unterstützen, räumlich oder zeitlich wiederkehrende Umweltrisiken frühzeitig aufzudecken und genauer zu prognostizieren, um daraus geeignete Hilfsmaßnahmen und Strategien ableiten zu können. Das WFP unterstützt jährlich mehr als 80 Millionen Kinder und Erwachsene in rund 80 Ländern – mit dem strategischen Ziel „Zero Hunger“, dem Ende des weltweiten Hungers bis zum Jahr 2030.

Der Plan ist, dass Experten des Earth Observation Center (EOC) des DLR die bisher von der UN genutzten Daten und Modelle analysieren, mit hochaufgelösten Satellitenbildern abgleichen und wissenschaftliche Unterstützung zur Weiterentwicklung des Systems einbringen. Die verbesserten Risikokarten und -kalender sollen beim WFP dann operationell zum Einsatz kommen. Risikokarten und -kalender dienen dem Überblick. Im Fall von SPARC werden weltweite Umweltveränderungen beobachtet und ihre Muster sowie Risikofaktoren im Monats- und Jahresverlauf erfasst. Im Fokus stehen Vegetation, Dürre, Landnutzungsänderungen sowie Erosion und Bodendegradation. Die Entwicklung dieser Umweltparameter hat unmittelbaren Einfluss auf die Ernährungsversorgung. Sind beispielsweise landwirtschaftliche Nutzflächen von Starkregen betroffen, können wertvolle Humusschichten so weit abgetragen werden, dass der Boden unfruchtbar wird. Risikokartierungen hierzu können von Erosion besonders bedrohte Böden sowie das Auftreten und den Zeitpunkt von Extremwetterlagen erfassen.

Für die Modellberechungen von SPARC werden unterschiedliche Satellitentypen zum Einsatz kommen. Solche, die ein tägliches Bild der Erde in einer relativ groben räumlichen Auflösung von 300 bis 500 Meter liefern, sowie Satelliten, die im Wochen- oder Zweiwochenrhythmus mit einer höheren Auflösung von 10-20 Meter auch Feldstrukturen erkennen lassen. Dazu nutzen die DLR-Experten neben den amerikanischen Landsat-Satelliten vor allem auch die Satelliten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.

Neben SPARC arbeiten DLR und WFP außerdem seit Anfang des Jahres an weiteren Technologien und Innovationen für die humanitäre Hilfe, beispielsweise im Bereich automatisierte Fortbewegungsmittel.

de.wfp.org