DLR liefert Satellitendaten für Wirbelsturm Harvey

Interaktive Kartendarstellung der Überflutungsgebiete bei Houston/Texas (USA). TerraSAR-X Aufnahme vom 28. August 2017. Foto: DLR (CC-BY 3.0)

Interaktive Kartendarstellung der Überflutungsgebiete bei Houston/Texas (USA). TerraSAR-X Aufnahme vom 28. August 2017.
Foto: DLR (CC-BY 3.0)

In Erwartung des Hurrikans Harvey ist am Abend des 24. August 2017 frühzeitig die Internationale Charter ‘Space and Major Disasters’ (“Charter”) aktiviert worden. Dies wurde durch das Charter-Mitglied USGS (Geologischer Dienst der USA) auf Anfrage der texanischen Katastrophenschutzbehörde “Texas Emergency Management Council” angestoßen. Daraufhin stellte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aktuelle Aufnahmen und Archivdaten des deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X zur Verfügung, mit denen eine detaillierte Analyse und ein großräumiger Überblick der Überschwemmungslage möglich wurde. Auf Basis dieser und anderer Satellitendaten von den 16 in der Charter organisierten Raumfahrtagenturen, arbeitet das Zentrum für Raumfahrtforschung an der Universität Texas derzeit daran, den Informationsbedarf der Katastrophenschützer vor Ort bedarfsgerecht zu bedienen.

Die Radaraufnahmen von TerraSAR-X in einem besonders großflächigen Aufnahmemodus ermöglichen es, kurz nach Landfall des Hurrikans die Ausmaße der Katastrophe präzise abzubilden. Ein entscheidender Vorteil ist dabei die Wetterunabhängigkeit des Radars. Während optische Satelliten nur Wolkenoberflächen abbilden, “ertastet” das Radarinstrument auf dem Deutschen Satelliten durch Wolken hindurch die Landoberfläche und empfängt das zurückgeworfene “Echo”. Da Wasserflächen ein anderes Signal zurücksenden als nicht überschwemmte Oberflächen, sind Radarsatelliten innerhalb der Charter die erste Wahl bei großflächigen Flutkatastrophen.

Die aus den Satellitendaten abgeleiteten Überflutungskarten helfen dabei, Schutzmaßnahmen zu koordinieren, beispielsweise bei der Identifikation besonders betroffener Gebiete, der Abschätzung von Schäden an Infrastruktur und Verkehrswegen oder bei der Planung von Evakuierungszentren.

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