Blick voraus – Die Ausgabe zur INTERGEO vom 26. – 28. September in Berlin

Schaut man auf die Historie der INTERGEO, ist ein tiefer Blick in die Geschichtsbücher gefordert. Die Veranstaltung fand erstmals noch als Hauptversammlung des Deutschen Geometer Vereins im Jahr 1872 statt, bevor sie 1921 zum Deutschen Geodätentag und schließlich 1995 zur Intergeo wurde.

Dennoch ist diese Veranstaltung eine äußerst zeitgenössische und zukunftsorientierte Messe. Denn neben den Innovationen aus dem klassischen Vermessungsbereich bildet sie ein technologisches Spektrum ab, das heute branchenübergreifend bedeutsam ist. Die „Vermessung“ beziehungsweise Dokumentation geografischer und baulicher Umwelt ist zu einem festen Bestandteil der Digitalisierung in fast allen Industrie- und Verwaltungsbereichen geworden. Insbesondere die Möglichkeiten zur schnellen und kostengünstigen 3D-Vermessung in nahezu allen Genauigkeitsstufen haben dafür gesorgt, dass die dritte räumliche Dimension nicht nur die Gaming und Kino-Welt revolutioniert. 3D ist heute Standard und insbesondere die GIS-Systeme rüsten zunehmend auf, um diese oft speicherintensiven Daten nicht nur webbasiert visualisieren zu können, sondern auch effizient in Prozesse und Workflows zu integrieren. In den einzelnen Anwendungsbranchen tauchen solche Innovationen dann unter verschiedenen Namen auf. Das Thema BIM in der Baubranche ist beherrscht von einer integrierten Datenhaltung in 3D und solchen Prozessen. In der Öffentlichen Verwaltung spricht man immer wieder von der ebenfalls vernetzten Smart City, obwohl der Begriff aktuell noch viel von dem schuldig bleibt, was man eigentlich von ihm erwarten könnte. Doch der Wandel in der Versorgungslandschaft und bei der Mobilität, also zwei wesentlichen Aspekten der intelligenten Stadt, greifen immer mehr durch. Elektromobilität, autonomes Fahren oder die Nutzung von Geodaten bei Industrie und Handel (Location Intelligence) werden noch viel Technologie-Input von der Geoinformationswirtschaft fordern, mit dieser Einschätzung sind sich alle Experten einig.

Diese Omnipräsenz der Geodaten gibt der INTERGEO kräftigen Rückenwind. In den letzten Jahren hat sie sich beispielsweise enorm internationalisiert. In diesem Jahr werden rund 580 Aussteller erwartet. Die Statistiken zeigen, dass die Besucher auch immer mehr aus den unterschiedlichsten Regionen dieser Erde stammen.

Demnach gilt es auch für den Besucher, aufmerksam über die Messe zu gehen, dann es sind nicht mehr die plakativen Trends, die das Interesse wecken, sondern die Phantasie, die vielen Produkte und Innovationen in die betriebliche Praxis einzubringen. Nie war die Chance größer, einen wichtigen Impuls zu finden, um das eigene Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig zu halten.