Langstreckenflug für Helikopterdrohne

Aeroscout bietet unbemannte Helikopter für die Luftvermessung über sehr weite Strecken an. Bei einem Projekt für eine neue Hochspannungsleitung in Afrika erreichte das Vermessungsteam Flugzeiten von über einer Stunde.

Der Scout B-330 UAV Helikopter hat eine Nutzlast von bis zu 30 Kilogramm und kann bis zu drei Stunden in der Luft bleiben. Foto: Aeroscout GmbH

Der Scout B-330 UAV Helikopter hat eine Nutzlast von bis zu 30 Kilogramm und kann bis zu drei Stunden in der Luft bleiben. Foto: Aeroscout GmbH

Aeroscout, Schweizer Anbieter von drohnengestützter Luftvermessung, hat im August die schwer zugängliche Leitungsstrecke einer Hochspannungsleitung in Afrika mit einem unbemannten Helikopter beflogen. Dabei war das Fluggerät teilweise über eine Stunde in der Luft. Die Befliegung ist Teil eines Projekts zum Bau eines Flusskraftwerks, dessen elektrische Energie über eine neue Hochspannungsleitung abgeführt werden soll. Bei der Befliegung wurden mit dem Aeroscout Flugsystem Scout B1-100 UAV die ersten 65 Kilometer Leitungsstrecke aufgezeichnet und für die weitere Projektplanung ausgewertet. Neben den Orthofotos, welche den gesamten Flugabschnitt dokumentieren, wurde das Geländeprofil und die Vegetation mit einem RIEGL VUX-1 Laser aufgezeichnet. Der Laserscan zeigt die Dichte der Vegetation. Mit den entsprechenden Tools kann daraufhin ein Geländemodell erstellt werden, das für die Neuplanung und Positionierung der Hochspannungsmasten verwendet wird.

Die Flugplanung wurde bei diesem Projekt in zwei Teile unterteilt: Der erste Teil beinhaltet die Datenaufnahme mit einer kontinuierlichen Fluggeschwindigkeit entlang den vorgegebenen Koordinaten. Im zweiten Teil ging es darum, möglichst rasch und direkt zum Startund Landeplatz zurück zu fliegen. Aufgrund der zurückgelegten Distanzen wurden oftmals Flugzeiten bis über eine Stunde erreicht. Die erste Auswertung der Daten zeigt eine Laserpunktdichte von circa 60 Punkten pro Quadratmeter und eine Korridorbreite von circa 200 Metern. Die Fotos wurden mit einer Überlappung von etwa 30 Prozent aufgenommen und können für die Auswertung auch in das Google Earth Modell eingebunden werden.

Die hochauflösenden Bilddaten aus der Befliegung des Korridors können in das Google Earth Modell eingebunden werden. Foto: Aeroscout GmbH

Die hochauflösenden Bilddaten aus der Befliegung des Korridors können in das Google Earth Modell eingebunden werden. Foto: Aeroscout GmbH

Bereits in den vergangenen zwei Jahren hat sich Aeroscout GmbH gemeinsam mit einer Forschungsgruppe an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur und dem Elektrizitätswerk Zürich ewz damit befasst, eine Helikopterdrohne mit Multisensorik auszustatten und damit die Vermessung und Inspektion von Hochspannungsleitungen zu optimieren. Ein Kernthema der Forschungsarbeit war die UAV-Flugplanung. An Bord der Drohne befinden sich unterschiedliche Sensoren wie Kameras und Laserscanner. Flughöhe und Fluggeschwindigkeit der Drohne haben einen starken Einfluss auf die aufgenommen Daten wie Punktdichte, Breite des Laserkorridors oder Überlappung der Bilder. Bei Anwendungen in der Schweiz geht es zwar primär um die Kontrolle und Digitalisierung der bestehenden Hochspannungsleitungen mit eher kurzen Einsatzradien. Allerdings werden bei Neuplanungen von Hochspannungsleitungen oftmals große Distanzen beziehungsweise Leitungsabschnitte betrachtet.

Auf der Intergeo 2017 in Berlin stellt Aeroscout nun erstmals in Europa das neue Flugsystem Scout B-330 UAV vor, welches zukünftig über eine Nutzlast von 30 Kilogramm bei einer Flugdauer von drei Stunden verfügen soll. So sollen größere Leitungsabschnitte noch effizienter abgeflogen werden können. Zudem lässt sich damit das Versetzen der Bodenstation über größere Abschnitte planen.

www.aeroscout.ch
Halle 4.1 | C4.032