Roland Berger Studie: Veränderte Geschäftsmodelle durch BIM

Laut der neuen Roland Berger-Studie “Turning point for the construction industry – The disruptive impact of Building Information Modeling (BIM)”, für die Experten aus der europäischen Bauindustrie befragt wurden, lassen sich durch BIM Bauprojekte schneller und effizienter steuern und Kosten sparen. Das Beratungsunternehmen prognostiziert dem Markt für BIM-Anwendungen ein starkes Wachstum. Zwischen 2014 und 2022 soll sich der Markt voraussichtlich vervierfachen – von 2,7 auf ca. 11,5 Milliarden Dollar. Die Studie zieht den Schluss, dass Bauunternehmen, die diese Technologie nicht einsetzen, im Nachteil sein werden, da sich BIM zunehmend zum Standard für die gesamte Bauindustrie entwickele. Ohne Zugang zum System werden Unternehmen, so die Studie, mittelfristig aus dem Markt gedrängt, da sie auf dieser Plattform nicht sichtbar sind und der Abstimmungsprozess mit ihnen zeit- und kostenaufwändig ist.

Die starken Veränderungen, die sich durch die Digitalisierung der Baubranche ergeben, würden allerdings alle Marktteilnehmer dazu zwingen, ihre Geschäftsmodelle zu revidieren, da durch BIM zum Beispiel Architekten und Planer direkt über Dienstleister und Materialien entscheiden können. Außerdem würden etwa Bauprojekte mit niedrigen Margen noch stärker unter Druck stehen; lukrative Nachträge für Bauunternehmen könnten wegfallen. Händler sollten ihre Geschäftsmodelle überdenken und sich zum Beispiel als Anbieter modularer Baukästen für ganzheitliche Baustofflösungen auf dem Markt etablieren, rät das Beratungsunternehmen. Beim digitalen Wandel sollten Firmen allerdings ihre Belegschaft nicht vernachlässigen; ihre Mitarbeiter sollten sie auf neue digitale Prozesse und Technologien vorbereiten. Denn beim BIM geht es nicht nur um den Einsatz von digitalen Werkzeugen, sondern um eine digitale Unternehmenstransformation.

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