Software-App für verbesserte Düngergabe

Foto: pixabay, Sabse713 , CC0 Creative Commons

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Eine Forschungsgruppe aus dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., dem Start-up CybeleTech sowie dem französischen Nationalen Institut für Agrarforschung (INRA) arbeitet gemeinsam mit weiteren Praxispartnern an der Entwicklung einer Software-App für die Landwirtschaft. Das am 1. Oktober 2017 gestartete EU-Projekt „BARLEY IT“ soll Landwirten dabei helfen, die optimale Menge für die letzte Düngergabe zu ermitteln, denn diese hat entscheidenden Einfluss auf die Endqualität der Braugerste.

Das Projekt ist Teil der Climate-KIC-Initiative, Europas größtem öffentlich-privaten Netzwerk für Innovationen gegen den Klimawandel. Das gemeinsame Ziel: die optimale Menge der letzten Stickstoffgabe vor der Ernte der Braugeste zu ermitteln. Hierzu sollen die Analyseergebnisse von Modellierungs- und Fernerkundungsdaten in einer Sofware-App gebündelt werden. Einen Teil der benötigten Daten liefert eine neue Satellitengeneration − die sogenannten Sentinels. Mit ihrer Hilfe kann der aktuelle Chlorophyllgehalt der Pflanzen, der grüne Blattfarbstoff, bestimmt werden. Auf den Satellitenfotos lässt sich erkennen, in welchem Versorgungsbereich die Pflanze liegt. Somit kann das Team durch kontrollierte Stickstoffgabe nachjustieren.

Während die Gerste auf den Versuchsfeldern wächst, simuliert das Team um Dr. Nendel das Wachstum am Computer nach – und speist die Simulation mit Beobachtungsergebnissen aus den Satellitendaten. So kann der Einfluss der Düngemenge der Qualitätsgabe auf die Endqualität vorausberechnet und die für den angestrebten Proteingehalt der Gerste günstigste Empfehlung bestimmt werden. Das Ergebnis soll dann in einem nächsten Schritt über mobile Endgeräte, zum Beispiel direkt auf dem Tablet des Landwirts, abrufbar sein. Dazu muss das Forschungsprojekt nun aber erst beweisen, dass der Analyseansatz in der Kombination aus Fernerkundung und Modellierung funktioniert. Hierzu finden in den nächsten zwei Jahren Experimente auf den Praxisflächen der französischen Kooperativen statt, die in das Projekt eingebunden sind.

www.zalf.de