INTERGEO 2018: Alles dreht sich um Dynamik, Echtzeit, 3D

INTERGEO 2018 Frankfurt 16.-18. Oktober

Es gehörte lange zum guten Ton von technologieorientierten Messen, vor den Veranstaltungen die Trends der Branche plakativ zu benennen und so das Interesse an der Ausstellung zu steigern. Doch auch hier haben sich die Zeiten geändert. Selten war so schwer, Entwicklungen ein knackiges Buzzword zu verpassen. Einzig der Modebegriff der Digitalisierung muss herhalten. Allerdings ist dieser in der Gesellschaft auch durchaus umstritten. Und eine einheitliche Definition dessen, was Digitalisierung im Geschäftsleben konkret bedeutet, fehlt derzeit auf allen Ebenen.

Foto: Messe Frankfurt/Halle12

Mehr denn je lohnt der genauere Blick auf die facettenreiche Welt der Geoinformatik auf der Intergeo, die dieses Jahr seit langem mal wieder in Frankfurt (2002) und dort in der nagelneuen Messehalle 12 auf zwei Stockwerken stattfindet. Digitalisiert ist inzwischen quasi alles – von der Messwerterfassung bis hin zur Verwendung in Geschäftsprozessen. Nur eben viel automatisierter, schneller und effizienter. Nicht mehr nur Spezialisten für Geodäsie und GIS werden als Hauptnutzer adressiert. „Geo für jedermann“, ein solch salopper Slogan ginge inhaltlich in die richtige Richtung. Besonders die Verarbeitungsschritte in Sachen 3D-Geodaten werden sich in Frankfurt hervortun. Zugriff, Visualisierung und Verarbeitung von 3D-Punktwolken waren nie so einfach wie heute. Dass die Drohnen von dieser Entwicklung noch weiter profitieren, ist selbstredend. Schließlich ist immer noch nicht überall in der Praxis angekommen, dass sie als fliegendes Stativ für moderne Vermessungs- und Inspektionsaufgaben fast unentbehrlich sind. Wieder einmal sind gerade auch die klassischen Vermesser gefordert, über ihren Schatten zu springen.

Die IT-Architektur ist wie in den letzten Jahren kein vordergründiges, aber umso mächtigeres Thema. Die heute verfügbare Datentransfergeschwindigkeit ist enorm gewachsen, die Hardware-Kosten sinken weiter, und – für die Geo-Branche besonders wichtig – die Rechenkapazität steigt weiter. Gerade bei Datenanalyse und Simulationen sind Anwendungen möglich, die vor kurzem noch alle Kapazitäten gesprengt hätten.

Die nächsten Themen stehen am Horizont. Mit dem Thema IoT wird die Geo-Branche neue Impulse erfahren, urbane Räume müssen wahrscheinlich völlig neu durchdacht und technologisch unterstützt werden (Smart City wird einen Spitzenplatz im Schlagwort-Ranking einnehmen) und die Notfall- und Katastrophen- Hilfe in den verdichteten Ballungsgebieten stellt ebenso immer neue Anforderungen. Besonder aktuell: Die wassersensible Stadtentwicklung (Stichwort Schwammstadt) fordert neuen Umgang mit Dürre und Starkregen.

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