Digitales Wildtierportal: Hilfe im Alltag und beim Seuchenschutz

Beim Aufbau des Wildtierportals Baden-Württemberg hat das Karlsruher Unternehmen Disy Informationssysteme GmbH mit der Erfassung der Jagdstrecken einen Meilenstein erreicht. Die auf Cadenza basierende Lösung kam im November 2018 bei einer Seuchenschutzübung zum Einsatz und erwies sich als äußerst nützlich. Entwickelt wurde das digitale Wildtierportal vom Karlsruher Software-Spezialisten in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL).

Das digitale Wildtierportal Baden-Württemberg soll Jägern im Alltag und beim Seuchenschutz helfen. Foto: Disy Informationssysteme GmbH

Dabei ging es dem LGL bei der Errichtung des Portals ursprünglich darum, die Erfassung der Daten für die Forst- und Jagdverwaltung zu digitalisieren. Denn das lief lange Zeit in vielen Bereichen nur analog und erzeugte somit unnötigen Zeitaufwand für alle Beteiligten. Mit der neuen Lösung werden alle Jäger in Zukunft ihre Jagdstrecken digital erfassen können. Zur Sicherstellung der Datenqualität hat Disy bei der Datenerfassung eine Validierung der Eingabefehler integriert. Nach Abschluss der Entwicklungs- und Testphase wird die jährliche Streckenliste an die zuständige Jagdbehörde mit nur einem Knopfdruck schnell und einfach zu senden sein. Gleichzeitig werden die Jäger auf einen Blick sehen, was sie in diesem Jahr erlegt haben. Künftig können sie dann diese Daten statistisch auswerten und mit den Vorjahresergebnissen vergleichen.

Punktgenaue Koordination im Ernstfall

Wie wichtig eine solche digitale Forst- und Jagdverwaltung ist, zeigt sich nicht nur im Alltag aller Beteiligten, sondern ganz besonders in Ausnahmesituationen, denn hier gilt es, schnell zu reagieren und alle Informationen zu bündeln. Vertreter des LGL waren live dabei, als mit einer Seuchenschutzübung im letzten Jahr der Ausnahmefall simuliert wurde. Direkt nach dem Auffinden eines toten Wildschweinkadavers wurde über das Wildtierportal eine Meldung über den Fundort abgesetzt. Das ist wichtig, um alle danach folgenden Maßnahmen punktgenau koordinieren zu können – vor allem die Einrichtung der vorgeschriebenen Sperrzonen.

Dabei hat sich aber auch gezeigt, dass gerade im Wald nicht immer eine verlässliche Funkverbindung zur Verfügung steht. Deshalb wurde Disy vom LGL beauftragt, zusätzlich eine mobile Lösung zur Verfügung zu stellen, die auch offline nutzbar ist und mit der kartenbasiert Seuchenverdachtsfunde erfasst werden können. Basierend auf der Disy-App „Cadenza Mobile“ wurde eine Ad-hoc-Lösung geschaffen, die alles kann, was das LGL benötigt – auf mobilen Endgeräten können die eingesetzten Suchtrupps über die App nun alle Informationen aufnehmen. (jr)

www.disy.net