Sichere Auskunft für Windstrom

Die PLEdoc GmbH bietet ein komplettes Dienstleistungsprogramm, mit dem auch Betreiber von Windkraftanlagen ihre Anschlussleitungen professionell beauskunften können.

“Fremdleitungsanfrage – finden Sie heraus, ob Versorgungsleitungen im Gebiet Ihrer geplanten Tiefbaumaßnahme verlaufen.” So lapidar heißt es auf mancher Webseite von Windparkbetreibern für den Fall von Tiefbauarbeiten in der Nähe der Netzanschlussleitungen, die zwischen Windpark und Mittelspannungsanschluss oft mehrere Kilometer lang sind. Und da sie nicht nur durch Wald und Flur verlaufen, sondern auch an Straßen und in Siedlungsgebieten, stellen sie ein Sicherheitsrisiko bei Tiefbauarbeiten dar. Im Vergleich zu den Leitungsnetzbetreibern aus den Sparten Strom, Gas oder Wasser wird das Thema Leitungsauskunft bei Windparkbetreibern also oftmals noch allzu nonchalant gehandhabt. Und dass, obwohl die Leitungslänge und -lage durchaus dafür sprechen würde, eine dem Branchenstandard übliche Auskunft zu betreiben – auch wenn die Dokumentation der Netze durch die Betreiber so manches Mal nicht in dem Maße in GIS-Systemen abgebildet wird, wie es bei Versorgern sonst üblich ist.

Mithilfe eines sogenannten Verlegepflugs, hier von einem Allrad-Traktor gezogen, können Rohre und Kabel ohne Grabungsarbeiten direkt in die Erde verlegt werden. Foto: wikipedia.org / Foeck

Windkraftbranche vor neuen Herausforderungen

Aufgrund komplexer Eigentümerstrukturen sowie spezifischer Standortfaktoren von WKA, beispielsweise die Länge der Netzanschlussleitung, ist der zuständige Anlagenbetreiber zudem häufig nicht klar ersichtlich. Er wird deshalb oftmals bei Anfragen vergessen. Zumindest ist es für WKA-Betreiber geboten, die Recherche zu Leitungsverläufen und die Auskunftsprozesse möglichst einfach, sicher und revisionsfest anzubieten.

„Vor dem Hintergrund des Schadensrisikos denken auch Windparkbetreiber um, sofern Ihnen überhaupt bekannt ist, welche Möglichkeiten es einerseits gibt und dass sie andererseits dazu verpflichtet sind, Dritten Einsicht in die Planwerke über ihre Anlagen zu gewähren“, sagt Carmen Hallenberger, Abteilungsleiterin Netzauskunft bei der PLEdoc GmbH aus Essen. Das Tochterunternehmen des Ferngasnetzbetreibers Open Grid Europe GmbH (OGE) sei nicht nur auf das Thema digitale Leitungsauskunft spezialisiert, sondern wisse auch um die spezielle Situation von Netzbetreibern, deren Assets quer durch das Land verlaufen. „Das größte Problem für WKA-Betreiber liegt darin, dass die Tiefbauunternehmen überhaupt nicht wissen, wo die Anschlussleitungen der WKA sind. Die WKA-Betreiber müssen somit dafür sorgen, dass die Auskunft über ihre Netze einfach, schnell und barrierefrei möglich ist“, so Hallenberger. Die PLEdoc bietet dafür spezielle Dienstleistungen an, um die Auskunftsprozesse der WKA-Betreiber übersichtlich und transparent zu gestalten und somit Schadensfälle vermeiden zu können. Zunächst mal gibt es seit einigen Jahren deutschlandweite Rechercheportale für die Leitungsauskunft. Bauunternehmen können herausfinden, welche Netzbetreiber für Tiefbauarbeiten in bestimmten Gebieten in Frage kommen und bei wem eine detaillierte Leitungsauskunft eingeholt werden muss. Im Fall der genossenschaftlichen Initiative von Leitungsbetreibern in Deutschland stellt die Bonner BIL eG beispielsweise ein für Auskunftssuchende kostenfreies Online-Bauanfrageportal bereit.

Auskunft innerhalb weniger Minuten

PLEdoc hilft Netzbetreibern im Zuge der BIL-Koope- ration in drei Schritten zur gewünschten Leitungs- auskunft zu kommen. Gestellte Anfragen über das BIL-Portal (1.) werden dafür im Back-End-System von PLEdoc automatisch bearbeitet (2.) und dem An- fragenden innerhalb weni- ger Minuten zugestellt (3.). Grafik: PLEdoc GmbH / Font Awesome

Auch PLEdoc selbst besitzt langjährige Erfahrungen im Bereich Leitungsauskunft. Das Unternehmen ist Kooperationspartner der BIL eG und hilft Netzbetreibern zum Beispiel dabei, die Auskunftsprozesse vor dem Hintergrund der modernen Auskunftsportale auf den notwendigen Digitalisierungs- und Automatisierungsstand zu bringen, angefangen bei der Vermessung bis hin zur Integration von IT-Prozessen. Seit einem Jahr beauskunftet die PLEdoc unter anderem auch verschiedene Windparks mit insgesamt rund 100 Windkraftanlagen. Für diese WKA wurde der Prozess vollständig automatisiert. Sofern WKA-Betreiber keine durchgängige Netzdokumentation in einem GIS aufgebaut haben, fungiert PLEdoc gewissermaßen als Komplettdienstleister. Dazu baute die Essener OGE-Tochter ein Backend-System auf, das alle notwendigen Leitungsdaten beinhaltet. Der Ausbau solcher Systeme gehört zu den Dienstleistungen des Unternehmens, bei der vor allem die notwendigen Leitungsdaten erfasst oder homogenisiert werden. Erfolgen Leitungsanfragen über das BIL-Portal, werden diese in den Back-End-Systemen automatisch bearbeitet. „Die Antwort wird dann über die Systemschnittstelle im Portal zur Verfügung gestellt, was Anfragenden eine Auskunft innerhalb weniger Minuten ermöglicht“, beschreibt Hallenberger.

Überwachung des Gesamtprozesses

Dies geschieht im Rahmen eines vollautomatisch erstellten Antwortschreibens, welches neben der Stellungnahme eine Übersichtskarte sowie relevante Bestandspläne enthält. Da der Auskunftsprozess über das BIL-Portal läuft, wird dieser auch revisionsfest gespeichert, was im Falle von auftretenden Bauschäden ein Vorteil für den Windparkbetreiber darstellt. „Neben der Rechtssicherheit ermöglicht der Vollautomatismus eine hoch qualitative aber gleichzeitig kostengünstige Leitungsauskunft“, sagt Hallenberger. Dazu kommt auch eine umfassende Qualitätssicherung. So sorgt PLEdoc dafür, dass die Geodaten zu den Leitungsverläufen immer auf dem aktuellen Stand sind. Die Zuständigkeitsgebiete, die PLEdoc für einen WKA-Betreiber bei BIL einstellt, werden beispielsweise täglich überprüft und bei Änderungen aktualisiert. Außerdem ist bei Aktualisierungen des Leitungsverlaufs ein Mechanismus hinterlegt, bei dem Anfragende bis zu einem halben Jahr nach ihrer gestellten Anfrage informiert werden, falls sich die Situation in dem betroffenen Gebiet verändert hat. Dies stellt sicher, dass Leitungsauskünfte zwischen Planungsanfrage und Baubeginn aktuell sind.

Branche wird sensibler

„Bisher steckt die Leitungsauskunft in der Windbranche sozusagen noch in den Kinderschuhen, der Trend geht aber in die richtige Richtung“, so Hallenberger. Zum Teil sei dies darin begründet, dass Fachwissen zum Thema Leitungsauskunft oder zur GIS- und Vermessungstechnologie historisch gesehen bei WKA-Betreibern noch nicht umfassend ausgebildet sei. Diese Lücke füllt PLEdoc. In Zusammenarbeit mit Windparkbetreibern erstellt das Unternehmen etwa auch die notwendigen Schutzanweisungen für Tiefbauarbeiten. Dort ist dann detailliert aufgeführt, was Bauunternehmen beachten müssen. Zum Thema Leitungsrecherche und -auskunft heißt es dann auf den Firmenwebseiten: „Die Leitungsauskunft ist über https://portal. bil-leitungsauskunft.de/ zu erreichen.“ (sg)

www.pledoc.de