Vom Framework zum Produkt

Die Deutsche Bahn AG setzt mit ihrer IT-Tochter DB Systel GmbH auf ein WebGIS-Konzept, das auf Open Source-Technologie aufbaut.

Auf dem Web-GIS-Markt gibt es eine Vielzahl an proprietären und Open-Source Lösungen. So sind auch bei der Deutschen Bahn verschiedene Lösungen im Einsatz. Doch der IT-Dienstleister der Deutschen Bahn, die DB Systel GmbH, sieht darin auch ein Problem. Oftmals müssen, so das Unternehmen, viele Tage in den Aufbau der technischen Infrastruktur und die Sicherheitsmaßnahmen investiert werden, bis eine Software produktiv betrieben werden kann. Für solche Fälle leistet die DB Systel mit einem zentralen Produkt Abhilfe. So sollen Aufwand reduziert und Synergien genutzt werden. „Ziel war von Anfang an, ein Web-GIS anzubieten, das auf neuesten Technologien basiert und gleichzeitig alle Anforderungen an ein modernes GIS erfüllt“, sagt Carsten Felz, IT-Berater bei der DB Systel.

Die Vorbereitungen zur Entwicklung des Services starteten bereits im Herbst 2019, zunächst mit einer Marktevaluation und der Klärung der dafür notwendigen Finanzierung. Die Entwicklung begann im Januar 2020. Aktuell stehen Pilotierungen der unterschiedlichen Varianten im Kundenumfeld an. Nach deren Auswertung ist für den Herbst dann die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse geplant. Die schrittweise Einführung der dann nachjustierten Produktvarianten soll im vierten Quartal dieses Jahres starten. Die kurze Zeitspanne von 12 Monaten von der Idee über die Entscheidung bis zur Realisierung wäre, so die DB Systel, ohne einen stringenten Einsatz von agilen Methoden nicht möglich gewesen. Herkömmliche Entwicklungsmethoden erbringen, so die Erfahrung des IT-Dienstleisters, einen wesentlich längeren „time to market“.

Anzeige des Streckennetzes in der DB MapCloud. Foto: Deutsche Bahn AG

Nach einer Anforderungserhebung mit den zukünftigen Kun-den und einer anschließenden Marktstudie fiel die Wahl auf das,Open-Source-Framework MapStore2, eine Überarbeitung des WebGIS-Frameworks MapStore. Es kann sowohl Open Layers 3 als auch Leaflet für Mapping-Aufgaben nutzen und verwendet ReactJS und Redux als JavaScript-Kernbibliotheken. Gründe für MapStore2 waren der modulare Aufbau und die Bereitstellung unter BSD-Lizenz mit offenem Quellcode. So bietet das Framework die Möglichkeit, es an die Bedürfnisse der Deutschen Bahn anzupassen. Spezielle Anforderungen des Bahnbetriebs, die Mapstore2 nicht erfüllt, realisiert die DB Systel als Plug-In für die DB MapCloud.

Vom Framework zum Produkt

Doch wie wird aus einem Framework ein serviceorientiertes Produkt? „Für uns war von Anfang der Nutzen für unsere Kunden im Fokus. Wer sind die Nutzer des Produktes? Was können mögliche Use-Cases sein? Wo können wir Arbeitsschritte unserer Kunden erleichtern?“, erklärt Felz. Nach Expertengesprächen und Interviews mit zukünftigen Nutzern wurde deutlich, dass die Spanne vom unerfahrenen Einzelanwender bis zum professionellen GIS-Team reicht. „Der modulare Aufbau ermöglicht es uns, Produktzuschnitte für unterschiedliche Zielgruppen zu definieren. Der Betrieb in der AWS Cloud macht unterschiedliche Lizenzvarianten bei minimalen Bereitstellungszeiten möglich“, erklärt Paul Koch, ebenfalls IT-Berater bei DB Systel. Das Ergebnis sind vier Produktvarianten, die sich auf unterschiedliche Zielgruppen spezialisieren: Software as a Service (SaaS), PaaS, API und Individual Solution.

Sicherheit und Zeitersparnis für den Kunden

Die Vorteile für die Kunden liegen für DB Systel auf der Hand: Alle Aspekte eines sicheren Verfahrensbetriebs werden konzernkonform berücksichtigt und liegen mit der Wartung und dem Support des Produktes zentral bei dem IT-Dienstleister. Das soll am Ende des Tages Geld und Zeit einsparen. Die Produkte sind einfach bestellbar und stehen innerhalb kürzester Zeit nach der Bestellung dem Kunden zur Verfügung. „Wer mehr Konfigurationsmöglichkeiten und Leistung benötigt, ist meist mit der Individual Solution am besten beraten. Hier nehmen wir die Anforderungen unserer Kunden an Produkt und Cloud Umgebung individuell auf, um eine kundenspezifische Lösung zur Verfügung zu stellen“, sagt Koch. Somit können alle Zielgruppen vom Einzelanwender bis zum professionellen GIS-Team durch die verschiedenen Produktvarianten schnell und effektiv mit DB MapCloud erreicht werden. (sg)

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