Münchener Start-Up Isar Aerospace startet Raketenproduktion

Das Münchener Start-Up Isar Aerospace, das sich auf die Entwicklung kleiner Trägerraketen konzentriert, die durch effiziente elektrische Antriebe und die Miniaturisierung der Raumfahrt-Komponenten moderne Kleinsatelliten mit einem Gewicht bis zu 500 Kilogramm befördern, hat im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder und TUM-Präsident Thomas Hofmann seine erste Produktionshalle eröffnet. Ziel ist es, auf einer Fläche von 4.500 Quadratmeter in Ottobrunn durch geringere Produktionskosten der Flugkörper kostengünstig ganze Schwärme von Satelliten in die Erdumlaufbahn zu befördern. Zudem seien Raketen, die für Nutzlasten bis maximal 1000 Kilogramm ausgelegt sind, bisher Mangelware am Markt, erklärt Daniel Metzler, Mitgründer von Isar Aerospace. Bislang kostet es nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA etwa 10.000 Dollar, nur 1 Pfund Nutzlast in den Orbit zu bringen.

Das Münchener Start-Up Isar Aerospace hat seine erste Produktionshalle eröffnet. Ziel des Unternehmens ist es, kleinere Satelliten deutlich kostengünstiger als bisher ins All schießen zu können. Foto: Isar Aerospace

Die Idee zu einer neuen Raketenart entstand 2017 in den Werkstätten der TU München-Studierendengruppe WARR (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt). Zusammen mit seinem Team hatte Metzler ein kleines Triebwerk für eine Forschungsrakete entwickelt. Als Reaktion auf einen Film zum Projekt, den die Studierenden im Internet veröffentlicht hatten, gab es zahlreiche Anfragen aus der Industrie. „Zu diesem Zeitpunkt wussten wir, dass wir auf eine Marktlücke gestoßen waren und haben beschlossen, eine eigene Rakete – maßgeschneidert für den Transport von kleinen Satelliten – zu bauen“, berichtet Metzler. „Die Idee war es, unsere Antriebstechnik weiterzuentwickeln: Bisher werden die erste und die zweite Stufe von Trägerraketen in Europa mit unterschiedlichen Triebwerken ausgestattet. Wir dagegen wollten Cluster von identischen Triebwerken einsetzen. Dadurch lassen sich erhebliche Entwicklungs- und Produktionskosten einsparen.“

Kundeninteresse gebe es bereits im Wert von mehreren 100 Millionen Euro, so Metzler, zumeist aus dem europäischen Raum. 2021 soll dann die erste Transport-Rakete, beladen mit Kleinsatelliten, in den Orbit starten. Wenn alles nach Plan verläuft, kann direkt danach die Serienproduktion beginnen: 20 Raketen will Isar Aerospace dann pro Jahr bauen.

www.isaraerospace.com