GEOMAGIC: Renaissance der Qualitätssicherung im Smallworld GIS

Egal ob Migration, die Durchführung von Analysen oder die Bereitstellung von Netzdaten für Drittsysteme: Ohne ausreichende Datenqualität geht gar nichts. Was wie eine alte Binsenweisheit klingt, ist in der heutigen GIS-Systemlandschaft von Energieversorgern so aktuell wie selten. Denn Netzdaten werden immer häufiger in übergreifende Geschäftsprozesse integriert und jeden Tag aufs Neue auf ihre Qualität hin geprüft. GIS-Manager geraten demnach auch unter Druck, denn ihre über die Jahre trainierten Kernsysteme unterliegen somit einer permanenten Qualitätskontrolle. „Wir stellen daher eine gewisse Renaissance des Themas Qualitätssicherung fest und haben diese daher ins Zentrum unseres Intergeo-Auftritts gestellt“, sagt Hannes Moser, Leiter GIS bei der Leipziger Firma GEOMAGIC GmbH, die sich als GE-Partner (Smallworld GIS) virtuell präsentiert.

Klingt einfach, ist aber komplex

Im Smallworld GIS gibt es mit dem Quality Manager ein Tool für die Qualitätssicherung. Der Quality Manager ist ein an Programmierer gerichtetes Werkzeug, mit dem sich viele regelbasierte Prozesse für die Datenprüfung realisieren lassen. Wurden vorab bereits die Regeln in Massendatenverarbeitungsprozessen festgelegt, können hierbei auch Massendatenverarbeitungen durchgeführt werden. Die Daten werden dabei innerhalb Batch-orientierter Prozesse abgearbeitet.

Anwender können bei der Definition von Schutzflächen für das BIL-Portal auch einzelne Objekte heranziehen (oben). Das Programm aggregiert die Einzelflächen dann automatisch zu einem Gesamtpolygon (unten). Foto: GEOMAGIC GmbH

„Die Regeln und Prüfroutinen werden dort reinprogrammiert und auf Datenbank-Ebene abgearbeitet“, beschreibt Moser. Anwender können dann QS-Arbeiten strukturiert durchführen, was auch bei personell gering besetzten GIS-Abteilungen höhere Effizienz verspricht. Die Prüfungen können bis auf feingranulare Datenfelder heruntergebrochen werden, je nachdem, wie die Daten in den jeweiligen Kundensystemen modelliert sind. Hinzu kommen die unterschiedlichen regulativen Anforderungen verschiedener Sparten.

Genau an dieser Stelle liegt die Mehrwertleistung von GEOMAGIC. „Die Kundenanforderungen sind höchst individuell und dementsprechend intensiv betreuen wir die Projekte der Kunden“, sagt Moser. Manche Kunden haben ihre GIS-Daten sehr detailliert erfasst und achten auf eine homogene Qualität und können einzelne Aspekte dabei sehr genau definieren. Andere Kunden, die etwa noch auf Basis eingescannter Alt-Pläne arbeiten, wollen eher sicherstellen, dass zumindest die wesentlichen Basisdaten vollständig und korrekt erfasst sind. Dazu gehört beispielsweise die Frage, ob das Leitungsnetz vollständig durch Flurstücke abgedeckt ist oder ob überall Schutzstreifen vorhanden sind, die eine ausreichende Breite aufweisen. Aber auch ein Abgleich von deckungsgleichen Geometrien oder selbstschneidenden Linienzügen ist hier möglich.

Auffallend sei, dass Kunden die QS-Anforderungen in den Ausschreibungen meist sehr allgemein formulieren, „sobald man aber konkret in die Datenmodellierung hineinschaut, wird es gleich kompliziert“, so Moser.

Geomagic hat dabei auch ein Zusatzmodul entwickelt, das auf dem Qualitätsmanager von Smallworld GIS aufbaut, dabei aber sowohl den fachlichen Anwender als auch die Admin-Ebene adressiert. „Die Konfiguration dafür läuft zwar in der Smallworld-Admin-Applikation und ist daher in erster Linie für den Smallworld-Administrator gedacht, das Tool kann aber auch normalen Anwendern zur Verfügung gestellt werden“, erklärt Moser. Mit dem Tool können dann die verschiedenen Regeln und Routinen verknüpft, konfiguriert und verwaltet oder auch einfache Regeln selbst erstellt werden.

Flächenangaben für Drittanwendungen generieren

Der Flächengenerator ist ein weiteres Produkt von GEOMAGIC, das im Fokus steht. Ursprünglich wurde es für die Einbindung von Netzdaten in das BIL-Portal entwickelt, in dem die bundesweite Leitungsrecherche möglich ist. Zentral dafür sind die sogenannten Zuständigkeitsflächen, die ein Netzbetreiber in BIL hinterlegen muss. Wird eine Bauanfrage innerhalb dieser Fläche gestellt, landet diese Anfrage dann automatisch beim Netzbetreiber, alle anderen Anfragen fallen erst gar nicht an (Nullbescheide).

Der Flächengenerator erstellt genau jene Zuständigkeitsfläche, die in der Regel das Netzgebiet mit einer umgebenden Pufferfläche bildet. Genau hier liegt die Anforderung an die Details. Je nach Netzobjekt wird beispielsweise eine andere Pufferfläche benötigt. Manche Netzobjekte befinden sich beispielsweise nicht im Besitz des Netzbetreibers, liegen aber in deren Betriebsführerschaft und haben auch eine sogenannte Verweispflicht, sprich müssen ordnungsgemäß beauskunftet werden. Eine große Stärke des Tools ist laut Auskunft von GEOMAGIC, dass es durchgängig performant ist – was bei GIS-Massenabfragen heutzutage immer noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Dazu unterzieht der Flächengenerator die Smallworld GIS Datenbank einer speziellen Prüfung und fügt regelbasiert die Pufferfläche hinzu. Alle Einstellungen, Überprüfungen und Exporte aus dem GEOMAGIC BIL-Flächengenerator werden in einer Log-Datei dauerhaft dokumentiert. Dieser Prozess ist sehr feingranular und anspruchsvoll, mit einer Standard-GIS-Lösung etwa aus dem Arsenal der Open-Source-Lösung kommen Kunden damit erfahrungsgemäß nicht sehr weit, berichtet GEOMAGIC. Das heißt, ein Kunde hat auch die volle Kontrolle über die Bereitstellung und Aktualisierung dieser Flächenangaben im BIL-Portal. „Der Aufwand ist gering, der Prozess sicher und revisionsfest dokumentiert“, fasst Moser zusammen.

Abfragen automatisieren

Der BIL-Anwendungsfall ist primär, es gibt aber auch „Zweckentfremdungen“. Zum Beispiel bei Einholung von Stammdaten zu den Grundstücksbesitzern innerhalb der Leitungsverläufe – Stichwort ALKIS. Wichtig ist der Nachweis des berechtigten Interesses, dabei hilft die Unterstützung der Anfrage mit dem Flächenmanager den GEOMAGIC-Kunden. „Sie definieren quasi Bestellkorridore“, sagt Moser und „sparen sich durch die regelbasierte Abfrage Unmengen an Zeit für die Zusammenstellung der Unterlagen.“

Der Flächenmanager ist Smallworld-basiert und erfordert eine Core-Lizenz für das GIS, allerdings sei das Tool auch für Abfragen in Fremd-GIS einsetzbar. Für die workflowbasierte Anbindung an Auskunftsportale wie BIL bietet GeoNAM eine Standardlösung auf Basis des hauseigenen Tools für das Prozessmanagement an. Gepaart mit dem Flächenmanager existiert damit eine All-in-One-Lösung für eine übergreifende Digitalisierung, die eine ef-fiziente Bearbeitung von Standardaufgaben verspricht. (sg)

www.geomagic.world