IB&T: Mehrere Kilometer lange Trassenführung in wenigen Schritten durchführen

Das aktuelle Statement der Geschäftsführer Harry Basedow und Uwe Hüttner vom Softwarehaus IB&T lautet: „Wir sehen die digitale Ausrichtung der Messe als Chance und Herausforderung und freuen uns, allen Besuchern unsere aktuellen Lösungen am virtuellen Messestand zu präsentieren.“ Schließlich beschäftigt sich das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1988 mit der digitalen Planung von Infrastruktur.

Regelbasierte 3D-Trassenplanung

Dieses Jahr steht im Zentrum des Messeauftritts die sogenannte „smart infra-modeling technology“. Konkret geht es darum, welchen Nutzen Planer von Verkehrswegen durch ein „integriertes Expertensystem für automatisiertes und regelbasiertes Entwerfen eines Trassenkörpers“ haben, so lautet die Interpretation des Hamburger Unternehmens der „smart infra-modeling technology“. Dabei geht es darum, dass Anwender auch mehrere Kilometer lange Trassenführungen in wenigen Schritten durchführen können: Es werden lediglich wenige Parameter, wie etwa die qualitative und quantitative Nutzung von Verkehrswegen eingegeben, den Rest erledigt dann die Software in sehr kurzer Zeit. Dafür hat IB&T seine neue Version 10 der card_1 Software vorgestellt, die solche Ansätze erstmals vollumfänglich umsetzen kann – inklusive beispielsweise der automatischen Generierung von Längsschnitten und Querschnitten, was aus Anwendersicht nichts weniger als einen revolutionären Schritt bedeutet.

Da in Deutschland kaum mehr Verkehrstrassen „auf der grünen Wiese“ geplant werden, spielt die 3D-Bestandsmodellierung eine wichtige Rolle. Das Unternehmen zeigt auf der Messe daher vor allem, wie 3D-Modelle aus Bestandsdaten generiert werden und BIM-gerecht attributiert werden können. Dazu gehören auch die Transformation von Projektdaten, eine Nutzung der Punktwolken, die auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten genügt, oder die Visualisierung mithilfe anschaulicher 3D-Symbole.

Bessere Planung mit aus Grundlagen- und Vermessungsdaten generierten und visualisierten 3D-Bestandsmodellen. Grafik: IB&T

Ein Thema, was bei IB&T immer stärker in den Fokus rückt, sind die DESITE BIM-Lösungen. Das Lösungsportfolio für das Management aller Daten rund um den BIM-Prozess wurde ursprünglich von der Firma ceapoint aus Essen entwickelt, die im Januar 2019 von thinkproject! aus München übernommen wurde.

Seit neun Monaten ist IB&T zertifizierter Reseller der DESITE-BIM Lösungen von thinkproject!. Diesbezüglich zeigt IB&T auf der digitalen Messe, wie Fachmodelle mit der Lösung DESITE md pro koordiniert, gemanagt und visualisiert werden können. Die DESITE-Produkte share und md pro haben nach Angaben von IB&T bereits gezeigt, wie damit gewerkeübergreifende Gesamtmodelle mit Kollisionsprüfung und Koordination erstellt werden können. Grundlage dafür ist die Verknüpfung der Analysesoftware mit dem Planungsprogramm card_1.

Geplante vs. reale Kosten

Ein komplett neuentwickeltes Produkt ist am virtuellen Messestand auch zu begutachten, und zwar Kosten AKVS/elKe. Die Lösung hat nun alle aktuellen Kostenberechnungskataloge gemäß der Anweisung zur Kostenermittlung und zur Veranschlagung von Straßenbaumaßnahmen (AKVS) 2014 in den 2019er Katalog integriert. elKe steht in diesem Fall für elektronische Kostenermittlung. Wesentlich dabei ist, dass Verwaltungen bei der Einstellung von Maßnahmen in den Haushalt die Kosten auf Baulose der Realisierungsphase herunterbrechen müssen. Sprich, geplante Kosten und tatsächliche Kosten werden viel unmittelbarer aneinandergekoppelt. Konkret betrifft dies Formulare etwa zu Mengenangaben oder Oberflächenabtrag. Dies hat auch vertragliche Auswirkungen, denn die realen Kosten sind auch Bestandteil der HOAI. Im Falle des neuen Moduls ist die AKVS an die 3D-Trassenplanung gekoppelt. Dazu sind in dem Planungsprogramm auch verschiedene Attribute aus der AKVS hinterlegt.

Neues BIM Kompetenz-Center

Neu ist auch das BIM Kompetenz-Center bei IB&T, das von Marius Reuters geleitet wird und den Umstieg auf die BIM-Methodik erleichtern soll. Das Schulungszentrum gibt es bereits seit Oktober 2019, in Corona-Zeiten haben das Angebot bereits über 150 Teilnehmer auch online genutzt, zum Beispiel durch die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau (DEGES) GmbH.

Neben einem sogenannten BIM-Lab (etwa mit spezieller IT-Infrastruktur) können Teilnehmer beispielsweise auch testen, wie die 3D-Modellierung mit VR-Brillen unterstützt werden kann. „Wir bilden den kompletten BIM-Workflow von der Theorie bis zum ausführlichen Projekt ab und veranschaulichen dort, dass BIM ein Prozess ist und welche Funktionen dafür in der Software vorhanden sein sollten“, sagt Reuters.

Verkehrswegeentwurf mit card_1, hier eine Straßenplanung mit Entwurfsklassen und visualisierten Einmündungen, Baukörper und Brücken. Foto: IB&T Software GmbH

Neben der Grundlagenausbildung wird also gezeigt, wie moderne Modellierung und das dazugehörige Datenmanagement und die Projektkoordination (vor allem mit DESITE) funktionieren. Im weiteren Sinne zur Bestandsmodellierung gehört auch Integrated Surveying, also integriertes Messen mit Totalstation und GNSS. Im Fokus von IB&T steht etwa die Anbindung eines Grafischen Feldbuchs, zum Beispiel mit Trimble SDK. Auch für die Wasserwirtschaft gibt es spezielle Themen, zum Beispiel der IFC-Export von Kanal-Fachobjekten.

IB&T ist auch live auf der Conference vertreten, z. B. mit Vorträgen zu den Themen „SMART-RAIL-BIM-WORKFLOW“, Bahn-Verkehrswege des BVBS Bundesverband Bausoftware und „BIM Standards für die Infrastruktur“, der in Zusammenarbeit mit dem buildingSMART Deutschland gehalten wird. Mitaussteller sind die IB&T Partner BECHMANN GmbH und G&W Software AG mit ihren Lösungen im Bereich Kostenmanagement. (sg)

www.card-1.com